Arbeit von zu Hause
„Arbeit von zu Hause“ meint, dass ein Beschäftigter seine Arbeitsleistungen auf Grund einer Ausnahmesituation nur vorübergehend oder kurzfristig von zu Hause aus erbringt, z. B. bei der Betreuung eines erkrankten Familienangehörigen. Gemeint ist deshalb nicht die klassische Heimarbeit, sondern vielmehr die Möglichkeit, bestimmte Aufgaben (z. B. die Vorbereitung von Besprechungen oder Referaten) zu Hause zu bearbeiten, um gleichzeitig familiären Verpflichtungen nachkommen zu können.
Telearbeit
Von Telearbeit wird gesprochen, wenn ein Beschäftigter seine Arbeitsleistungen dauerhaft bzw. über einen festgelegten längeren Zeitraum hinweg von zu Hause aus erbringt. Die Nutzung von Telekommunikationsmitteln ist dabei von großer Bedeutung. Telearbeit gibt es in unterschiedlichen Varianten.
- Die Arbeitsleistungen werden ausschließlich von zu Hause aus erbracht.
- Die Arbeit wird zeitanteilig von zu Hause aus und am betrieblichen Arbeitsplatz geleistet. Es handelt sich dann um alternierende regelmäßige Telearbeit.
- Der Beschäftigte arbeitet an einem alternativen Arbeitsort, z. B. auf Reisen oder an einer zusätzlich geschaffenen Arbeitsstelle.
Die wichtigsten Modelle der Telearbeit sind:
Bei der reinen Telarbeit
- verrichtet der Beschäftigte seine ganze Arbeit von zu Hause aus oder von unterwegs
- deshalb steht im Unternehmen selbst kein Arbeitsplatz mehr für ihn bereit
- die Gefahr der sozialen Isolation ist bei diesem Modell am höchsten
Bei der alternierenden Telearbeit
- pendelt der Mitarbeiter zwischen seiner Wohnstätte und dem Betrieb als Arbeitsort
- dort existiert weiterhin ein Arbeitsplatz für ihn. Diesen teilt er sich allerdings mit anderen Telearbeitern.
- so kann die Bürofläche reduziert und umstrukturiert werden, ohne dass der Mitarbeiter die Möglichkeit verliert, auch spontan vom Unternehmen aus zu arbeiten.
Bei der mobilen Telearbeit wird zwischen
- einem temporären Arbeitsplatz, z. B. bei einem Kunden, im Hotel oder auf einer Baustelle
- und einem beweglichen Arbeitsplatz, d.h. Laptops oder Notebooks, wie sie Außendienstmitarbeiter oder Geschäftsreisende in Zügen oder Flugzeugen nutzen unterschieden.
- Beiden Formen gemein ist ihre große Ähnlichkeit mit alternierender Telearbeit. Im Unterschied zu dieser werden bei der mobilen Telearbeit die Büros jedoch nicht umstrukturiert, die mobilen Telearbeiter haben weiterhin ihren eigenen Arbeitsplatz.
Bei der projektbasierten Telearbeit
- arbeiten mehrere Personen eines oder verschiedener Unternehmen für die Dauer eines oder mehrerer Projekte per (alternierender) Telearbeit zusammen.
Mögliche Orte für Telearbeit:
Satellitenbüros sind
- dezentrale Arbeitsstätten, in das ein Unternehmen beispielsweise bestimmte Tätigkeiten oder Aufgabenblöcke auslagert
Nachbarschaftsbüros sind
- Telarbeitszentren, die von mehreren Unternehmen gemeinsam für ihre Angestellten eingerichtet werden.
- Sie liegen oft in ländlichen Regionen in Wohnortnähe der Mitarbeiter und helfen, den Pendlerverkehr zu reduzieren.
Telehäuser oder Teleservicezentren sind
- Teil des Infrastrukturangebots für die lokale Wirtschaft und
- bieten sowohl Service als auch Telearbeitsplätze
- sie werden oft in strukturschwachen Gebieten und mit staatlicher Unterstützung eingerichtet
Virtuelle Unternehmen sind
- Ein Verbund rechtlich unabhängiger und räumlich getrennt aktiver Einzelpersonen oder Kleinstunternehmen, die ihre Arbeitsleistungen in Telearbeit verrichten.
Flankierende Maßnahmen zur Unterstützung der Mobilität
- Vermittlung von Fahrgemeinschaften
- Ausstattung mit Laptop
- Vermittlung von Wohnraum
- Relocation-Service/Umzugsservice
Autor: Angela Fauth-Herkner