Familie wird zum Megathema

6 June 2005

Internetredaktion des BMFSFJ vom 06.06.05
Renate Schmidt, Liz Mohn und Ludwig Georg Braun ziehen Zwischenbilanz der "Allianz für die Familie" und starten Mittelstandsportal.Die Zukunft unseres Landes ist eng mit der Zukunft der Familie verbunden.

Wo Familien gut leben und arbeiten, entstehen wirtschaftliches Wachstum, Stabilität im Zusammenleben und persönliche Zuversicht. Diese Erkenntnis hat die "Allianz für die Familie" von Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften in den zwei Jahren ihres Wirkens verbreitet. Sie hat Lösungen initiiert, wie Familie und Beruf besser zu vereinbaren sind, wie die Wünsche junger Menschen in höhere Geburtenraten münden und Kinder früh gefördert werden können. Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Liz Mohn und der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Ludwig Georg Braun gaben in Berlin einen Ausblick auf neue Projekte der "Allianz für die Familie" und stellten das Internetportal www.mittelstand-und-familie.de vor.

"Familie wird zum Megathema. Wir haben es erreicht: Es gibt einen Perspektivwechsel, einen Politikwechsel und einen Klimawechsel - für eine Zukunft mit mehr Kindern. Familie darf nicht primär als Last begriffen werden, sondern vor allem als Glück und als Chance", erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt. "Der Leitgedanke unserer "Allianz für die Familie" ist angekommen: Familie bringt Gewinn. Wir haben noch viel vor, um Deutschland in Europa zu einem Vorbild für Familienfreundlichkeit zu machen. Ich schlage vor, uns im europäischen Vergleich regelmäßig zu messen."

Die "Allianz für die Familie" wird in der näheren Zukunft drei Schwerpunkte setzen: Sie will sich für die Verbesserung der Kinderbetreuung einsetzen, die Bedingungen für den Wiedereinstieg nach der Familienphase verbessern und für mehr familienfreundliche Maßnahmen in betrieblichen Vereinbarungen werben. In der "Allianz für die Familie" arbeiten das Bundesfamilienministerium und die Bertelsmann Stiftung seit August 2003 eng mit den Spitzenpersönlichkeiten aus Wirtschaft und Gewerkschaften zusammen. Kirchen, Familien und Wohlfahrtsverbände unterstützen die Allianz. Zahlreiche Studien untermauern inzwischen, dass Investitionen in Familienfreundlichkeit nicht nur von Eltern erwünscht sind, sondern einen Wettbewerbsvorteil bieten und betriebswirtschaftlich hohe Renditen erzielen. 150 Lokale Bündnisse für Familie, die für über 19 Mio. Menschen stehen, verbessern die Infrastruktur für Familien vor Ort; an über weiteren 150 Standorten werden Bündnisgründungen vorbereitet.

Unter dem Dach der "Allianz für die Familie" startet ein neuer Service für Arbeitgeber von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Unter www.mittelstand-und-familie.de finden Sie rentable Lösungsvorschläge für Arbeitszeitmodelle, für Elternzeit- und Kontakthalteprogramme sowie für Beschäftigte, die Angehörige pflegen. "Mit dem neuen, von der Bertelsmann Stiftung verantworteten Informationsportal "Mittelstand und Familie" wollen wir die Erfolgsfaktoren der partnerschaftlichen und menschlichen Führung in der mittelständischen Wirtschaft fördern", unterstrich die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung Liz Mohn. "Wir bieten mit dem in Deutschland einzigartigen Portal eine "virtuelle" Personalabteilung zum Thema Familienfreundlichkeit, wo Arbeitgeber und Arbeitnehmer alle relevanten Informationen aus einer Hand finden. Das Portal ist sehr umsetzungsorientiert und präsentiert Maßnahmen, die sich in der Praxis für den Mittelstand bewährt haben. Im Vordergrund stehen einfache, aber effektive und kostengünstige Instrumente".
"Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sich Familienfreundlichkeit lohnt. Dazu hat die "Allianz für die Familie" entscheidend beigetragen", hob DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun hervor. Auch in der IHK-Organisation sei Familienfreundlichkeit ein zunehmend wichtiges Thema. Braun: "Heute gibt es in jeder der 81 IHKs einen persönlichen Ansprechpartner. Mehr als 50 Prozent der IHKs sind inzwischen zudem aktive Partner bei lokalen Bündnissen für Familie, weitere setzen sich außerhalb dieses offiziellen Netzwerkes ein." Vor Ort komme es in Zukunft vor allem darauf an, betonte der DIHK-Präsident, dass staatlich angebotene Kinderbetreuung und familienbewusste Personalpolitik stärker Hand in Hand arbeiteten.

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun rufen in ihrem gemeinsamen Strategiepapier "Familie wagen - mit Zuversicht in die Zukunft! zu weiteren Schritten für mehr Familienfreundlichkeit auf. "Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wollen ihre Zusammenarbeit auf diesem Feld weiter ausbauen",heißt es. Sie plädieren für eine Fortentwicklung der Absetzbarkeit der Betreuungskosten für Erwerbstätige und für eine Bündelung der staatlichen Leistungen des Bundes in der Familienförderung. Sie werden sich dafür einsetzen, auch die lokalen Bündnissen für Familie über Bürgerstiftungen zu fördern. Ein Dreiklang aus Elternzeit, neuem Elterngeld und Kinderbetreuung mit guten Wahlmöglichkeiten soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern. Familiennahe Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Angebote für Privathaushalte gewinnen zunehmend an Bedeutung; sie sollen professionalisiert und ausgebaut werden. Die Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen kann ein attraktiver Baustein familienfreundlicher Unternehmenskultur werden.

PRESSE-MITTEILUNG der BMFSFJ Internetredaktion
Pressemitteilung Nr. 373/2005 - Veröffentlicht am 06.06.2005 - Thema: Familie