Wie hoch die Kosten für die Inhouse-Betreuung sind, hängt von der Ausgestaltung ab: Wenn Sie einfach erlauben, dass Kinder mitgebracht werden, entstehen Ihnen keinerlei Kosten. Für die regelmäßige Inhouse-Betreuung lohnt es sich, ein Spielzimmer oder eine Spielecke einzurichten. Bei Konferenzen, Abend- oder Wochenendveranstaltungen kann es nötig sein, Betreuungspersonen bereitzustellen.
Notfallbetreuung ist kein „geldwerter Vorteil“
Wenn die Inhouse-Betreuung als Notbetreuung angeboten wird, die den reibungslosen betrieblichen Ablauf sicherstellen soll, gilt dies nicht als geldwerter Vorteil, die Beschäftigten müssen diese Leistungen nicht versteuern. Voraussetzung dafür ist, dass das Angebot allen Beschäftigten im Unternehmen zur Verfügung steht und die Kosten pauschal abgerechnet und nicht einzelnen Beschäftigten zugeordnet werden.
Unternehmen können die Ausgaben für Inhouse-Betreuung als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.
Im Folgenden sehen Sie, welche Investitionen sinnvoll sein können und wie Sie die Kosten gering halten.
Wodurch werden die Kosten für Inhouse-Betreuung beeinflusst?
Überlassen Sie soviel wie möglich den Eltern. Das Angebot, Kinder mitbringen zu dürfen, ist eine derart wertvolle Unterstützung, dass sie sicher bereit sind, Spielmaterialien und Mobiliar zu sammeln, oder günstig zu beschaffen. Oft haben Eltern ohnehin viele Gegenstände doppelt. In der Praxis fängt die Inhouse-Betreuung meist klein an, mit keiner oder wenig Ausstattung, und wächst dann langsam. Sie müssen also nicht gleich zu Beginn im großen Stil Möbel oder Material anschaffen.
Mehr zu den hier vorgestellten Maßnahmen erfahren Sie im Teil Umsetzungsschritte
- Spielmaterialien: Wenn öfter Kinder kommen, sollte ein Grundbestand an Spielmaterial vorhanden sein. Dazu gehören Farbstifte, Papier, Kinderbücher, Bauklötze, Legosteine, Plüschtiere und Puppen. Kosten: Ab 0 Euro, wenn die Eltern oder andere Beschäftigte Sachen mitbringen, für zirka 50 Euro bekommen Sie ein Grundsortiment auf dem Flohmarkt – bitten Sie Eltern, den Kauf zu übernehmen. Mit einer einfachen Quittung vom Verkäufer können Sie diese Ausgaben von der Steuer absetzen. Ein Sortiment neuer Spielsachen kostet ab ca. 250 Euro. Vielleicht finden sich im Betrieb Mal- oder Bastelmaterialien, zum Beispiel veraltete Briefbögen.
- Spielzimmer: Ein Spielzimmer oder eine Spielecke (z. B. in einem Besprechungsraum) lohnt sich, wenn Eltern und ihre Kolleginnen und Kollegen ungestört arbeiten sollen, oder wenn regelmäßig Kunden zu Ihnen kommen. Als Mobiliar brauchen Sie lediglich einen kleinen Tisch und Stühle, ein Schränkchen oder Regal für das Spielmaterial und für sehr kleine Kinder eine Krabbeldecke. Kosten: Ab 0 Euro, wenn Eltern Mobiliar zur Verfügung stellen. Kindermöbel gibt es auch oft auf Flohmärkten.
- Eltern-Kind-Arbeitszimmer: Eine gute Lösung, wenn jeweils einzelne Kinder mitgebracht werden, und deren Eltern vorwiegend am Schreibtisch arbeiten. Wenn gerade keine Kinder da sind, kann dieser Raum natürlich anderweitig genutzt werden, zum Beispiel von Praktikanten oder Aushilfen. Kosten: Wenn diese Dinge nicht ohnehin im Unternehmen vorhanden sind, brauchen Sie dafür einen Schreibtisch, einen Computer plus Telefonanlage und eine Sitzgelegenheit bzw. Krabbeldecke für die Kinder. Falls der Raum bisher kein Büro war, kommen Kosten für die Telefon- und Serverleitung dazu.
- Stillzimmer: Wenn Sie Mitarbeiterinnen in der Elternzeit einbinden oder die frühe Rückkehr von Müttern fördern möchten, empfiehlt sich ein abschließbarer Raum, der als Stillzimmer genutzt werden kann. Kosten: Auch dieser Raum kann ansonsten anders genutzt werden. Als Sitzgelegenheit empfiehlt sich ein bequemer Sessel – fragen Sie Ihre Beschäftigten, ob jemand einen guterhaltenen Sessel zur Verfügung stellen kann. Sinnvoll ist außerdem ein Wickeltisch bzw. eine Wickelauflage (kostet neu ca. 30 Euro) und ein Waschbecken.
- Verpflegung: Werden regelmäßig Kinder im Unternehmen betreut, können Sie Getränke und Snacks für die Kinder bereitstellen. Sicher sind aber die Eltern auch bereit, Verpflegung für ihre Kinder mitzubringen. Wenn die Kinder kostenfrei oder ermäßigt in der Kantine mitessen, ist das für die Beschäftigten ein geldwerter Vorteil, den sie versteuern müssen.
- Betreuungspersonal: Wenn mehrere Kinder im Unternehmen sind und die Eltern nicht gestört werden sollten, sind Betreuungspersonen nötig. Das können Babysitter sein, Beschäftigte Ihres Unternehmens, Mitarbeiterinnen in Elternzeit oder Pensionäre. Kosten: Babysitter kosten ab ca. 7 Euro pro Stunde, der Stundensatz für Mitarbeiterinnen in Elternzeit oder Pensionäre ist frei verhandelbar und kann sich an den Babysitter-Sätzen orientieren. Wenn andere Beschäftigte innerhalb ihrer Arbeitszeit die Betreuung übernehmen, entstehen Ihnen keine weiteren Kosten.
Tipp: Listen Sie alle Ausgaben für die Inhouse-Betreuung von Anfang an genau auf. Das erleichtert Ihnen die Übersicht und Sie können Ihren Beschäftigten jederzeit zeigen, wie viel Ihnen die Inhouse-Betreuung wert ist.