Berufstätige Mütter

Anna-Maria Cramer

Kinder und Job = schlechtes Gewissen ein Leben lang? Diese Mütter und ihre Töchter ziehen eine andere Bilanz. "Wie mache ich das mit Kind und Arbeit? Geht das überhaupt?" Das haben sich fast alle Mütter irgendwann gefragt.

Auch Dagmar Reiß-Fechter. Aber für sie war die Antwort klar: "Das muss gehen." Die Juristin war mitten in ihrer Referendarzeit, als sie zum ersten Mal schwanger wurde. Jetzt zu Hause bleiben? Mit so einer Ausbildung? "Da hätten doch alle in meiner Umgebung den Kopf geschüttelt." Als Erste ihre Mutter, die eine Kantine leitete und ihrer Tochter das Studium finanziert hatte. Dann die Großmutter, die als Köchin immer ein eigenes Einkommen hatte. Dagmar Reiß-Fechter hat schon in der Kindheit gelernt: Frauen, auch Mütter, gehen zur Arbeit, genau wie die Männer. Das wollte sie genauso: "Meinem Mann habe ich von Anfang an gesagt: Er kriegt mich nur mit meinem Beruf."

Mit ihrem Lebensmodell war die heute 54-Jährige in den 70er Jahren eine Exotin...

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