Schwangerschaft & Mutterschutz - Überblick

Die Lebensphase der Schwangerschaft und des Mutterschutzes ist für Frauen und ihre Erwerbstätigkeit bedeutungsvoll.

„Werdende Mütter sollen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen ihr Zustand bekannt ist“ (§ 5 Abs. 1 MuSchG). Die meisten Schwangereren unterrichten ihren Arbeitgeber jedoch erst gegen Ende des dritten Monats oder noch später, da ab diesem Zeitpunkt das Risiko einer Fehlgeburt deutlich sinkt.

Mit der Schwangerschaft einer Mitarbeiterin verändert sich auch für ihren Arbeitgeber vieles. Deshalb sollte das gemeinsame Vorgehen so früh und so weit wie möglich abgestimmt werden.

Was verändert sich unmittelbar?

Für Arbeiten, die mit einer besonderen Belastung oder Gefahr verbunden sind (schweres Heben, Tragen, Strahlungen, Chemikalieneinwirkungen, Nachtdienste u.ä.) dürfen schwangere Beschäftigte nicht mehr eingesetzt werden (s. Schwangerschaft / Mutterschutz - Recht & Steuern). Mehrarbeit und Nacharbeit sind generell nicht zulässig, weshalb für diese Fälle eine dauerhafte Umorganisation erforderlich ist.^

Viele Schwangere sind weniger konstant belastbar als zuvor. Zusätzliche späte Termine oder Dienstreisen können für sie eine gesundheitliche Gefährdung darstellen und auch eine kurze oder längere Krankschreibung ist bei Komplikationen nicht auszuschließen. Hier müssen, ähnlich wie bei einem Mitarbeiterausfall durch andere Krankheiten, gegebenenfalls kurzfristig Ersatzkräfte organisiert werden.

Es verbleiben in jedem Fall mehrere Monate  um die Zusammenarbeit bis zum Beginn des Mutterschutzes zu gestalten und Vertretungsarrangements für die Zeit des Mutterschutzes von insgesamt ca. 14 Wochen vorzubereiten.
(Details zu den Zeiträumen siehe Schwangerschaft / Mutterschutz - Recht & Steuern).

Ist eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses beabsichtigt, sollte über die Zeit nach der Mutterschutzfrist (vgl. Elternzeit / Rückkehr) frühzeitig gesprochen werden. Dabei kommt es darauf an, wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber das bisherige Arbeitsverhältnis bewerten. Gab es Spannungen, wird die Schwangerschaft möglicherweise von einer oder auch beiden Seiten als Gelegenheit wahrgenommen, das Ende des Arbeitsverhältnisses einzuleiten. Hat die Mitarbeiterin bisher mit Engagement gearbeitet, wird sie dies gerne bald wieder tun, was auch von Seiten des Betriebes begrüßt werden wird. ^

Für eine gute Zusammenarbeit während der Schwangerschaft, des Mutterschutzes und darüber hinaus sollten folgende Punkte unbedingt berücksichtigt werden:

  1. Reden Sie so früh wie möglich und so oft wie nötig offen miteinander.
  2. Beachten Sie die Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes.
  3. Initiieren Sie Schutzmaßnahmen für Schwangere eventuell direkt.
  4. Besorgen Sie sich alle relevanten Unterlagen und Informationsmaterial (u.a. Bundeserziehungsgeldgesetz).
  5. Diskutieren Sie die jeweiligen Vorstellungen und Wünsche sachlich.
  6. Planen Sie die Arbeitsorganisation für die Mutterschutzfrist.
  7. Bereiten Sie die Arbeitsorganisation für die Elternzeit vor.
  8. Leiten Sie eventuell (ideelle ) Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung ein.

 

Autor: Elena de Graat