Führungskräfte in Teilzeit sind Beschäftigte, die Stellen mit Dispositions- bzw. Entscheidungsbefugnis über Personen und/oder Sachmittel besetzen und deren Arbeitszeit unterhalb der betrieblichen Regelarbeitszeit liegt. In der betrieblichen Praxis findet man Führungskräfte in Teilzeit auf Abteilungsleiter- oder Gruppenleiterebene bis hin zu Produktionsleiter und Meister.
Besonders Fach- und Führungskräfte äußern immer öfter den Wunsch nach Verkürzung ihrer Arbeitzeit in bestimmten Lebensphasen. Ein Unternehmen wird diesem Wunsch nur nachkommen, wenn dies positive Auswirkungen auf die Finanzlage hat, z. B. weil so notwendige Fachkräfte gefunden werden oder gut ausgebildete Führungskräfte trotz Familienphase beim Unternehmen verbleiben. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen hängt der betriebliche Erfolg von den zum Teil langjährig im Unternehmen tätigen Führungskräften ab. Eine "lebensphasenorientierte Personalpolitik" mit interessengerechten Arbeitszeitmodellen erhöht die Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen und hilft, „Burn-Out“-Syndrome zu vermeiden. Erfahrungsgemäß gibt es kein „Standard-Modell“; insbesondere für Führungskräfte müssen betriebsspezifische und individuelle Lösungen gefunden werden, die oftmals Einzellösungen im Unternehmen bleiben. Generell sind alle Modelle gefragt, die eine hohe zeitliche Flexibilität und örtliche Mobilität ermöglichen, z.B. in Form eines flexiblen Zeitkontos. In der Praxis ist die 4-Tage-Woche häufig anzutreffen, oftmals verbunden mit dem Wunsch nach einer Kombination mit Arbeiten zu Hause bei Bedarf.

Teilzeitarbeit ist in Führungspositionen noch immer wenig verbreitet. Dennoch gewinnt dieses Thema aus mehreren Gründen an Bedeutung:
Autor: Angela Fauth-Herkner