Hilfe- und Pflegebedürftigkeit - Überblick

Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit aufgrund von Alter, Krankheit oder einem Unfall kann Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zweierlei Hinsicht betreffen: Sie haben Angehörige, die unterstützt oder gepflegt werden müssen oder sind selbst hilfebedürftig, zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei einer chronischen Erkrankung.

Wenn Sie sich als Arbeitgeber entschieden haben, pflegende bzw. pflegebedürftige Erwerbstätige in Ihrem Unternehmen zu unterstützen, gilt es, geeignete Maßnahmen zu finden. Wie können Sie vorgehen und was müssen Sie beachten, um betriebliche Unterstützungsmaßnahmen einführen zu können? Das folgende Kapitel führt Sie Schritt für Schritt zur passenden Lösung!

Definition „Pflegebedürftigkeit“

Der Begriff Pflegebedürftigkeit ist im SGB XI festgeschrieben. Darin werden die Kriterien für den Anspruch auf Pflegeleistungen nach der Pflegeversicherung definiert. Pflegebedürftig ist danach, "wer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedarf" (§14 SGB XI).

Hilfebedürftigkeit umfasst auch Beeinträchtigungen, die weit über den Begriff des Pflegebedarfes nach SGB XI hinausgehen. Damit sind auch Personen einbezogen, die "vorrangig hauswirtschaftliche Hilfe" benötigen, ohne dass bereits ein erheblicher Pflegebedarf, der Leistungen der Pflegeversicherung begründet, vorliegt.

Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit von Angehörigen:
Mit dem steigenden Altersdurchschnitt der deutschen Bevölkerung steigt der Anteil pflegebedürftiger Menschen. Bisher wurden die Pflegeaufgaben überwiegend von Frauen geleistet, doch künftig werden zunehmend auch Männer vor dem Problem stehen, die Pflege von Angehörigen mit ihrem Beruf vereinbaren zu müssen. Das Zusammentreffen von beruflichen und pflegerischen Verpflichtungen führt oft zu einer Überlastung pflegender Angehöriger, Leistungsminderung und Fehlzeiten sind die Folge.

Hilfe- oder Pflegebedürftigkeit der eigenen Person:
Aufgrund der Einsparungen in den Krankenhäusern werden Patienten immer früher entlassen und familiäre Netzwerke zur Pflege stehen immer seltener zur Verfügung. Auch Beschäftigte selbst sind häufig auf Unterstützung angewiesen, wenn sie zum Beispiel nach einem Krankenhausaufenthalt noch eine Zeit lang Hilfe im Haushalt oder bei der Körperpflege benötigen. Immer mehr Arbeitgeber erkennen die Notwendigkeit, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Situationen zu unterstützen, nicht zuletzt, um dem Betrieb eine wertvolle Ressource zu erhalten.

Hintergrundinformationen

Fakten zur Pflegebedürftigkeit von Angehörigen: In Deutschland gibt es zurzeit ca. 1,4 Millionen Pflegebedürftige und ca. 3 Millionen hauswirtschaftlich Hilfebedürftige in Privathaushalten. Entsprechend hoch ist die Zahl der Personen, die erwerbstätig sind und gleichzeitig einen Angehörigen zu Hause unterstützen müssen.

FaktenPflegeAngehoerige.pdf (0.03 MB)

Informationen zur Pflegezeit für Angehörige von Pflegebedürftigen: Durch das Pflegeweiterentwicklungsgesetz, das am 1. Juli 2008 in Kraft getreten ist, haben Beschäftigte Anspruch auf eine Freistellung von zehn Tagen bei plötzlich auftretendem und auf eine Pflegezeit von sechs Monaten bei längerfristigem Bedarf. Weitere Informationen zur Reform der Pflegeversicherung finden Sie im Kapitel Pflege auf der Seite Recht und Steuern, die Eckpunkte des Pflegezeitgesetzes im nachfolgenden Download.

Pflegezeit.pdf (0.9 MB)

Hilfebedürftigkeit nach Krankenhausaufenthalt: Durch die Abrechnung nach Fallpauschalen, die seit dem 01.01.2005 in allen deutschen Krankenhäusern angewendet wird, werden Patienten sehr schnell aus dem Krankenhaus entlassen, auch wenn sie noch nicht vollständig geheilt sind. Somit sind immer mehr Beschäftigte selbst auf Hilfe angewiesen.

Fallpauschalen.pdf (0.3 MB)

Die häufigsten Krankheitsbilder im Alter: Um sich ein Bild von den häufigsten Alterskrankheiten und der erforderlichen Pflege machen zu können, finden Sie hier eine kurze Übersicht.

KrankheitenImAlter.pdf (0.2 MB)

Informationen zu steuerlichen Entlastungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige

Absetzbarkeit_Pflegekosten.pdf (2,1 MB)