… doch höhere Führungsetagen bleiben weiterhin Männerdomäne … - Hamburg (ots) -
Nach Jahren der Stagnation steigt der Anteil von Frauen in Führungspositionen auf immerhin 15,4 Prozent. Doch es sei noch deutlich mehr möglich, meint Barbara Schneider, Karriere- und Managementberaterin in Hamburg. Die positive Entwicklung sei vor allem auf den Frauenanteil im mittleren Management zurückzuführen, zeigt die promovierte Diplomkauffrau auf."Zwischen dem mittleren und dem Topmanagement herrscht immer noch eine deutliche Diskrepanz, die sich in den letzten Jahren sogar noch verstärkt hat", analysiert Barbara Schneider die aktuellen Daten der Hoppenstedt-Studie, in der regelmäßig die Anteile von Frauen in Managementpositionen untersucht werden. Besonders deutlich wird diese Diskrepanz im Mittelstand. "Die Pipeline für die erste Führungsebene ist gut gefüllt", sagt Schneider, "doch die meisten Managerinnen kommen auch in mittelständischen Unternehmen über die zweite Führungsebene nicht hinaus. Die gläserne Decke zwischen Top- und Middlemanagement hat weiterhin Bestand." In Großunternehmen hat sich der Frauenanteil im Topmananagement in den letzten fünf Jahren um immerhin 25 Prozent gesteigert. "Ein mögliches Indiz dafür, dass die vielfältigen Frauenförderprogramme wie Mentoring oder Coaching in Großunternehmen ihre Wirkung offenbar nicht verfehlt haben", meint Barbara Schneider.
Unterstützung holen sich Managerinnen laut Schneider oft auch von außen: "Weibliche Führungskräfte wissen gezieltes Einzelcoaching durch externe Berater zu schätzen, denn wer oben ist, hat wenig wirkliche Austauschmöglichkeiten", offenbart die ehemalige Managerin, die heute selbst Businessfrauen coacht. Ob mit oder ohne Unterstützung durch Mentoren oder Coaches: Frauen können laut Schneider noch viel mehr bewegen, als sie meinen: "Im Europäischen Jahr der Chancengleichheit, unter der Schirmherrschaft von Ursula von der Leyen, ist es auch an den Frauen, familienfreundlichere Unternehmensstrukturen deutlich stärker einzufordern. Denn Kind und Karriere sind mit der vielerorts herrschenden Managementkultur kaum kompatibel."
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