Teilzeit - Überblick

Kurzbeschreibung

Unter Teilzeitarbeit ist jedes Arbeitsverhältnis zu verstehen, dessen zeitlicher Umfang unterhalb der betrieblichen Regelarbeitszeit (z.B. 38 Std. Woche) vereinbart wird. Von zeitlich sehr geringen Beschäftigungsverhältnissen (z.B. 10 bis 15 Stunden pro Woche) über die traditionelle Halbtagsarbeit bis zu vollzeitnahen Teilzeitverträgen (oberhalb von 30 Stunden) können Beschäftigte ihr Arbeitszeitmodell auswählen. Sie ist eine individualvertragliche Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich. Je nach Wunsch des Beschäftigten und nach dem betrieblichen Bedarf können Lage und Verteilung der Arbeitszeit beliebig gestaltet werden. Auf Basis einer flexiblen Jahresarbeitszeit kann entweder eine gleich bleibende Anzahl an Wochenstunden gearbeitet oder aber eine sehr ungleichmäßige Verteilung der Arbeitszeit über das Jahr gewählt werden. Das Spektrum der Modelle umfasst tägliche, wöchentliche und jährliche Arbeitszeitverkürzungen, flexible Teilzeitschichten, Formen des Job-Sharings oder der zeitautonomen Arbeitsgruppen, flexible Jahres- und Lebensarbeitszeitregelungen, Langzeiturlaube, Sabbaticals und Altersteilzeit. (siehe auch Bereichsseite Arbeitszeit) Zur Förderung von Teilzeitarbeit trat ab 01.01.2001 das Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge in Kraft.


Teilzeitmodelle: Interessengerecht und effizient?

Der Begriff Teilzeitarbeit ist noch immer negativ besetzt: Er wird assoziiert mit Halbtagsbeschäftigung, Frauenarbeit, mit wenig qualifizierter und schlecht bezahlter Arbeit. Wenn man in den Unternehmen über Teilzeitarbeit spricht, meint man oft die klassische Halbtagesarbeit, bei der i.d.R. Mütter nur am Vormittag arbeiten möchten oder können. Übersehen wird die Vielfalt kreativer, innovativer und  flexibler Formen  der Teilzeitbeschäftigung, die maßgeschneidert eingesetzt werden kann. Ziel der Teilzeitarbeit sollte es sein, sowohl  Produktivität und Flexibilität  der Unternehmen zu erhöhen, als auch den Beschäftigten  mehr Freiräume und Wahlchancen in der Arbeitszeit zu ermöglichen. Das Teilzeitangebot kann einen erweiterten Zeithorizont umfassen und sogar Regelungen auf der Ebene der Lebensarbeitszeit und damit die gesamte Erwerbsbiographie einbeziehen.

Der Wunsch nach Verkürzung der Arbeitszeit in gewissen Lebensphasen, z.B. unter Weiterbildungs- oder Familienaspekten, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine "lebensphasenorientierte Personalpolitik" mit interessengerechten Arbeitszeitmodellen bindet qualifizierte Kräfte ans Unternehmen, erhöht ihre Motivation und hilft, „Burn-Out“-Syndrome zu vermeiden.

Die praktische Ausgestaltung der Teilzeit kann im Rahmen von Gleitzeit in den unterschiedlichsten Formen umgesetzt werden, je nach Arbeitsanfall und den persönlichen Bedürfnissen der Beschäftigten.


Autor: Angela Fauth-Herkner