Mit dem neuen "berufundfamilie-Index" ist es jedem Unternehmen möglich, das betriebliche Familienbewusstsein individuell zu ermitteln. Mit dem Instrument können Unternehmen nun erstmals selbstständig Stärken und Entwicklungspotenziale in Bezug auf das Familienbewusstsein überprüfen. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen will Betriebe auf diese Weise darin stärken, ihren Standortvorteil in puncto Familienfreundlichkeit auszubauen, um auch zukünftig gute Chancen zu haben, leistungsbereite Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und zu binden.
Der Indexwert, der aus insgesamt 21 Fragen ermittelt wird, setzt sich aus den drei wesentlichen Aspekten betrieblichen Familienbewusstseins zusammen: Die Fragen behandeln den Dialog zwischen Unternehmensführung und Beschäftigten, Leistungen in Form betrieblicher familienbewusster Maßnahmen sowie die Ausprägung einer familienbewussten Unternehmenskultur. Der Index geht damit weit über eine ausschließliche Erfassung betrieblicher Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie hinaus.
Umfrage zeigt Nachholbedarf in Unternehmen
Seine Praxistauglichkeit hat der Index bereits im Rahmen einer deutschlandweiten repräsentativen Unternehmensbefragung unter rund 1.000 Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern beziehungsweise Personalverantwortlichen bewiesen. Demnach zählen 15 Prozent der deutschen Unternehmen zur Spitzengruppe, die sich durch ein besonders hohes Maß an Familienbewusstsein auszeichnet. Neben einem breiten Mittelfeld mit Entwicklungspotenzial, dem rund 70 Prozent der Unternehmen angehören, weisen weitere 15 Prozent einen deutlichen Nachholbedarf auf.
Familienbewusstsein hängt weder von der Größe noch von der Branche eines Unternehmens ab, wie die Ergebnisse der Repräsentativbefragung zeigen: Unter den Spitzenreitern befinden sich genauso Unternehmen mit sechs wie mit 12.000 Beschäftigten. Ebenso sind sämtliche Wirtschaftszweige vertreten. Unternehmen, die das audit berufundfamilie durchgeführt haben oder sich in Lokalen Bündnissen für Familie engagieren, schneiden allerdings deutlich besser ab als der bundesdeutsche Durchschnitt.
Entwickelt wurde der "berufundfamilie-Index" vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) im Auftrag der berufundfamilie gGmbH - einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung - und mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums. Er ergänzt die bisherigen Angebote der berufundfamilie gGmbH und des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie" des Bundesfamilienministeriums, das als zentrale Plattform alle Informationen rund um das Thema Familienfreundlichkeit in Unternehmen bündelt. Das zugehörige Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" mit schon rund 1.700 Mitgliedsbetrieben steht allen Unternehmen zur Verfügung, die sich für eine familienbewusste Personalpolitik interessieren oder sich bereits dafür engagieren.
Quelle: www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=112332.html