Teilzeit in Führung- Überblick

Stimmen zur Teilzeit in Führung

  • „Ein Teilzeit arbeitender Mann ist kein ganzer Mann.“
  • „Man meint immer, die Positionen sind nicht teilbar, weil man sich selbst für so wichtig hält, aber es stimmt nicht.“
  • „Sie arbeiten eigentlich immer mehr als vier Stunden und werden noch schief angeguckt, weil sie typischerweise zu wenig tun.“
  • „Ein Nachteil ist, dass man sich selbst organisieren muss“

Kurzbeschreibung

Führungskräfte in Teilzeit sind Beschäftigte, die Stellen mit Dispositions- bzw. Entscheidungsbefugnis über Personen und/oder Sachmittel besetzen und deren Arbeitszeit unterhalb der betrieblichen Regelarbeitszeit liegt. In der betrieblichen Praxis findet man Führungskräfte in Teilzeit auf Abteilungsleiter- oder Gruppenleiterebene bis hin zu Produktionsleiter und Meister.

Besonders Fach- und Führungskräfte äußern immer öfter den Wunsch nach Verkürzung ihrer Arbeitzeit in bestimmten Lebensphasen. Ein Unternehmen wird diesem Wunsch nur nachkommen, wenn dies positive Auswirkungen auf die Finanzlage hat, z. B. weil so notwendige Fachkräfte gefunden werden oder gut ausgebildete Führungskräfte trotz Familienphase beim Unternehmen verbleiben. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen hängt der betriebliche Erfolg von den zum Teil langjährig im Unternehmen tätigen Führungskräften ab. Eine  "lebensphasenorientierte Personalpolitik"  mit interessengerechten Arbeitszeitmodellen erhöht die Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen und hilft, „Burn-Out“-Syndrome zu vermeiden. Erfahrungsgemäß gibt es kein „Standard-Modell“; insbesondere für Führungskräfte müssen  betriebsspezifische und individuelle Lösungen gefunden werden, die oftmals Einzellösungen im Unternehmen bleiben. Generell sind alle Modelle gefragt, die eine hohe zeitliche Flexibilität und örtliche Mobilität ermöglichen, z.B. in Form eines flexiblen Zeitkontos. In der Praxis ist die 4-Tage-Woche häufig anzutreffen, oftmals verbunden mit dem Wunsch nach einer Kombination mit Arbeiten zu Hause bei Bedarf.


Teilzeitarbeit ist in Führungspositionen noch immer wenig verbreitet. Dennoch gewinnt dieses Thema aus mehreren Gründen an Bedeutung:   

  • Individuelle Wünsche

    Wünsche nach Verkürzung der Arbeitszeit nehmen in gewissen Lebensphasen - z. B. bei Weiterbildungen oder Familienzeiten - bei Fach- und Führungskräften zu. Die Befragungen zeigen, dass etwa jede fünfte Führungskraft ihre Arbeitszeit für einen gewissen Zeitraum reduzieren möchte. Gewünscht werden vor allem vollzeitnahe Teilzeit-Lösungen, z.B. die 4-Tage-Woche.
  • Betrieblicher Nutzen

    Engagierte und flexible Führungskräfte tragen ein erfolgreiches Unternehmen. Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten – auch in der Arbeitszeit – sowie eine Balance von Privatleben und Beruf fördern Zufriedenheit und Motivation der Führungskräfte. Mit dem Angebot lebensphasengerechter Arbeitszeiten bindet das Unternehmen qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und beugt einem drohenden Fach- und Führungskräftemangel vor.
  • Beschäftigungseffekte

    Fach- und Führungskräfte können Einkommensverluste häufig leichter verkraften als Empfänger von Durchschnittseinkommen. Aufgrund der bestehenden Steuerprogression fällt die Nettoeinbuße bei hohen Einkommen geringer aus als im Durchschnitt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten versuchen daher Initiativen zur Beschäftigungssicherung und -förderung zumeist auch, diese Zielgruppe zu erreichen.

Autor: Angela Fauth-Herkner