Wie kann ein Arbeitsfeld gestaltet werden, dass beiden Geschlechtern optimale Vorraussetzungen bietet, alle Potenziale zu entfalten? Forscher stellen sich diese Frage immer wieder.
Denn durch Experimente von Verhaltensökonomen ist empirisch belegt: Frauen schrecken vor hochkompetitiven Jobs zurück. Ökonomen des WZB fanden nun heraus: Der Geschlechterunterschied löst sich auf, wenn die Wettbewerbe nicht von Einzelnen, sondern von Teams ausgefochten werden.
Männer und Frauen haben eine unterschiedliche Vorliebe für Leistung unter Wettbewerbsdruck. Was nach Klischee klingt, ist durch Experimente von Verhaltensökonomen empirisch belegt. Eine neue WZB-Studie setzt bei dieser Erkenntnis an und untersucht, ob der Wettbewerb in Teams Frauen eher zum mitmachen motiviert. Die Forscher gingen zwei Fragen nach: 1. Bringen konkurrierende Zweier-Teams bessere Kandidaten an den Start als der individuelle Wettbewerb? 2. Gibt es im Teamtunier eine ausgeglichene Teilnehmerzahl von Frauen und Männern? Die Ergebnisse zeigten: Der Geschlechterunterschied löst sich auf, wenn die Wettbewerbe nicht von Einzelnen, sondern von Zweier-Teams ausgefochten werden. Allerdings nicht etwa, weil jetzt mehr Frauen in den Wettbewerb eintraten, sondern weniger Männer. In den Experimenten verzichteten vor allem die leistungsstarken Männer auf den Wettbewerb im Zweier-Team.
Um dieses Verhalten zu ergründen, veränderten die WZB-Forscher die Regeln des Experiments. Anstatt den Teilnehmern – wie zunächst geschehen – einen unbekannten Partner zur Seite zu stellen, wurde ihnen nun ein Partner auf ähnlichem Leistungsniveau wie sie selbst garantiert. Und schon traten die leistungsstarken Männer wieder zum Wettbewerb an. Denn jetzt waren sie die Sorge vor einem möglicherweise unmotivierten Teampartner los.
Die WZB-Wissenschaftler stellten also fest: Unter Umständen bleiben die Besten den Teamwettbewerben fern und senken damit die Gesamt-Leistungsstärke unter konkurrierenden Teilnehmern und Teilnehmehmerinnen. Wer Wettbewerbe im Zweier-Team auch für die Besten attraktiv machen will, muss eine Zusatzregel berücksichtigen – er muss den männlichen Teilnehmern einen gleichstarken Partner zusichern.
Die Frage nach den Ergebnissen des Teamwettbewerbs lässt in diese Untersuchung jedoch offen. Etliche Studien belegen, dass gemischte Teams aus Männern und Frauen zu den höchsten wirtschaftlichen Ergebnissen in Unternehmen führen.
Über das Experiment wird in der aktuellen Ausgabe der Vieteljahreszeitschrift WZB-Mitteilungen berichtet.
www.wzb.eu/sites/default/files/publikationen/wzb_mitteilungen/wm132.15-17.pdf