Gutes Klima, schlechtes Klima

Anna-Maria Cramer

Work-Life-Balance kein Problemabs. Der Zusammenhang mit der persönlichen Einschätzung der Chancen am Arbeitsmarkt drängt sich auf. Bewerten die Führungskräfte ihre Perspektiven bei einem Arbeitsplatzwechsel negativ, überlegen sie zweimal, ob sich ein Ortswechsel für den Job lohnt. Familienstand und Kinderanzahl ändern die Mobilitätsbereitschaft der Manager nicht.

Die Mehrheit der Befragten arbeitet über 49 Stunden pro Woche (58 Prozent) und ist verheiratet (87 Prozent). Die Kinderanzahl variiert stark mit dem Alter. Die Altersgruppe der unter 35-Jährigen hat zu 74 Prozent keine Kinder. Bei den 35- bis 39-Jährigen sind noch 63 Prozent kinderlos. Die 40- bis 45-Jährigen hingegen haben mit einer überwältigenden Mehrheit von rund 75 Prozent mindestens ein Kind.

Mehr als die Hälfte (60 Prozent) der Befragten ist der Ansicht, ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Beruf und Freizeit zu finden. Arbeit und Privatleben scheint aber nicht nur für die ULA-Mitglieder gut zusammenzupassen.

Eine Studie der Beratung Kienbaum Management Consultants in Zusammenarbeit mit dem Harvard Businessmanager zeichnet ein ähnliches Bild. 142 deutsche Manager wurden zu ihrem Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben befragt. Das Ergebnis: Zwei Drittel arbeiten mehr als 50 Stunden in der Woche und sind dennoch mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden.

Unter dem Strich zeigt die "Sozialenquete" gute Gründe für die positive Stimmung der Manager. Der Arbeitsplatz scheint vergleichsweise sicher, und für Freizeit und Familie bleibt ausreichend Zeit. Umstrukturierungen musste eine überragende Mehrheit der Führungskräfte bewältigen, die im Ergebnis positive Auswirkungen hatten. Nur ältere Führungskräfte schätzen ihre Chancen am Arbeitsmarkt verhalten ein.

Managerstudie: Die wichtigsten Ergebnisse,www.manager-magazin.de/fotostrecke/0,2828,23024,00.html

Quelle: Manager Magazin, August 2007