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BEM-Ablauf und Vorteile: Das Betriebliche Eingliederungsmanagement einfach erklärt

Auf einen Blick: Was ist ein BEM?

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist für Unternehmen in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, wenn Mitarbeiter:innen länger oder wiederholt erkrankt sind. Ziel ist eine schnelle, nachhaltige Rückkehr an den Arbeitsplatz und bestenfalls die Vermeidung erneuter Arbeitsunfähigkeit. BEM schafft Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: von Rechtssicherheit bis zur Förderung gesunder Arbeitsbedingungen.

Was ist das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM)?

Das BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement) ist ein gesetzlich verpflichtender Prozess nach § 167 Abs. 2 SGB IX.

Es dient dazu, Mitarbeiter:innen nach längerer Krankheit beim Gesundwerden und der Rückkehr in den Job zu unterstützen. Dabei werden gemeinsam mit dem/der BEM-Berater/in individuelle Lösungen erarbeitet.

  • Für wen? Für alle Mitarbeitenden, unabhängig von Krankheit oder Position.
  • Warum? Um Arbeitsplätze zu sichern und Menschen zu helfen, gesund und arbeitsfähig zu bleiben.

Wann ist BEM gesetzlich vorgeschrieben?

BEM muss angeboten werden, sobald Mitarbeitende in einem Zeitraum von 12 Monaten insgesamt länger als sechs Wochen krankheitsbedingt ausfallen – egal, ob am Stück oder mit Unterbrechungen.

Ziele des BEM

  • Arbeitsunfähigkeit überwinden.
  • Weitere Erkrankungen verhindern.
  • Den Arbeitsplatz sichern.

„BEM ist mehr als Pflicht – es ist eine echte Chance für alle Beteiligten, Arbeitsbedingungen gesund und zukunftsfähig zu gestalten!" Christiane Weidemann, Produktverantwortliche BEM beim pme Familienservice

Vorteile des BEM auf einen Blick

Für Mitarbeitende:

  • Individuelle Unterstützung und Begleitung.
  • Strukturierte Wiedereingliederung im Unternehmen.
  • Förderung langfristig gesunder Arbeitsbedingungen.
  • Offener Umgang mit Gesundheit und Krankheit.

Für Unternehmen:

  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben & Rechtssicherheit.
  • Reduzierung von Krankenständen und Ausfallkosten.
  • Stärkung der Führungs- und Sozialkompetenz.
  • Imagegewinn und positive Unternehmenskultur.

BEM-Ablauf Schritt für Schritt

  1. Einladung zum BEM-Gespräch: Arbeitgeber prüft Krankheitstage und informiert Betroffene schriftlich über das BEM-Angebot.
  2. Erstgespräch: Datenschutz, Ziele und Ablauf werden erläutert, Vertrauen und Freiwilligkeit stehen im Fokus.
  3. Maßnahmenplanung: Gemeinsame Identifikation möglicher Anpassungen oder Hilfen (z. B. ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, flexible Arbeitszeiten, persönliche Maßnahmen).
  4. Umsetzung: Maßnahmen werden konkret durchgeführt, Verantwortlichkeiten und Fristen festgelegt.
  5. Evaluation & Abschlussgespräch: Erfolg und Effektivität werden überprüft.

Beispiele möglicher BEM-Maßnahmen

  • Anpassung von Arbeitszeit oder -umfang
  • Ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes
  • Stufenweise Wiedereingliederung
  • Individuelle Weiterbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen
  • Externe Unterstützung (z.B. Sozialberatung)

Typische Herausforderungen und Fehler im BEM

  • Fehlende Unterstützung durch die Führungsebene.
  • Nicht ausreichend geschulte interne BEM-Verantwortliche.
  • Negative Kommunikation („BEM = letzte Stufe vor Kündigung“).
  • Reine Formalerfüllung statt echter Hilfe.
  • Fehlende Objektivität: BEM durch direkte Vorgesetzte kann Misstrauen wecken, besser: externe/r Berater/in oder echte Vertrauensperson im Unternehmen

Tipp: Eine offene Unternehmenskultur, klare Zuständigkeiten und ausreichend Ressourcen sind entscheidend für den Erfolg des BEM.

Wie häufig wird BEM genutzt? 

Das zeigt: Es gibt noch viele Potenziale für Unternehmen und Beschäftigte.

Was bedeutet „systemisch orientiertes BEM“?

Ein systemisch orientiertes Betriebliches Eingliederungsmanagement agiert auf vier zentralen Ebenen der Arbeitsfähigkeit:

  • Medizinische Ebene: Hier steht der Erhalt der Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Medizinische Begleitung und gezielte Maßnahmen helfen, gesundheitliche Einschränkungen frühzeitig zu erkennen und anzugehen.
  • Psychische Ebene: Es geht um Motivation und Selbstwirksamkeit der Mitarbeitenden. Individuelle Beratung und unterstützende Gespräche fördern das Vertrauen in die eigene Stärke und die Bereitschaft zur Mitwirkung.
  • Soziale Ebene: Unterstützung erfolgt durch professionelle Helfer, direkte Vorgesetzte sowie Kolleginnen und Kollegen. Ein gutes Team und ein wertschätzendes Umfeld sind entscheidend für die erfolgreiche Wiedereingliederung.
  • Betriebliche Ebene: Das Unternehmen entwickelt gezielt Unterstützungsstrukturen und gestaltet Arbeitsanforderungen sowie -bedingungen gesundheitsgerecht.

Vorteil: Ein entsprechend organisierter BEM-Prozess ermöglicht es, Früherkennung und Rehabilitation ideal zu verknüpfen – insbesondere, wenn bei wiederholter Arbeitsunfähigkeit frühzeitig (über-)betriebliche Unterstützung organisiert wird.

Darüber hinaus lassen sich Erfahrungen aus dem BEM nutzen, um chronischen Erkrankungen vorzubeugen und die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten langfristig zu erhalten.

FAQ – Häufige Fragen zum BEM

Wer hat Anspruch auf ein BEM?


Alle Beschäftigten, die innerhalb von zwölf Monaten länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind. Die Art der Krankheit spielt keine Rolle.

Ist BEM verpflichtend?


Für Arbeitgeber: ja. Für Mitarbeitende: Nein, das Angebot ist freiwillig.

Wer nimmt an BEM-Gesprächen teil?


Die betroffene Person und die/der BEM-Berater/in. Die betroffene Person entscheidet, ob z.B. Führungskraft, Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung oder externe Akteure hinzugezogen werden dürfen.

Wie wird der Datenschutz gewahrt?


Alle Informationen aus dem BEM-Prozess werden vertraulich behandelt und nur mit Zustimmung der Mitarbeitenden weitergegeben. Die Daten unterliegen dem Datenschutz und werden besonders geschützt abgelegt.

Welche Folgen drohen ohne BEM?

Ohne BEM riskieren Unternehmen rechtliche Nachteile (z. B. im Kündigungsschutzprozess) und höhere Fehlzeiten.

Welche Rechte und Pflichten haben Mitarbeitende beim BEM?


Mitarbeitende haben das Recht, das Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Sie haben Anspruch auf Vertraulichkeit. Sie sind auch verpflichtet, aktiv an möglichen Lösungen mitzuarbeiten, wenn sie die Teilnahme akzeptieren.

Kann das BEM auch bei psychischen Erkrankungen angewendet werden?


Ja, das BEM gilt unabhängig von der Art der Erkrankung, also auch bei psychischen Erkrankungen

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