Auch bei kleinen und mittleren Unternehmen sind individuelle Maßnahmen zur Qualifizierung von Berufsrückkehrer/innen mit geringem Aufwand durchführbar. Reintegration in die Arbeitserfordernisse beginnt bereits vor dem offiziellen Arbeitsbeginn - durch so genannte Rückkehr-Gespräche mit den betreffenden Mitarbeiter/innen, um gemeinsam zu klären, ob und wie sich Arbeitszeiten und Aufgabenbereiche zukünftig ändern. Personalverantwortliche haben verschiedene Möglichkeiten, die Mitarbeiter/innen nach einer Familienphase wieder in den Beruf zu integrieren.
Was bedeutet Berufsrückkehr?
Qualifizierte und routinierte Angestellte sind für Unternehmen die wichtigste Ressource. Daher sind Personalverantwortliche natürlich daran interessiert, die betrieblichen Ausfallzeiten durch Mitarbeiter/innen in der Familienphase so kurz wie möglich zu halten. Wenn Beschäftigte spüren, dass wechselnde Prioritäten von Erwerbstätigkeit und Familienphase im Unternehmen anerkannt sind, ist es einfacher, die Interessen des Unternehmens mit den Wünschen der Mitarbeiter/innen in Einklang zubringen. In der Praxis bedeutet dies, dass in einer solchen Unternehmenskultur auch die Angestellten daran interessiert sind, die Erwerbstätigkeit nur für einen kurzen Zeitraum zu unterbrechen, um wieder zügig ins Berufsleben einzusteigen vorausgesetzt von Arbeitgeberseite werden praktikable Arbeitszeitmodelle angeboten.
Nicht nur Mitarbeiter/innen profitieren durch familienorientierte Personalpolitik. Im Gegenzug erhalten Arbeitgeber auf diese Weise sehr loyale und produktive Angestellte und das wirkt sich wiederum positiv aus auf Betriebsklima und die Außenwirkung des Unternehmens.
Checkliste Berufsrückkehr
* Welche Arbeitsinhalte bzw. Verantwortungsbereiche können übertragen werden?
* Sind Anpassungsqualifizierungen notwendig? Wenn ja, kann die Einarbeitung durch Kollegen erfolgen, oder sind externe Seminare erforderlich?
* Gemeinsame Besprechung aller arbeitsrechtlichen Punkte wie Zusatz-Vereinbarungen für Teilzeit, Sachbefristung etc. Individuelle Vereinbarungen für Stillzeiten, flexible Arbeitszeiten, Einsatzplanung, Pausenregelungen o. ä.
* Welche Maßnahmen sind notwendig zur Anpassung bzw. Unterstützung der veränderten Arbeitssituation? Z. B. Teilzeit, Telearbeit, Jobsharing, Homeoffice oder Teamarbeit (Klärung der Umgestaltung von Tätigkeitsbereichen anderer beteiligter Kollegen/Abteilungen).
* (Wieder-) Eingliederung der Berufrückkehrer/innen in betriebliche Strukturen, Arbeitsabläufe und Projekte.
* Welche Tätigkeiten können (dauerhaft) zu Hause erledigt werden?
* Bei welchen Tätigkeiten müssen die Angestellten zwingend anwesend sein - im Büro oder beim Kunden?
* Ist Kontinuität bei der Kinderbetreuung gewährleistet? Wie kann das Unternehmen bei der Kinderbetreuung unterstützen (Betriebskindergarten, Eltern-Kind-Büro, Elterninitiativen, Beteiligung an den Kinderbetreuungskosten)?
* Wie können Ausfallzeiten der Beschäftigten (z. B. bei Krankheit des Kindes) überbrückt werden evtl. durch Erstellung eines Notfall- bzw. Vertretungsplans?
Balance von Arbeitswelt und Familie - Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung
* Vertrauensarbeitszeit - Die Organisation der Arbeitszeit regeln die einzelnen Beschäftigten selbstverantwortlich. Voraussetzung ist, dass sie die geforderten Resultate liefern und gesetzte Ziele innerhalb der entsprechenden Zeitvorgaben erreichen.
* Versetzte Arbeitszeit - Zur Ausdehnung der Betriebszeiten können mit geringem Organisations- und Kostenaufwand versetzte Arbeitszeiten dazu beitragen, z. B. die Öffnungszeiten zu erweitern.
* Job-Sharing - Zwei Teilzeitkräfte teilen sich einen Arbeitsbereich und der Zeit-Rhythmus orientiert sich flexibel nach den betrieblichen Erfordernissen und den Bedürfnissen der Eltern. Möglich ist die Verteilung der Arbeitszeiten im Halbtagesrhythmus, oder auch in wechselnden Tages- oder Halbwochenrhythmen oder Blockarbeit von ganzen Wochen.
Teilzeit classic
Die Arbeitszeit pro Tag wird stundenweise reduziert. Durch regelmäßige und gleich bleibende Verteilung der Arbeitsstunden ist Teilzeit classic für Arbeitgeber am einfachsten umzusetzen.
Teilzeit classic vario
Die wöchentliche Arbeitszeit verteilt sich auf 2 bis 5 Tage. Dabei kann auch die tägliche, wöchentliche oder monatliche Stundenanzahl variieren. Diese Arbeitsform kann beispielsweise auch mit Telearbeit verbunden werden, zu festgelegten oder flexiblen Anwesenheitszeiten im Betrieb für Meetings etc. und von zuhause aus zur Kundenbetreuung oder bei administrativen Tätigkeiten.
Die wichtigsten Vorteile
* Bei Auftragsschwankungen kann individuell agiert werden
* Ausweitung von Betriebs- und Servicezeiten und Kostenreduzierung
* Bedarfsgerechte Verteilung von Arbeitszeiten
* Vorbeugung gegen Kurzarbeit
Quelle: www.femity.net