Eine moderne und nachhaltige Familienpolitik setzt auf die frühe und gute Förderung von Kindern, auf die wirtschaftliche Stabilität der Familien und auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter. Sie berücksichtigt dabei die geänderten Lebensumstände von Familien heute und stärkt ihre wirtschaftliche Selbständigkeit.
Nach der Einführung des Elterngeldes zu Beginn dieses Jahres konzentriert sich die Bundesregierung nun auf den qualitätsorientierten Ausbau der Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren. Schwerpunkte dabei sind familiennahe Angebote und eine vielfältige Betreuungslandschaft.
Die Entscheidung, wie Eltern ihr Familien- und Arbeitsleben gestalten, ist immer individuell und privat. Mit dem Ausbau der Betreuungsangebote sollen Familien nun die Möglichkeit erhalten, frei zu wählen, ob sie ihr Kind ganz oder teilweise zu Hause selbst betreuen wollen oder ob es in einer Einrichtung, einer altersgemischten Gruppe oder von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreut werden soll.
Eine solche Wahlfreiheit haben Eltern nur, wenn ein ausreichendes und vielfältiges Betreuungsangebot in guter Qualität zur Verfügung steht. Bund, Länder und Kommunen haben sich deshalb darauf verständigt, bis zum Jahre 2013 für rund ein Drittel der Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsangebot zu schaffen.
Der Bund wird dafür noch in diesem Jahr ein Sondervermögen in Höhe von 2,15 Milliarden Euro für Investitionen in Betreuungsplätze für unter Dreijährige einrichten. Ab 2008 stehen damit die erforderlichen Mittel bereit für Neubau, Ausbau-, Umbau-, Sanierungs-, Renovierungs-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen in Einrichtungen und in der Tagespflege. Darüber hinaus wird der Bund die Kommunen ab 2009 bis 2013 mit insgesamt 1,85 Milliarden Euro und anschließend jährlich in Höhe von 770 Millionen Euro bei den Betriebskosten entlasten.
Mit einem geplanten Anteil von 30 Prozent an den neu zu schaffenden Plätzen kommt der Kindertagespflege eine besondere Bedeutung zu. Damit sie diesen wachsenden Anforderungen gerecht werden kann, muss das Berufsbild der Kindertagesmütter und -väter weiterentwickelt werden.
Zwei wichtige Programme sorgen bereits heute für mehr Qualität in den Einrichtungen und in der Kindertagespflege:
1. Qualitätsoffensive zur frühkindlichen Bildung und Förderung
Die Qualitätsoffensive soll Projekte anstoßen, Beispiele guter Praxis auswerten und gemeinsam mit Trägern, Kommunen und Ländern neue Umsetzungswege erproben. Ziel ist ein Master-Plan für die Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern unter drei Jahren. Der Weg dorthin führt über ein umfassendes pädagogisches Konzept für diese Altersgruppe - Sprachförderung und die Übergänge vom Elternhaus in die Krippe und vom Kindergarten in die Schule stehen dabei im Mittelpunkt. Wichtig sind auch gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, damit sie ein qualitativ hochwertiges Angebot gewährleisten können. Ein Online-Portal zur Fort- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher soll dabei die Bildungsprozesse der Kinder unterstützen.
2. Aktionsprogramm Kindertagespflege
Das Aktionsprogramm Kindertagespflege soll in enger Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen und unter Einsatz moderner Informationstechnologie die Qualität der Kindertagespflege sichern und verbessern, das Personalangebot für die Tagespflege erweitern, die Infrastruktur der Kindertagespflege ausbauen und die Rolle der Eltern durch Optimierung des Vermittlungsprozesses stärken.
Quelle: www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/kinder-und-jugend,did=101022.html