… allerdings in unterschiedlichem Tempo2008 wurde zum dritten Mal die Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft bilanziert: Unter den vier Zielen, die mit der freiwilligen Vereinbarung unterstützt werden, sind zwei Ziele, bei denen deutliche Fortschritte zu verzeichnen sind: Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Ausbildung von jungen Frauen und Mädchen. Bei den anderen beiden Zielen - mehr Frauen in Führungspositionen und Entgeltungleichheit - sind sich die Partner einig, dass es hier zukünftig der gleichen Dynamik bedarf, um zufrieden stellende Fortschritte zu erreichen.
Anliegen der freiwilligen Vereinbarung ist es, durch gemeinsame Anstrengung Ausbildungsperspektiven und berufliche Chancen von Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer zu verbessern, den Anteil von Frauen in Führungspositionen und in zukunftsorientierten Berufen zu erhöhen und zur Verringerung der Einkommensunterschiede von Frauen und Männern beizutragen. Partner der Vereinbarung, die im Jahr 2001 geschlossen wurde, sind die Bundesregierung und die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft - der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH).Bilanz nimmt Europa in den Blick.
Die dritte Bilanz wurde unter den Leitgedanken "Europa im Blick" gestellt. Mit Fokus auf die Ausbildungsperspektiven machen die aktuell publizierten Daten sichtbar, dass die formale Bildung von Frauen und Mädchen in Deutschland inzwischen einen hohen Stand erreicht hat. So liegt der Anteil der Frauen an den Abiturientinnen und Abiturienten bei 57 Prozent, der Frauenanteil an den Studienabsolventinnen und -absolventen ist in den vergangenen zehn Jahren um neun Prozentpunkte auf 50 Prozent gestiegen. 40 Prozent der Doktortitel und 23 Prozent der Habilitationen wurden 2005 von Frauen erworben - fünf Jahre zuvor waren es 34 beziehungsweise 18 Prozent. Der Anteil der Frauen unter den jungen Handwerkern mit Meistertitel ist kontinuierlich gestiegen. Und um mehr Frauen für Ausbildungen in naturwissenschaftlich-technischen Fächern zu interessieren, hat das Bundesbildungsministerium zeitgleich mit Veröffentlichung der 3. Bilanz den Pakt für Frauen in mathematischen, ingenieur- und naturwissenschaftlichen sowie technischen Berufen (MINT-Berufe) initiiert.
Bei der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat es in den letzten Jahren in der Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft die größten Erfolge gegeben. Zahlreiche Initiativen und Programme, die in der Wirtschaftspraxis engagiert umgesetzt werden, werden in der Bilanz vorgestellt. Noch zu wenige Frauen in Führungspositionen.
Die Bilanz zeigt aber auch, welche Herausforderungen noch zu bewältigen sind. Frauen sind in Führungspositionen in Deutschland nach wie vor unterrepräsentiert. So sitzt beispielsweise in nur einem der 100 größten deutschen Unternehmen eine Frau im Vorstand. Außerdem hat Deutschland mit 43 Prozent europaweit den geringsten Anteil von Frauen mit Kindern in Führungspositionen. Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, bedingt nicht zuletzt durch unterbrochene Erwerbsbiographien, sind in Deutschland weiterhin sehr hoch.
Quelle: www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/gleichstellung,did=111912.html