Einrichtungen - Kosten

Die Kosten für betrieblich unterstützte Kinderbetreuungseinrichtungen lassen sich am besten erheben, wenn zunächst die gesamten Kosten und anschließend deren mögliche Finanzierung betrachtet werden:

  1. Die Vollkosten: Was kostet die Betreuung tatsächlich?
  2. Öffentliche Förderung: Die Beteiligung der öffentlichen Hand an den Kosten
  3. Betriebliche Förderung: Die Beteiligung der Firma an den Kosten und Möglichkeiten, diese von der Steuer abzusetzen
  4. Elternbeiträge: Die Beteiligung der Eltern an den Kosten 

Auch in der Planungsgrundlage, auf die im Teil Umsetzungsschritte näher eingegangen wird, werden die wesentlichen Faktoren genannt, die die Gesamtkosten beeinflussen. Die Musterkalkulation zeigt Ihnen, wie sich die Kosten im Einzelnen zusammensetzen können. Für Ihre eigene Kalkulation steht Ihnen ein einfaches Planungstool zur Verfügung.

Download: Planungsgrundlage ; Musterkalkulation ; Planungstool

Zusätzlich können Sie sich auch durch weitere Literatur informieren.

1. Die "Vollkosten": Was kostet die Betreuung tatsächlich?

Was kostet die Kinderbetreuung unter Einbeziehung aller Einzelkosten insgesamt und unabhängig davon, wer die Kosten trägt? Hier lassen sich zwei Bereiche unterscheiden: Die laufenden Betriebskosten und die einmaligen Investitionskosten vor Eröffnung der Einrichtung.

1.1 Die Betriebskosten pro Platz
Die Betriebskosten oder auch laufenden Kosten umfassen sowohl die Personalkosten als auch die Sachkosten wie z.B. Miete, Bastelmaterial und Verpflegung. Pro Monat betragen die Kosten für einen Platz halbtags (4 Stunden / Tag) und ganztags (8 Stunden / Tag):

  • Krippenplatz (für 0 - 3jährige): 500 € halbtags bis 1.500 € ganztags
  • Kindergartenplatz (für 3 - 6jährige): 300 € halbtags bis 1.000 € ganztags
  • Hortplatz (für 6 bis 14jährige): 300 € halbtags bis 800 € ganztags bzw. schulergänzend
  • Hochflexibler Back-up-Platz (für 0 bis 14jährige): 1.300 € bis 1.500 € ganztags

Die erheblichen Unterschiede entstehen vor allem durch folgende Faktoren:

  • Region: Die Kosten sind unterschiedlich in Ost- oder Westdeutschland und in Städten und ländlichen Regionen. Sie sind von der Arbeitsmarktlage und von den Personalpreisen abhängig.
  • Personalausstattung: Die Anzahl der Fach- und Hilfskräfte muss umso höher sein, je kleiner die Kinder sind und je höher der landesübliche Personalschlüssel ist. Eine hochwertige, bildungsorientierte Pädagogik bedarf generell einer höheren Personalausstattung – wie auch eine Einrichtung mit längeren und flexibleren Öffnungszeiten.
  • Mieten: Die Preise für Räume einschließlich Außengelände schwanken regional.
  • Öffnungszeiten: Die täglichen Öffnungszeiten (z.B. 4 -12 Stunden / Tag) und über das Jahr (mit oder ohne Schließzeiten) beeinflussen vor allem die Personalkosten.
  • Flexibilität: Nutzungsmöglichkeiten für zusätzliche Bedarfe wirken sich ebenfalls auf die Kosten aus.
  • Managementkosten: Diese sind davon abhängig, wie und mit welchem Aufwand die Einrichtung verwaltet und betrieben wird, z.B. hinsichtlich der Platzbelegung, fachlichen Begleitung, Personalbetreuung, Öffentlichkeitsarbeit, etc..
  • Besondere Angebote: Das können Angebote zur Sprachförderung oder besondere Aktivitäten und Spielmaterialien sein.

Bei der Ermittlung der Kosten ist zudem wichtig, ob sie die Verpflegungskosten beinhalten oder ob diese noch zu addieren sind.

Sie kennen Platzkosten, die deutlich niedriger liegen? Möglicherweise wurden Ihnen nur die Beiträge der Eltern genannt. Diese decken aber nur einen Teil der tatsächlichen Kosten ab. Oder es wurden nicht alle Aufwendungen eingerechnet. Besonders die Verwaltungskosten übergeordneter Behörden oder auch die mietfreie Nutzung städtischer Immobilien werden dem einzelnen (öffentlichen) Platz nicht immer als Kosten zugerechnet. In nicht in allen Kommunen ist das Controlling und die Einbeziehung aller anfallenden Kosten abschließend entwickelt.

1.2 Die Investitionskosten vor Eröffnung der Einrichtung
Die Investitionskosten für Kinderbetreuungseinrichtungen können in drei Bereiche unterteilt werden:

  • Personalkosten für Planung und Vorbereitung, z.B. für die Konzeption, Verhandlungen mit den Behörden zur Genehmigung, Begleitung der baulichen Maßnahmen, die Auswahl des Betreuungspersonals.
  • Bau- und Umbaukosten, die zum einen durch die baulichen Vorgaben in den Landesgesetzen geregelt sind und zum anderen von der gewählten Immobilie abhängen und ggf. erheblich sein können (vor allem zu Brandschutz, Fluchtwegen, Küchen- und kindgerechtem Hygienebereich).
  • Ausstattungskosten für Inneneinrichtung, Spielzeug und Außengelände.

Die Personalkosten für Planung und Vorbereitung sind bei der Literatur zum Thema bei den meisten Angaben zu Investitionskosten nicht einbezogen – diese müssen Sie entsprechend Ihrem Aufwand selbst dazu rechnen. Bei einem Neubau kann von Baukosten zwischen ca. 10.000 und 20.000 € pro Platz ausgegangen werden, bei einem Umbau je nach Aufwand zwischen 3.000 und 15.000 € pro Platz. Wenn sich der Vermieter an den Kosten beteiligt, reduzieren sich diese entsprechend. Die Ausstattung kostet je nach Qualität ab 2000 € pro Platz sowie ca. 5.000 € für die Büroausstattung.

Die Investitionskosten vor Eröffnung werden meist nicht auf die laufenden Kosten umgelegt, sondern gesondert finanziert. In den laufenden Kosten ist dagegen meist ein geringer Teil für laufende Investitionen in Ausstattung, Reparaturen u.ä. einkalkuliert.

2. Öffentliche Förderung: Die Beteiligung der öffentlichen Hand an den Kosten

Aktuelle Förderprogramme

ESF-Förderprogramm für betrieblich unterstützte Kinderbetreuung
Ein neues Programm fördert Unternehmen, die neue Betreuungsplätze für die Kinder ihrer Beschäftigten schaffen, mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. Gefördert werden können die Betriebskosten für Plätze, die Kindern von 0-3 zur Verfügung stehen.

Förderprogramm 'Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung' verlängert
Das Bundesfamilienministerium verlängert die Antragsfrist für das Förderprogramm und öffnet es für die öffentliche Kofinanzierung durch Länder und Kommunen.

Das Bundesfamilienministerium hat die Antragsphase für das im Februar 2008 gestartete bundesweite Förderprogramm Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung um ein weiteres Jahr bis Ende 2010 verlängert. Gleichzeitig wurden die Richtlinien erweitert, indem sich das Programm öffentlichen Kofinanzierungsmöglichkeiten durch Länder und Kommunen geöffnet hat. Somit können Unternehmen und Träger der Betreuungseinrichtung ab sofort auch weitere Finanzierungsquellen nutzen.

Das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Förderprogramm richtet sich an Unternehmen, die Kinderbetreuungsplätze für Mitarbeiterkinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr in bereits bestehenden oder neuen Einrichtungen schaffen.

Das Programm ersetzt in den ersten beiden Jahren maximal 50 Prozent der zuwendungsfähigen Betriebskosten, bis zu 6 000 Euro pro Platz und Jahr. Während der Förderung müssen die Betriebskosten für die Betreuungsplätze zu mindestens 25 Prozent durch die beteiligten Unternehmen kofinanziert werden. Darüber hinaus können Elternbeiträge, Eigenmittel des Trägers und/oder sonstige öffentliche (außer andere ESF-Mittel) oder private Mittel zur Finanzierung der Betriebskosten eingesetzt werden.

Weitere Informationen gibt es bei der Servicestelle Betriebliche Kinderbetreuung unter der kostenfreien Telefonnummer: 08 00/00 00-945 und im Internet: www.erfolgsfaktor-familie.de/kinderbetreuung

Einen ersten Überblick über das Förderprogramm bietet der nachfolgende Broschüre 'Förderprogramm Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung'.

Broschuere.pdf (0.37 MB)

Detaillierte Informationen zum Programm, zu den Förderbedingungen und zur Antragstellung finden Sie in der Förderfibel und in den Förderrichtlinien (nachfolgend zum Download) sowie im Internet unter www.erfolgsfaktor-familie.de.

Förderfibel.pdf (0.55 MB)

Förderrichtlinien.pdf (0.48 MB)

Hinweis: Im Hinblick auf den geforderten Nachweis einer Anschlussfinanzierung nach Auslaufen der Förderung (siehe Förderfibel Punkt 5.9) hat sich gezeigt, dass hier in der Praxis pragmatisch verfahren wird. So genügt es in der Regel, wenn der Träger plausibel darlegen kann, wie eine Anschlussfinanzierung vorstellbar ist, er muss diese aber bei Antragstellung nicht nachweisen können. Die Servicestelle berät und informiert Sie gerne ausführlich und sucht gemeinsam mit den Antragstellern individuelle Lösungen im Rahmen der Richtlinie.

Im Hinblick auf die beabsichtigte Nachhaltigkeit des unternehmerischen Engagements für die betriebliche Kinderbetreuung, sollen die beteiligten Unternehmen von Anfang an eine angemessene finanzielle Beteiligung leisten. Deshalb dürfen die Betriebskosten der neu zu schaffenden Betreuungsplätze während der Förderung durch dieses Programm nicht durch andere öffentliche Mittel gefördert werden. Demgegenüber dürfen die für die Einrichtung der neuen Betreuungsplätze entstehenden Investitionskosten mit anderen öffentlichen Mitteln, wie z.B. aus dem Investivprogramm des Bundes (nachfolgend beschrieben), gefördert werden.

Bundesinvestitionsprogramm für den Ausbau der Kinderbetreuung (0-3)
Im Rahmen des Kinderbetreuungsfinanzierungsgesetzes unterstützt der Bund seit Januar 2008 den Ausbau der Kinderbetreuung der unter Dreijährigen mit einem Zuschuss – bis 2013 – von vier Milliarden Euro. Insgesamt sollen über einen Fünfjahreszeitraum 1,85 Milliarden Euro in die beim Ausbau von Krippenplätzen zusätzlich entstehenden Betriebskosten fließen, während 2,15 Milliarden Euro als Mittel für direkte Investitionen in den Bau und Ausbau von Krippen bereitgestellt werden. Anschließend - ab 2014 - wird sich der Bund laufend mit 770 Millionen Euro pro Jahr an der Finanzierung der durch den Ausbau entstehenden zusätzlichen Betriebskosten, die über die Marge des Tagesbetreuungsausbaugesetzes (TAG) hinausgehen, beteiligen. Für Unternehmen und Beschäftigte bedeutet dieses öffentliche Förderprogramm eine absehbare Verbesserung des Betreuungsangebots für Kleinkinder aber in vielen Bundesländern auch einen leichteren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln für flexible und qualitativ hochwertige betriebsnahe Kinderbetreuungsangebote.

Links zu den Richtlinien der einzelnen Bundesländer haben wir in der nachfolgenden Übersicht für Sie zusammengestellt.

Linkliste.doc (0.35 MB)

Öffentliche Mittel für eine betriebliche Einrichtung waren lange Zeit eine Seltenheit, besonders, wenn dort ausschließlich Kinder der Beschäftigten betreut wurden. Mittlerweile erhalten einige früher rein firmenfinanzierte Betriebskitas Landeszuschüsse und/oder kommunale Zuschüsse. Zusätzlich gibt es immer buntere Fördermodelle für Kindertageseinrichtungen - auch und gerade für solche mit betrieblicher Beteiligung.

Nach wie vor sind öffentliche Mittel an Bedingungen geknüpft, die Sie bzw. Ihre Firma möglicherweise nicht einhalten wollen oder können. Dies hängt von Ihren Wünschen bezüglich des Konzeptes, dem Bedarf Ihrer Beschäftigten und den für Sie letztendlich geltenden Förderbedingungen ab.

2.1 Welche Förderbedingungen gelten für Sie?
Für Sie gelten ganz allgemein die Förderbedingungen Ihres Landes bzw. Ihrer Kommune. Möglicherweise beinhalten diese ein Modell, das sich an Betriebe richtet. Welche aktuellen Förderbedingungen für Sie gelten bzw. was möglich ist, kann Ihnen Ihr Landesjugendamt und Ihr örtliches Jugendamt (das Ihrer Stadt bzw. Ihres Kreises) mitteilen. Suchen Sie danach auch in unserer Info-Datenbank VERLINKEN!!!!!. Tipp: Möglicherweise müssen Sie etwas hartnäckiger nachfragen, weil diese Auskunft nicht jeden Tag verlangt wird. Sollten Sie gar nicht weiter kommen, wenden Sie sich an die Experten unserer Infoline VERLINKEN unter der Nummer 0180 - 3 444 333 oder per E-Mail an anfrage@mittelstand-und-familie.de.

Weiterhin können Ihnen folgende Materialien auch vor dem Kontakt mit dem Jugendamt einen Überblick verschaffen.

Finanzierungsregelungen, die grundsätzlich für Einrichtungen gelten.
Fördermodelle mit Anmerkungen zur Förderung betrieblicher Einrichtungen (5,1 MB)

2.2 Einzelne Auflagen von Fördermodellen
Mit vielen Fördermodellen wird ein bestimmtes Ziel verfolgt, wie den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz umzusetzen oder mehr Krippenplätze für erwerbstätige Eltern zu schaffen. Meist beziehen sich Fördermodelle auf "normale" öffentliche Einrichtungen. Dann müssen Betriebe, die diese Förderung bekommen möchten, ähnliche Auflagen wie öffentliche Einrichtungen erfüllen, wie etwa die Gleichbehandlung aller interessierten Eltern bezüglich der Platzvergabe (unabhängig von der Firmenzugehörigkeit), was für einen Betrieb kaum in Frage kommt. Sollen die Plätze – wie im Fall von betrieblichen Einrichtungen - für eine bestimmte Gruppe „reserviert“ sein, bedeutet dies vielerorts, dass nur ein pauschalierter Teilbetrag als Förderung gewährt wird. Nur ein Teil der Fördermodelle bezieht Firmen explizit ein. Hier gilt es also darauf zu achten, ob die öffentliche Förderung Ihr betriebliches Anliegen überhaupt ermöglicht. Darüber hinaus gilt ein Teil der Fördermodelle landesweit, andere nur kommunal. Fördermodelle können darüber hinaus unter anderem folgende Auflagen enthalten:

  • Beschränkung auf eine Altersgruppe: Möglicherweise wird nur eine bestimmte Altersgruppe gefördert, für die das Angebot ausgebaut werden soll. Derzeit ist das Anliegen vieler Länder, Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren auszubauen.
  • Trägerform: Zum Teil werden bestimmte Trägerformen vorausgesetzt, z.B. die der freien Jugendhilfe oder betriebsnahe Elterninitiativen. Privat-gewerbliche Träger werden aber z.B. in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Sachsen unter bestimmten Bedingungen auch für die öffentliche Förderung zugelassen.
  • Aufnahme in den Bedarfsplan: Förderung kann auch davon abhängen, ob die geschaffenen Plätzen in den Bedarfsplan der Kommune und ggf. des Landes aufgenommen werden. Dafür wiederum unterliegen die Anzahl der Plätze, die Altersgruppe und die angebotenen Betreuungszeiten Einschränkungen.
  • Deckelung für Platzkosten: Die Vollkosten für einen Platz können bei einer geförderten Einrichtung auf die für öffentliche Einrichtungen beschränkt sein. Alles, was den Platz teurer macht, ist damit ausgeschlossen oder zumindest nicht aus den Fördergeldern der öffentlichen Hand zu finanzieren.
  • Deckelung für Elternbeiträge: Auch die Beteiligung der Eltern an den Kosten kann auf die kommunal geltende Staffelung gedeckelt sein. Es kann aber möglich sein, für spezielle, zusätzlich buchbare Angebote gesonderte Elternbeiträge zu erheben.
  • Eingeschränkte Öffnungszeiten: Öffnungen zu sehr frühen und späten Zeiten, am Wochenende und an Feiertagen sowie über Nacht können ausgeschlossen sein und müssen gesondert finanziert werden.
  • Kein Platzsharing: Die Nutzung der genehmigten Plätze der Einrichtung (z.B. zwölf Vollzeitplätze) durch mehrere Kinder (z.B. durch 24 Halbtagskinder, vor- und nachmittags) ist - obwohl das für eine bedarfsgerechte Nutzung oft sinnvoll ist - nicht vorgesehen. Teilweise ist man aber dazu übergegangen, nicht die Plätze, sondern durch die Kinder tatsächlich genutzte Zeiten zu fördern.
  • Regelmäßige Betreuung: Die Betreuung von nicht fest in der Einrichtung betreuten Kindern in Ausnahmesituationen kann dadurch ausgeschlossen sein, dass sich die Förderung auf eine regelmäßige und dauerhafte Kinderbetreuung beschränkt. Für so betreute Kinder kann aber ein zusätzliches Angebot für Ausnahme- und Notsituationen möglich sein.
  • Aufnahme von Stadtteilkindern: Oft ist vorgesehen, dass die Einrichtung allen Kindern der Nachbarschaft potenziell offen steht – so wie bei einer öffentlichen Einrichtung (s.o.). Wer also nur Mitarbeiterkinder betreuen lassen oder über die Belegung der Plätze in jedem Fall selbst entscheiden will, ist hier stark eingeschränkt.
  • Ausschluss von Gastkindern: Kinder, die nicht aus der fördernden Kommune bzw. aus dem fördernden Land kommen, so genannte Gastkinder, werden meist nicht in die Förderung aufgenommen. Zum Teil dürfen Gastkinder gar nicht aufgenommen werden, und wenn, dann müssen sie für die Förderung herausgerechnet werden. Möglicherweise übernimmt aber deren Wohnortgemeinde einen Teil der Kosten.
  • Allgemeine Auflagen: Geförderte Kindertagesstätten unterliegen natürlich allen rechtlichen Vorschriften und Genehmigungsverfahren, die das Land und die Kommune für diese Einrichtungsformen vorsehen.

Zu beachten ist außerdem, dass die Höhe der vollen Platzkosten bei manchen Modellen öffentlicher Förderung v   beschränkt ist: Wenn eine Förderung erfolgt, wird meist ein bestimmter relativer Anteil gefördert (z.B. 7% der gesamten Kosten oder 30% der Personalkosten), der nicht beliebig hoch sein kann und sich meist am ortsüblichen Niveau orientiert.

2.3 Wer fördert was?
Bei der Förderung selbst gibt es schließlich verschiedene Formen.

  • Land: In manchen Modellen ist keine Länderbeteiligung vorgesehen, sondern nur eine kommunale. Sonst ist je nach Modell eine feste Beteiligung an den Personalkosten oder an den Betriebskosten Bestandteil, einige Länder gewähren auch Zuschüsse zu den Investitionen.
  • Kommune: Die Kommune trägt meist den Großteil der Personal- bzw. Betriebskosten, z.T. auch die Investitionskosten.
  • Träger/Betrieb: Manche Modelle beschränken das Unternehmen auf die Übernahme von Investitionen, in anderen ist eine Beteiligung an den laufenden Kosten vorgesehen. Einige Modelle wiederum erwarten, dass das Unternehmen die Räume stellt bzw. die Kosten dafür trägt. Bei Fördermodellen, die speziell für betriebliche/betriebsnahe Einrichtungen gelten, ist vorgesehen, dass Unternehmen bzw. Träger die Investitionskosten vollständig tragen.

3. Betriebliche Förderung: Die Beteiligung der Firma an den Kosten und Möglichkeiten, diese von der Steuer abzusetzen

Unternehmen können sich in unterschiedlichem Umfang an den Vollkosten beteiligen. Welches Modell in Frage kommt, hängt nicht nur von den Entscheidungen der Firma ab, sondern auch von den öffentlichen Förderbestimmungen ^ und der Förderpraxis auf Landes- und kommunaler Ebene sowie der Absetzbarkeit Ihrer Kosten als Arbeitgeber.

Absetzbarkeit für den Arbeitgeber
Für Ihre Kosten der Plätze in einer Kinderbetreuungseinrichtung ist wesentlich, ob Sie Ihre Ausgaben steuerlich absetzen können. Beachten Sie bitte: Die folgenden Hinweise sind keine Rechtsberatung sondern lediglich Tipps, die Sie dann z.B. von Ihrem Steuerberater verbindlich abklären lassen können.

Nach dem Einkommenssteuergesetz ist die Absetzbarkeit für Betriebsausgaben recht weitgehend: Sämtliche Kosten, die dem Unternehmen im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Kindertagesstätte entstehen, sind Betriebsausgaben und steuerlich absetzbar. Dabei ist es unerheblich, wie hoch die Kosten sind, wie alt die zu betreuenden Kinder sind, ob die Firma selbst oder ein externer Dienstleister die Einrichtung betreibt oder ob Kinder aus der Nachbarschaft oder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Firmen ebenfalls in der Einrichtung mit betreut werden, solange dies gegen Bezahlung erfolgt. Auch die Kosten für die Errichtung eines Gebäudes zur Kinderbetreuung können steuermindernd geltend gemacht werden. Der Erwerb eines Grundstückes ist dagegen keine abzugsfähige Betriebsausgabe.

Beteiligt sich Ihr Unternehmen an einer Einrichtung, die auch Beschäftigte anderer Firmen oder Stadtteilkinder nutzen bzw. dort Belegplätze für die eigenen Beschäftigten erwirbt, sind die entstehenden Kosten Betriebsausgaben und deshalb steuerlich absetzbar.

Auch eine Elterninitiative, die die Beschäftigten gründen, kann das Unternehmen in Form von Zuwendungen oder durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten unterstützen und diese Ausgaben steuerlich absetzen, sofern ein betriebliches Interesse vorliegt. Die Ausgaben des Unternehmens sind auch dann absetzbar, wenn die Elterninitiative nicht nur Eltern der Firma, sondern auch andere Eltern bzw. deren Kinder einschließt. Wenn sie als gemeinnütziger Verein organisiert ist, können die Kosten als Spende abgesetzt werden.

Beteiligungsmöglichkeiten für Unternehmen

Zu allen im Folgenden geschilderten Modellen kann sich ein Unternehmen (zusätzlich) beteiligen, indem es

  • Räume
  • Verpflegung (z.B. aus der firmeneigenen Kantine)
  • Serviceleistungen (z.B. Reparaturen)

kostenfrei bzw. -günstiger zur Verfügung stellt. Zudem beteiligen sich einige Unternehmen erheblich und meist einmalig an den Investitionskosten für den Bau bzw. Umbau und die Ausstattung der Einrichtung.

Die Beispiele sind der Broschüre „Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung“ des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahre 2002 entnommen v   ). Die Angabe der Länder dient der Orientierung, doch sind in den Ländern inzwischen auch oder stattdessen aktuellere Modelle möglich.

3.1 Das Unternehmen trägt die Kosten allein
Sowohl die Investitionskosten als auch die laufenden Kosten werden vollständig durch das Unternehmen getragen. Dieses Modell wird von manchen Betrieben für eine eigene Einrichtung zur Dauerbetreuung und meist für Einrichtungen zur Notbetreuung praktiziert. Lediglich die Essenskosten tragen die Eltern in manchen dieser Modelle selbst.

3.2 Das Unternehmen und die Eltern tragen die Kosten
Die Investitionskosten trägt das Unternehmen, wie auch den größten Teil der laufenden Kosten. Die Eltern zahlen i.d.R. den ortsüblichen, oft einkommensabhängigen Satz, der für die öffentlichen Einrichtungen gilt. Selbst bei hohen Einkommen tragen die Eltern dabei selten mehr als 30% der Vollkosten.

3.3 Das Unternehmen, die Eltern und das Land tragen die Kosten
Zusätzlich zum Unternehmen und den Eltern trägt das Land die Kosten mit. Dies kann in einem einmaligen Investitionskostenzuschuss bestehen - je nach Landesförderung und Modell der Einrichtung (siehe öffentliche Förderung v   ). Werden in der Einrichtung auch Kinder aus anderen Bundesländern (Gastkinder) betreut, werden deren Plätze i.d.R. aus der Förderung ausgeschlossen.

Beispiele:

Hessen: 78% Firma, 7% Land, 15% Elternbeiträge
NRW: 46% Landesmittel, ortsübliche Elternbeiträge und Rest Firma

3.4 Das Unternehmen, die Eltern, das Land und/oder die Kommune tragen die Kosten
Kommunen finanzieren im Wesentlichen die öffentliche Kinderbetreuung, je nach Region unter erheblicher Beteiligung der Länder. Dass zusätzlich zu Unternehmen und Eltern (und ggf. auch zum Land) auch die Kommune die Kosten für eine betriebliche Einrichtung mit trägt, ist bislang fast nur dann möglich, wenn in der Einrichtung nicht nur die Kinder einer Firma, sondern auch der Nachbarschaft bzw. der Kommune betreut werden. Dabei kann sich die Beteiligung der Kommune auf die Nachbarschaftskinder beschränken oder alle Kinder der Einrichtung, also auch die der Firma, einschließen. Ähnlich wie bei der Länderfinanzierung wird die kommunale Förderung i.d.R. nicht für Kinder aus Nachbargemeinden (Gastkinder) gewährt. Beispiele:

Baden-Württemberg: Zuschuss pro Kind/Monat durch Firma, Personalkosten durch Kommune (für Kinder der Kommune), Betriebskostenzuschuss durch Land

Baden-Württemberg: Einmaliger Zuschuss der Firma und 20% Beteiligung an laufenden Kosten, 29% Land, 25% Kommune, 25% Elternbeiträge

3.5 Das Unternehmen unterstützt eine Elterninitiative
Eine Einrichtung kann auch von einem von Eltern gegründeten Verein betrieben werden. Diese kann je nach Land, Kommune und Modell ebenfalls Länder- und kommunale Zuschüsse erhalten. Die Beteiligung des Unternehmens kann in der kostenfreien oder -günstigen Überlassung von Räumen, Verpflegung und Serviceleistungen bestehen (meist auf Spendenbasis), oder oft auch in einem erheblichen Teil der Investivkosten. In der Regel werden in den Elterninitiaven nicht nur Kinder einer Firma betreut, sondern auch aus dem Stadtteil und/oder von anderen Firmen. Beispiele:

Bayern: Räumlichkeiten und erhebliche jährliche Spende durch Firma, laufende Kosten zu 20% vom Elternverein (darin die Elternbeiträge), 40% Kommune, 40% Landkreis

3.6 Das Unternehmen kooperiert mit einer Einrichtung für Belegplätze oder Ausbau des Angebots
Ein Unternehmen kann sich auch in eine bestehende Einrichtung einkaufen. Ähnlich wie bei Elterninitiativen findet sich hier eine breite Palette an Modellen für Unternehmen, die ebenfalls von der Region, dem Land, der Kommune sowie der jeweiligen Einrichtung und ihrem Betreiber abhängen - und natürlich von den Wünschen der Firma und den Verhandlungen. Unternehmen können kleine Sachspenden leisten, Räume günstig oder kostenlos zur Verfügung stellen, direkt Geld bezahlen und sich so das Nutzungsrecht erkaufen. Mit abnehmenden Kinderzahlen ist es für manche Regionen und Einrichtungen zunehmend attraktiver, mit Unternehmen zu kooperieren, um überhaupt die vorhandenen Plätze zu belegen. Je nach Absprache sind die Geltungsdauer des erworbenen Belegrechts, die Sicherheit des Zugangs zu den Plätzen und die Konsequenzen bei Unternutzung unterschiedlich. Neben der bloßen Nutzung kann die Verhandlung mit der Einrichtung auch zu einem Ausbau des Angebotes führen (siehe oben unter 2.1).

4. Elternbeiträge: Die Beteilung der Eltern an den Kosten ^

Die Elternbeiträge für betriebliche Einrichtungen orientieren sich in aller Regel an denen, die für die öffentlichen Einrichtungen derselben Kommune gelten. Diese sind z.T. einkommens- und nutzungsabhängig bis zu einer örtlichen Obergrenze, also z.B. höher für Kinder unter drei Jahren und geringer für halb- als für ganztägige Nutzung. Die örtlichen Elternbeiträge betragen bundesweit zirka:

  • Krippenplatz (für 0-3jährige): 0 bis 500 €
  • Kindergartenplatz (für 3-6jährige): 0 bis 450 €
  • Hortplatz (für 6-14jährige): 0 bis 400 €

In manchen Kommunen sind aufgrund eines Mangels gerade an Krippenplätzen die örtlichen Elternbeiträge für städtisch getragene Einrichtungen aus politischen Gründen allerdings sehr niedrig (z.B. nicht über 100 € für alle Einkommensgruppen). Plätze privater Träger müssen aber teurer sein. So ist das örtliche Niveau für die Elternbeiträge in diesen Kommunen zweigeteilt: Es gibt die "sehr" günstigen Plätze in den städtischen Krippen und die - auch noch bezahlbaren - aber teureren der privaten Träger. In den Kalkulationen der Firma können die Elternbeiträge, besonders wenn das Angebot gut oder besonders hochwertig ist, damit an das teurere "örtliche" Niveau der Elternbeiträge angelehnt werden.

In manchen Modellen finden sich Besonderheiten: Bei Elterninitiativen ist es möglich, dass die Elternbeiträge unter dem örtlichen Niveau liegen, v.a. dann, wenn sich die Eltern wesentlich am Management oder sogar an der Kinderbetreuung, an Koch- oder Reinigungsdiensten beteiligen. Diese intensiven Formen der Elternbeteiligung nehmen allerdings eher ab. Vielerorts ist es darüber hinaus auch möglich, die Elternbeiträge in Zusammenhang mit einem besonderen pädagogischen Konzept oder besonderen Öffnungszeiten oberhalb der ortsüblichen Beiträge zu erheben. Die Betreuung in betrieblich unterstützen Einrichtungen für Notfallbetreuung ist meist völlig kostenfrei für die Mitarbeiterkinder, um die Nutzung dieses Angebotes zu fördern. Lediglich die Verpflegungskosten übernehmen in manchen Modellen die Eltern. Werden in einer Einrichtung zusätzlich zum gebuchten Platz Betreuungszeiten gebucht, ist es sehr verbreitet, dass die Eltern dafür extra bezahlen.

Grundsätzlich ist bei den Elternbeiträgen zu beachten, dass sie nicht so hoch sein sollten, dass die Nutzung für Eltern unattraktiv wird.

Zum Weiterlesen: