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Pflegende Angehörige oft am Ende ihrer Kräfte - pme Familienservice Blog

12.12.2017
Daniel Sebastian Erler
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Pflegen bis zur Erschöpfung: Wer sich intensiv um demente Angehörige kümmert, ist oft am Ende seiner Kräfte. 59 Prozent geben dies an. Selbst im weiteren Umfeld von Menschen mit Demenz sagt jeder Dritte, oft erschöpft zu sein. Neun von zehn Angehörigen fordern mehr Unterstützung.

Das geht aus dem Pflegereport 2017 der DAK-Gesundheit hervor. Knapp jeder vierte Deutsche hat laut der repräsentativen Studie schon Angehörige mit Demenz begleitet. Wie belastend die Pflege demenzkranker Angehöriger heute ist, zeigt der Fakt, dass auch 33 Prozent derer, die  an der Betreuung von Angehörigen nicht aber an der intensiven Pflege beteiligt sind, sich oft überfordert fühlen. Neben der psychischen Belastung erhöht sich bei 29% Prozent der intensiv Pflegenden das Konfliktpotential innerhalb der Familie. Und bei 50% der intensiv Pflegenden - 32% für Betreuungsbeteiligte - ist das Privatleben durch die Betreuung stark beeinträchtigt. 

Demenz beeinträchtigt Angehörige

Angesichts dieser Belastungen wünschen sich pflegende Angehörige mehr Unterstützung. 86 Prozent der Befragten geben an, mehr finanzielle Hilfe zu brauchen. Zwei von drei möchten mehr Unterstützung durch professionelle Dienste. 60 Prozent erwarten für sich und ihre dementen Familienmitglieder mehr Selbsthilfe-, 42 Prozent mehr Informationsangebote. Jeder dritte pflegende Angehörige will Unterstützung durch Freiwillige und günstigere Möglichkeiten, sich von privaten Pflegekräften unterstützen zu lassen. 

Gerade bei der Suche passgenauer haushaltsnaher Unterstützungsangebote können Arbeitgeber ihr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Bereitstellung von lösungsorientierten Beratungs- und Vermittlungsangeboten entlasten. Denn der überwiegende Anteil der Angehörigen befürwortet eine Betreuung zu Hause (35%) oder in ambulanten Wohngruppen (22%) während nur 16% eine Betreuung in einem Pflegeheim wünschen. 

Das Problem: die Unterstützung durch ambulante Pflegedienste allein ist selten ausreichend für die Bedarfe von berufstätigen Beschäftigten und deren pflegebedürftigen Angehörigen. Und eine Ergänzung durch Haushaltsnahe Dienstleister ist wegen hoher Kosten und mangelndem Angebot oft nur schwer herstellbar. Unabhängige Beratungs- und Vermittlungsangebote können hier sicherstellen, dass pflegebedürftige und ihre Angehörigen alle ihnen zustehenden finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten erhalten und die passenden Dienstleister für ambulante Pflege und Haushalt finden.

Quelle: 
Klie, T. (2017), Pflegereport 2017. Gutes Leben mit Demenz: Daten, Erfahrungen und Praxis, DAK-Gesundheit, Hamburg.

Der DAK-Pflegereport umfasst eine repräsentative Bevölkerungsbefragung, Auswertungen  von  DAK-Daten,  qualitative  Interviews mit  Menschen,  die demenziell Erkrankte Angehörige begleitet haben, und Versorgungsbeispiele aus der Praxis.