Kurzfristige Ferienbetreuung im Betrieb

Eintrag von Anna-Maria Cramer am | 0 Kommentare

Die Sommerferien sind für Beschäftigte mit Kindern oft eine kritische Zeit, denn der eigene Urlaub deckt meist nicht die Schließzeiten von Schulen und Einrichtungen ab. Auch für Arbeitgeber ist diese Zeit schwierig, denn sie wollen ihr Personal unabhängig von Ferien einsetzen und können nicht zu vielen Beschäftigten gleichzeitig Urlaub geben. Wenn Sie mehr über das Thema erfahren möchten oder an umfassenden Angeboten interessiert sind, empfehlen wir Ihnen unser ausführliches Kapitel Ferienbetreuung.Viele weitere Möglichkeit der Unterstützung von Beschäftigten mit Kindern zeigen wir Ihnen im Kapitel Kinderbetreuung. Eine frühzeitige und faire Urlaubsplanung, die die betrieblichen und familiären Belange berücksichtigt, reduziert Stress und Unmut und sichert die Einsatzfähigkeit berufstätiger Eltern. Im Abschnitt Arbeitsorganisation finden Sie wertvolle Informationen zu einer effektiven Personaleinsatzplanung.

Eine von der Firma unterstützte Kinderbetreuung kann für beide Seiten die Lösung sein: Die hier aktuell vorgestellte Ferienbetreuung ist für den kurzfristigen Bedarf konzipiert und sehr einfach und schnell umzusetzen. Sie lohnt sich schon ab einem Kind und Sie können sie ohne lange Vorbereitung oder große Kosten umsetzen. Wir vermitteln Ihnen Schritt für Schritt, was Sie dazu tun müssen.

Schritt für Schritt zu Ihrer kurzfristigen Firmen-Kinderbetreuung

  • Bedarf festellen
  • Geeigneten Raum finden
  • Betreuungspersonen suchen
  • Aktivitätenplanen
  • Spielmaterial, Essen und Getränke beschaffen

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich doch an unsere Infoline unter der Nummer 0180/3444333 - unsere Experten beraten Sie gerne!

1. Bedarf feststellen

Zuerst müssen Sie wissen, wie viele Kinder in welchem Alter zu welchen Zeiten betreut werden sollen. Davon hängt es ab, wie viel Personal Sie benötigen und welcher Raum zur Ferienbetreuung verwendet werden kann. Kleine Unternehmen kennen den Bedarf meistens oder können ihn im direkten Gespräch mit den Beschäftigten erfahren. Für größere Unternehmen empfiehlt es sich, per Aushang am schwarzen Brett, per Rundmail oder im Intranet nachzufragen, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ferien eine Kinderbetreuung benötigen. Nachfolgend finden Sie einen Textvorschlag für den Aushang oder das Rundmail. Die Anmeldungen der Eltern sollten Sie in einem Plan festhalten, ein Muster dafür finden Sie im Anhang.

2.Geeigneten Raum finden

Natürlich sollten die Kinder in den Ferien möglichst viel an der frischen Luft sein und Ausflüge unternehmen. Trotzdem ist ein Raum im Betrieb nötig, wo sich die Kinder bei schlechtem Wetter, mittags sowie zu den Bring- und Abholzeiten aufhalten können. Hier bieten sich verschiedene Möglichkeiten an: Sie können einen Pausenraum verwenden, einen Besprechungsraum, einen Teil der Kantine oder ein gerade leer stehendes Büro. Wichtig ist, dass die Kinder nicht gefährdet sind, zum Beispiel durch Maschinen oder Chemikalien, dass keine wertvolle Ausstattung beschädigt werden kann und dass die Kinder die Beschäftigten nicht stören. Wenn Sie einen Raum gefunden haben, sollten Sie mit Hilfe der unten stehenden Checkliste prüfen, ob er für die Betreuung geeignet ist und vermerken, was Sie eventuell noch umgestalten müssen (z. B. Computer wegräumen).

3. Betreuungspersonen suchen

Wie viele Betreuungspersonen Sie einsetzen müssen, hängt davon ab, wie viele Kinder betreut werden, wie alt sie sind und welches Alter und Erfahrung die Betreuerinnen haben. Wenn Sie Betreuerinnen unter 18 (z. B. Ferienjobber) einsetzen, sollte immer eine zweite volljährige Person mit dabei sein.

Beispiele für die jeweils geeignete Anzahl von Betreuungspersonen

  • 1 Kind, 2 Jahre: 1 erfahrene Betreuerin
  • 5 Kinder, 3,4,4,6,7 Jahre: 1 erfahrene Betreuerin, 1 Hilfskraft über 18
  • 8 Kinder zwischen 6 und 11 Jahren: 1 erfahrene Betreuerin, 1 Hilfskraft über 18
  • 10 Kinder, 1x 1 Jahr, 1x 2 Jahre, der Rest zwischen 5 und 8 Jahren: 2 erfahrene Betreuerinnen, 1 Ferienjobber

Möglicherweise finden Sie im Betrieb geeignete Betreuungspersonen: Vielleicht möchten Kinder Ihrer Beschäftigten (ab 16 Jahren) gerne die Betreuung als Ferienjob übernehmen. Oder Mitarbeiterinnen in Elternzeit freuen sich über diesen Einsatz, bei dem sie die eigenen Kinder mitbringen können. Weitere interne Möglichkeiten sind Pensionäre oder Pensionärinnen, Partner von Beschäftigten oder andere Familienmitglieder wie Eltern bzw. Großeltern. Wenn Sie auf diesem Weg keine oder nicht genügend Betreuungspersonen finden, können Sie diese per Aushang oder mit einer Anzeige in der Tageszeitung oder in einem Wochenblatt suchen. Platzieren Sie die Aushänge in Fach- oder Hochschulen in Ihrem Ort, zum Beispiel Universitäten oder Fachhochschulen, Fachschulen für Erzieherinnen oder Kinderpflegerinnen oder auch Gymnasien. Hier sind die Chancen sehr gut, Betreuerinnen zu finden, die in den Sommerferien Zeit haben. Ein Muster für einen Aushang oder eine Anzeige finden Sie nachfolgend. Wenn die Betreuerinnen nicht selbstständig tätig sind und eine Rechnung stellen können, empfiehlt es sich, sie kurzfristig anzustellen. Einen Vertrag für eine kurzfristige Beschäftigung finden Sie im Anhang.

4. Aktivitäten planen

Die Ferien sollen natürlich für die Kinder Wochen sein, wo sie viel erleben, an die frische Luft kommen und sich austoben können. Deshalb sollten die Betreuerinnen so oft wie möglich mit ihnen ins Freie gehen. Am besten ist eine Freifläche auf dem oder in der Nähe des Firmengelände, wo die Kinder spielen können. Wenn keine Freifläche vorhanden ist, bieten sich verschiedene Ausflüge an. Nachfolgend stellen wir Ihnen verschiedene Aktivitäten vor und was Sie dabei beachten sollten.

5. Spielmaterial, Essen und Getränke beschaffen

Eine Kindergruppe braucht Spielmaterial und Bälle, Federballspiele, Stifte und Farben etc. Am kostengünstigsten ist es, wenn Sie einfach die Eltern der betreuten Kinder bitten, Spielsachen ihrer eigenen Kinder mitzubringen. Sie sollten aber nicht vergessen, von den Betreuerinnen in einer Liste notieren zu lassen, wer was mitgebracht hat, damit sie nach dem Ende der Ferienbetreuung wieder zurückgegeben werden können. Vielleicht finden sich auch im Betrieb Sachen, die verwendet werden können, zum Beispiel Pappe zum Basteln, alte Blöcke, Briefpapier oder Tapetenreste zum Malen. Zusätzlich sollten Sie den Betreuerinnen ein kleines Budget für Anschaffungen wie Bastelmaterialien einräumen.

Außerdem brauchen die Kinder Essen und Getränke. Wenn eine Kantine im Betrieb vorhanden ist, können die Kinder dort zu Mittag essen. Steht keine Kantine zur Verfügung, können auch die Eltern abwechselnd vorbereitetes Essen mitbringen. Zusätzlich sollten immer Getränke sowie kleine Zwischenmahlzeiten (Obst, Kekse) in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die Betreuerinnen sollten bei Ausflügen ebenfalls immer etwas zu Essen und Getränke für alle Kinder mitnehmen. Da viele Eltern großen Wert auf die gesunde Ernährung ihrer Kinder legen, sollten als Getränke Wasser und zuckerfreie, gekühlte Fruchttees und nur gelegentlich (ungesüsste) Säfte und bei den Zwischen- und Hauptmahlzeiten viel frisches Obst und Gemüse angeboten werden.