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Bedarfsanalyse und Entscheidungshilfe

Welche Unterstützung kann ich als Unternehmerin oder Unternehmer meinen Beschäftigten im Hinblick auf die Betreuung ihrer Kinder anbieten? Wünschen sie sich und benötigen sie überhaupt Hilfe oder ist die Betreuung bereits gut gelöst?

Bevor Sie Aktivitäten zur Kinderbetreuung starten, sollten Sie sehr genau den Bedarf und die Wünsche Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen. Denn nur dann ist eine passgenaue Unterstützung möglich, von der sowohl Sie als auch Ihre Angestellten profitieren. Die hier vorgestellte Bedarfsanalyse bietet eine Möglichkeit, die Betreuungsbedarfe in Ihrem Unternehmen herauszuarbeiten. Kennen Sie diese, können Sie anhand der ebenfalls vorgestellten Entscheidungshilfe die für Sie passendste Lösung oder auch mehrere oder kombinierte Lösungen finden.
 

Inhalte der Bedarfsanalyse

Die Bedarfsanalyse ist eine Befragung unter Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit können Sie herausfinden, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit für wie viele Kinder in welchem Alter und zu welchen Zeitpunkten Betreuung brauchen. Weiterhin können Sie feststellen, ob diese Betreuung dauerhaft oder nur unregelmäßig und in Notfällen benötigt wird, und wie viel die Betreuung die Eltern maximal kosten darf. Abgefragt wird schließlich auch, ob die Beschäftigten in den nächsten drei Jahren Bedarf an Kinderbetreuung erwarten.

Die Erhebung unter Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dient allein der Einschätzung eines Bedarfs. Sie sollten im Hinterkopf behalten, dass damit noch keine Verbindlichkeiten, weder von Ihrer Seite noch von der Seite Ihrer Beschäftigten festgehalten werden. Außerdem ist die Bedarfsanalyse eine Momentaufnahme. Auch wenn zukünftige Bedarfe erfragt werden, können sich Rahmenbedingungen auch schnell wieder ändern: auf einmal steht doch noch ein Betreuungsplatz im Wunschkindergarten in der Nachbarschaft zur Verfügung oder die ganze Familie zieht aufgrund einer beruflichen Veränderung des Lebenspartners in eine andere Stadt.

Die Bedarfsanalyse zeigt eine Tendenz auf. Benötigen Ihre Beschäftigten eher eine Unterstützung für regelmäßige Betreuung der Kinder oder sind es temporäre und unregelmäßige Betreuungslücken, die geschlossen werden müssen? Hilft schon eine Beratung und Vermittlung von Betreuungsdienstleistungen weiter oder benötigen Ihre Angestellten ganz konkrete Betreuungsplätze?
 

Durchführen der Bedarfsanalyse

Zur Ermittlung des Bedarfs an Kinderbetreuung und unterstützenden Maßnahmen in Ihrem Unternehmen können Sie einen von uns entwickelten Fragebogen nutzen. Eine schriftliche Befragung empfiehlt sich bei größeren Unternehmen, mehreren Unternehmensstandorten oder wenn viele Beschäftigte in Elternzeit sind, d. h. dann, wenn Sie den Bedarf nicht mehr persönlich ermitteln können. Für eine kleinere und überschaubare Belegschaft eignet sich als Methode eher eine Fokusgruppe, bei der in einer Workshop-Runde der Bedarf direkt ermittelt und diskutiert wird. Näheres dazu finden Sie weiter unten.

Bevor Sie eine schriftliche Befragung in Ihrem Unternehmen durchführen können, sind Sie laut § 94 BetrVG verpflichtet, die Arbeitnehmervertretung zu informieren. Daraus kann auch ein großer Nutzen entstehen, indem man den Betriebsrat mit in die Bedarfsanalyse und das Thema Kinderbetreuung einbezieht. So kann gemeinsam die Befragung geplant, durchgeführt und auch ausgewertet werden. Die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter können als Multiplikatoren die Befragung unter Ihren Beschäftigten bekannt machen.

Für das weitere Vorgehen muss entschieden werden, ob eher eine „klassische“ Form der schriftlichen Befragung gewählt wird, d.h. jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter bekommt einen Fragebogen zugeschickt. Eine zweite Option ist, eine Online-Umfrage zu erstellen und alle Beschäftigten z.B. über eine Email oder das firmeneigene Intranet zur Teilnahme einzuladen. Es sollte genau überlegt werden, welche Variante die bessere für das eigene Unternehmen ist. Sind die Mitarbeiter überwiegend mit Tätigkeiten am Computer beschäftigt, ist wahrscheinlich eine Online-Umfrage am besten geeignet. Falls jedoch der Computer nicht zum täglichen Arbeitswerkzeug gehört, sollte eher über die klassische Papierform nachgedacht werden.

Die folgenden Dokumente helfen dabei, eine eigene Bedarfsanalyse zur Kinderbetreuung vorzubereiten und durchzuführen. Gern können Sie den hier zur Verfügung gestellten Fragebogen und das dazugehörige Anschreiben für Ihre Befragung übernehmen oder als Anregung zur weiteren Ergänzung verstehen. Die Checkliste hilft, an alle wichtigen Schritte der Befragung zu denken.

Wenn die Befragung abgeschlossen und ausgewertet ist, sollten Sie die Ergebnisse im Unternehmen bekannt geben und mit geeigneten Ansprechpartnern das weitere Vorgehen diskutieren. Ob und wie Sie bzw. Ihre Firma die benötigte Kinderbetreuung betrieblich unterstützen möchten, können Sie nun besser entscheiden. Vor allem können Sie nun gezielter abwägen, ob sich der Aufbau einer eigenen Betriebskita lohnt oder ob Sie eine kleine Kindertagespflege einrichten oder ob möglicherweise eine flexiblere, weniger bindende Lösung in Frage kommt.
 

Alternativen zur schriftlichen Befragung – die Fokusgruppe

Eine weniger aufwändige Methode für kleinere Belegschaften ist ein Workshop bzw. eine Fokusgruppe zum Thema Kinderbetreuung. Diese Veranstaltung dauert ca. einen halben Tag. Sie können entweder gezielt Personen ansprechen, zum Beispiel Beschäftigte mit Kindern oder Personalverantwortliche, oder Sie halten die Veranstaltung für alle offen. Ziel ist es, einen Überblick über den möglichen Bedarf an Kinderbetreuung zu gewinnen, und darüber hinaus mögliche Formen der Kinderbetreuung zu diskutieren.

Ein inhaltliches und strukturelles Beispiel für eine Fokusgruppe findet sich im folgenden Dokument: Fokusgruppe. Mit Hilfe einer externen Moderatorin oder eines externen Moderators können sich die beteiligten Gesprächspartner auf die inhaltliche Diskussion konzentrieren.
 

Entscheidungshilfe bei der Wahl der richtigen Unterstützung

Mit den Ergebnissen aus der Befragung und/oder der Fokusgruppe kann nun diskutiert und erarbeitet werden, welche Unterstützungsleistungen Ihr Unternehmen anbieten kann. Was sind die zentralsten Bedarfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wie können Sie als Unternehmen darauf reagieren?

Mit unserer Entscheidungshilfe können Sie aus den Ergebnissen der Bedarfsanalyse passende Maßnahmen der Unterstützung herausarbeiten. Alle zur Auswahl stehenden Maßnahmen der Entscheidungshilfe werden auf der Website detailliert vorgestellt. Zur Arbeit mit der Entscheidungshilfe sind folgende Hinweise eventuell hilfreich:

  • Füllen Sie den Bogen aus. Vergleichen Sie Ihre Anforderungen mit den Angaben zu den Maßnahmen. Gibt es eine Maßnahme, die allen Ihren Anforderungen entspricht?
  • Wenn mehrere Maßnahmen interessant erscheinen, können Sie sich natürlich auch über jede informieren. Möglicherweise kommen auch mehrere Angebote für Ihre Firma in Frage.
  • Vielleicht sind Ihre Anforderungen aber auch unvereinbar. So ist es z.B. nicht sinnvoll, bei einem sehr geringen Betreuungsbedarf eine betriebseigene Einrichtung aufzubauen.