Frauen fehlen in der Unternehmensnachfolge, Frauen sind rar in Spitzenpositionen in der Wirtschaft, aber Frauen sind ebenfalls eine Seltenheit in Führungspositionen des öffentlichen Dienstes. Der Bericht "Frauen und Männer in Entscheidungspositionen" der Europäischen Kommission hat dies für Deutschland überdeutlich gemacht. Bei den Führungspositionen in der obersten Bundesverwaltung belegte Deutschland 2007 im EU-Vergleich den drittletzten Platz.
Während Frauen EU-weit etwas mehr als 44 Prozent der Beschäftigten ausmachen, sind nur 32 Prozent der wirtschaftlichen Führungspositionen - Hauptgeschäftsführerinnen und Hauptgeschäftsführer, Direktorinnen und Direktoren, Leiterinnen und Leiter kleiner Unternehmen - von Frauen besetzt. In großen Unternehmen ist die Unterrepräsentierung von Frauen besonders stark ausgeprägt - dort machen Männer fast 90 Prozent der Vorstandsmitglieder aus. In den vergangenen Jahren hat sich die Situation nur wenig verbessert.
Auch in der öffentlichen Verwaltung besteht nach wie vor ein großer Handlungsbedarf - vor allem in Deutschland: Mit weniger als 15 Prozent Frauen in Abteilungsleitungspositionen und keiner Frau als Staatssekretärin landete Deutschland 2007 deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 33 Prozent. Ab November 2008 wird es erstmals wieder eine beamtete Staatssekretärin auf Bundesebene geben: Cornelia Quennet-Thielen, bislang Abteilungsleiterin im Bundespräsidialamt, wird als Staatssekretärin in das Bundesministerium für Bildung und Forschung wechseln.
Quelle: BMFSFJ