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Führungspositionen und Vereinbarkeit – Flexibilität als Schlüssel

Auch für Führungskräfte ist Familie ein wichtiges Thema. Die Lebens- und Arbeitswelten verändern sich und entsprechend haben auch Beschäftigte in Führungspositionen neue Ansprüche an die Vereinbarkeit und das Zusammenspiel von beruflichen und familiären Aufgaben. Den Wunsch, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und Betreuungsaufgaben gleichberechtigter in der Partnerschaft aufzuteilen, haben im zunehmenden Maß auch Angestellte in leitenden Funktionen.

Die Gründe dafür liegen an neuen Lebensentwürfen, in denen die Aufgaben in der Partnerschaft nicht mehr so eindeutig zwischen „Geldverdiener“ und „Hausfrau“ aufgeteilt werden. Frauen wollen in zunehmenden Maß – auch mit Kindern und Familie – berufstätig sein und setzen dies auch immer mehr in die Tat um. Folglich müssen familiäre Aufgaben nun verstärkt zwischen den Partnern aufgeteilt werden, was auch vor Führungskräften nicht halt macht.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist noch immer viel zu gering, aber er ist in den letzten Jahren langsam gewachsen. Das hat zur Folge, dass sich Führungskultur in Unternehmen verändert. Frauen fordern selbstverständlicher flexible Arbeitsbedingungen ein und können dies wohl auch einfacher durchsetzen. So arbeiteten laut einer Studie des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) im Jahr 2009 knapp 15 Prozent der weiblichen Führungskräfte in Teilzeitmodellen, aber nur 1 Prozent der männlichen.

Insgesamt scheint es für Führungskräfte aber besonders schwierig, den Wunsch nach der eigenen familienfreundlicheren Arbeitsorganisation umzusetzen. Noch immer bestimmt mehrheitlich das Bild die Arbeitswelt, dass die Aufgaben von Führungspersonen kaum mit kürzeren oder auch flexibleren Arbeitsarrangements in Verbindung zu bringen sind. Ein sehr hohes Arbeitspensum, Personalverantwortung, ständige Verfügbarkeit und Ansprechbarkeit sind nur einige Gründe, warum Führungskräfte noch immer sehr selten Arbeitszeiten – wenn auch nur temporär – zu Gunsten von familienbedingten Aufgaben reduzieren.

Im Wettbewerb um die besten Köpfe werden gerade auch die Arbeitsbedingungen und familienfreundlichen Angebote für Führungskräfte zukünftig eine immer stärkere Rolle spielen. Ohne viel zusätzlichen Aufwand können Sie als Unternehmen attraktive Rahmenbedingungen für gute Führungskräfte anbieten.

 

Für Führungskräfte besonders geeignete familienfreundliche Lösungen

Diverse Untersuchungen und Befragungen zeigen, dass für Führungskräfte das Thema Flexibilität entscheidend bei der Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist (siehe auch weiterführende Literatur in der Infobox).

Es ist die Flexibilität bei der Gestaltung von Arbeitszeiten und auch die Flexibilität im Hinblick auf den Arbeitsort, die helfen, verantwortungsvolle Führungsaufgaben mit familiären Verpflichtungen – wie Betreuung von Kindern oder auch pflegebedürftigen Angehörigen – zu verbinden.

Im Folgenden einige besonders für Führungspositionen geeignete flexible Arbeitsmodelle:

  • Teilzeit: Teilzeittätigkeit bedeutet nicht automatisch eine Reduzierung der Arbeitszeit um die Hälfte. Eine „lange“ Teilzeitregelung oder auch „Teilzeit ‚light’“ mit einer wöchentlichen Arbeitszeit zwischen 30 und 35 Stunden kann eine attraktive Lösung für Führungskräfte sein. Die Verringerung der Arbeitszeit um wenige Stunden wöchentlich kann schon eine große Unterstützung sein, z.B. um ein Kind an einigen Nachmittagen in der Woche aus dem Kindergarten abzuholen.

 

  • Aufteilung der Arbeitszeiten: Nicht jeder Tag muss die gleiche Länge haben, um eine Führungsaufgabe verantwortungsvoll zu erfüllen. So erhöhen z.B. abwechselnde lange und kurze Arbeitstage die Flexibilität der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters für familiären Aufgaben und gleichzeitig kann die Führungsaufgabe in vollzeitnahen Umfang ausgefüllt werden.

 

  • Temporäre Teilzeitmodelle: die Vereinbarung zur Reduzierung der Arbeitszeit muss nicht auf immer und ewig in Stein gemeißelt sein. Häufig wollen Führungskräfte nur temporär ihre Tätigkeiten in Teilzeit ausführen, z.B. weil ein Kind noch klein ist oder ein Angehöriger gepflegt werden muss. Lebensumstände ändern sich immer wieder und die Arbeitsmodelle sollten daran immer wieder angepasst werden.

 

  • Job-Sharing: Beim Job-Sharing teilen sich in der Regel zwei Personen einen Arbeitsplatz (siehe auch Ausführungen unter „Flexible Arbeitszeitmodelle“), was sich hervorragend für Führungsaufgaben eignet. Die Stelle ist in Vollzeit besetzt und es ist immer eine verantwortliche Person ansprechbar, gleichzeitig können die beiden Führungskräfte ihre familiären Verpflichtungen mit einer verantwortungsvollen Position in Teilzeit verbinden. 

 

  • (Teilweises) Mobiles Arbeiten: Eine permanente persönliche Anwesenheit einer Führungskraft ist in Zeiten von Internet, Email, Mobiltelefon und den Möglichkeiten von Telefonkonferenzen, Chats oder auch Videotelefonie nicht mehr zwingend notwendig. Teilweises Arbeiten im Home Office oder Mobile Office ist daher auch für Angestellte in Führungsposition eine gute und auch oft gewünschte Option für eine bessere Vereinbarkeit.

 

Insgesamt kommt es auch bei Führungskräften darauf an, jeweils individuelle auf die spezifische Situation angepasste flexible Arbeitsmodelle zu entwickeln.

Wenn Führungspersonen im Unternehmen die Möglichkeiten haben, neben ihren verantwortungsvollen beruflichen Aufgaben auch familiäre Aufgaben zu übernehmen, kann dies eine große Motivation für andere Angestellte sein. Das Erreichen einer Führungsposition im Unternehmen heißt nicht, dass auf Familie und privates Leben verzichtet werden muss. Dies spornt an. Die Führungskräfte fungieren als Vorbilder und auch als Aushängeschilder des Unternehmens.