Kinder sind etwas Wundervolles, sie sind der Augenstern ihrer Eltern, die Basis unserer Gesellschaft. Soweit die Theorie. In der Praxis, davon ist Corinne Maier überzeugt, gibt es viele Gründe, dem Nachwuchs abzuschwören - vierzig an der Zahl. "No Kid", die Argumente-Sammlung der französischen Publizistin und Buchautorin, stürmte die Bestsellerlisten ihrer Heimat, dem Vorzeigeland neben Schweden, in dem Kind und Karriere so vermeintlich leicht zu vereinbaren sind und die Geburtenrate aus Sicht von Demographen und Politik beneidenswert hoch ist. In Frankreich werden 42 Prozent der unter Zweijährigen in Krippen betreut, hierzulande sind es gerade mal 14 Prozent...
Hamburg (ots) - Die Geburtenschwäche in Deutschland kann mit zusätzlichen staatlichen Zahlungen an Familien nicht überwunden werden. Das geht aus dem siebten Familienbericht der Bundesregierung hervor, der der ZEIT vorliegt. Stattdessen müsse es vor allem jungen Müttern leichter gemacht werden, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, stellen die von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt beauftragten Experten in ihrem 500-Seiten-Werk fest, das kommende Woche veröffentlicht werden soll. In der Studie heißt es über junge Frauen: "Ihre Doppelorientierung auf Familie und Beruf kollidiert mit den steigenden Anforderungen in der Erwerbswelt (...). Diese biografischen Entscheidungsdilemmata führen entweder zum Verzicht auf die Gründung einer Familie oder aber zu einer erheblichen Doppelbelastung bei Berufstätigkeit."
Der demografische Wandel gehört zu den zentralen Herausforderungen denen sich Europa in den kommenden Jahren gegenübergestellt sieht. Eine Gruppe von hochrangigen Regierungssachverständigen unterstützt seit Beginn des Jahres die Europäische Kommission bei der Analyse der demografischen Trends und der Suche nach Erfolg versprechenden Optionen. Ein erstes vorbereitendes Treffen im Januar zeigte, dass ein großer Bedarf nach Beratung und Austausch zwischen den einzelnen Mitgliedsländern besteht. Die aus Vertretern aller Mitgliedsstaaten zusammengesetzte Expertengruppe "Demografie und Familie" ist ein neues Gremium der Europäischen Kommission zu familienpolitischen Fragen. Auftrag der Gruppe ist es, innovative Ansätze auszutauschen, gute Beispiele zu identifizieren und eigene Vorschläge zu unterbreiten. Sie unterstützt die Kommission darin, Empfehlungen entlang aktueller Forschungsberichte zu formulieren und Umsetzungen in Mitteilungen der Europäischen Kommission vorzunehmen. Die Bundesregierung wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in der Gruppe vertreten.
Jammertal Deutschland! Zentrale soziale Fragen, die in unseren Nachbarländern in den letzten Jahren längst zufrieden stellend gelöst wurden, wie z.B. frauenfreundliche Familienpolitik, scheinen bei uns noch immer unlösbar. Kinder sind für Familien ein Armutsrisiko und Eltern unsicher wie nie zuvor: Es gilt, immer mehr zu arbeiten, mehr Abgaben zu zahlen um am Ende immer weniger Geld zur Verfügung zu haben. Zu dem haben Familien kaum Lobby, da die Mehrzahl der mittelständischen Familien aufgrund der Belastungen zwischen Job und Erziehung zu ausgepowert sind, um effektiv für die eigenen Interessen eintreten zu können.
Bundesfamilienministerin legt Evaluation des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser vor.
Deutsches Institut für Menschenrechte weist auf Missstände in der Altenpflege hin Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat anlässlich der Vorstellung des zweiten Prüfberichts des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDS) erneut darauf hingewiesen, dass es in Deutschland "strukturelle menschenrechtliche Defizite" in der Altenpflege gebe. "Die Mängel betreffen so viele Personen und so wesentliche Bereiche der Pflege, dass man davon ausgehen muss, dass sie strukturbedingt sind", erklärte Valentin Aichele, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte.
Mit den Deutschen verschwindet allmählich das Deutsche. Lesen Sie im siebten Teil der Serie 'Das deutsche Drama', warum es uns offenbar egal ist.
Deutsche Frauen bekommen im Schnitt nur 1,4 Kinder - was bedeutet das für die Entwicklung Deutschlands? Und wie kann einer schrumpfenden Gesellschaft entgegengewirkt werden?
Ein dramatischer Trend erfasst die Kommunen in Ostdeutschland: Der unverminderte Zug der Jungen gen Westen verschärft die Überalterung der Gesellschaft. Erstmals zeigt eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung, wie massiv die ostdeutschen Großstädte in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen werden und was das für sie bedeutet.
Viele Unternehmen würden ihre älteren Mitarbeiter lieber so schnell wie möglich los werden und durch Jüngere ersetzen. Auf eine Rente mit 67 sind die meisten Betriebe nicht vorbereitet.