“Moderne“ Männer unterstützen ihre Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf

Anna-Maria Cramer 1 January 1970

41 Prozent der Frauen und Männer in Deutschland wollen Familie und Beruf gleichberechtigt miteinander vereinbaren, beide Partner möchten in gleichem Umfang berufstätig sein und in gleichem Umfang ihre Kinder betreuen. Viele von ihnen können diese Lebensentwürfe im Alltag jedoch nicht umsetzen, da in verschiedenen sozialen Milieus tradierte Rollenzuschreibungen hohe Hürden darstellen.

Diese Ambivalenz wird deutlich in der Studie "Beruflicher Wiedereinstieg nach der Familiengründung", die für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Die am 7. März 2008 vorgestellte Untersuchung zeigt drei wesentliche Befunde:

1. Die Berufsrückkehr ist kein punktuelles Ereignis, sondern ein Prozess, der sich von den ersten Überlegungen der Frau bis zur erfolgreichen Bewältigung des Berufseintritts in der Regel über mehrere Jahre hinzieht und dessen Erfolg von unterschiedlichen Faktoren abhängt.

2. Nicht die Frau allein, sondern die gesamte Familie ist vom Wiedereinstieg betroffen und beim Wiedereinstieg gefordert. Weit über 80 Prozent der potenziellen Wiedereinsteigerinnen sind verheiratet. Gegen den Partner und ohne seine Unterstützung ist für diese Frauen der Wiedereinstieg kaum zu schaffen. Allerdings geht ein hoher Anteil der befragten Männer davon aus, dass der Wiedereinstieg der Frau mit ihnen "nichts zu tun" habe.

3. Erwartungen der Frauen und der Arbeitgeber an den Wiedereinstieg passen nicht automatisch zueinander. Das beginnt bei der Arbeitszeit, geht über die Frage der richtigen und notwendigen Weiterbildung bis zu den Fragen der "passenden" Aufgabenprofile für die neue Kollegin. Zahlreiche Unternehmen haben das Potenzial der Wiedereinsteigerinnen noch nicht ausreichend für sich erkannt.

Motive für den Wiedereinstieg in den Beruf

Für 70 Prozent der Frauen, die ihre Berufstätigkeit für mehr als fünf Jahre unterbrechen, ist der berufliche Wiedereinstieg eine wichtige Option. Ihre vordringlichen Motive sind:

1. Der Beruf ist wichtig für das Selbstwertgefühl (69%)

2. Geld verdienen für die Existenzsicherung der Familie (69%)

3. Eigenes Geld verdienen (68%)

4. Etwas tun für die finanzielle Sicherung im Alter (67%)

5. Nicht nur als Hausfrau und Mutter wahrgenommen werden (51%)

6. Eigene berufliche Herausforderung suchen (50%).

Weitere Befunde der Studie

95 Prozent der Frauen, die mit ihrem beruflichen Wiedereinstieg beschäftigt waren oder sind, bestätigen, dass ihre Berufsrückkehr nur mit der Unterstützung der ganzen Familie gelingen kann. In 57 Prozent aller Fälle muss die Frau ihren beruflichen Wiedereinstieg allerdings allein bewältigen, für den Partner veränderte sich nichts. Nur sieben Prozent der Partner reduzieren ihre eigene Arbeitszeit, bzw. konnten sie reduzieren. 27 Prozent der Berufsrückkehrerinnen denken ernsthaft über einen erneuten Ausstieg nach, weil sie mangels Unterstützung Familie und Beruf nicht vereinbaren können.

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