Podcast-Grafik mit den Fotos von Psychotherapeutin Stefanie Stahl und Podcast Host Olli Schmidt
Psyche

Folge 45: Emotionen verstehen und regulieren lernen

Warum reagieren wir manchmal „über“, obwohl die Situation es objektiv gar nicht rechtfertigt? Warum unterdrücken manche Menschen ihre Gefühle? In dieser Folge von „Heiter bis stürmisch“ spricht Olli mit Deutschlands bekanntester Psychotherapeutin Stefanie Stahl über Emotionsregulation.

Wie können wir lernen, unsere Emotionen besser zu steuern? Wie kann ein Blick in die Vergangenheit und auf unser „inneres Kind“ uns dabei helfen, unsere Gefühle zu verstehen?

Darum geht es in dieser Folge:

  • Warum wir unseren Emotionen nicht hilflos ausgeliefert sind
  • Warum wir in manchen Situationen überreagieren
  • Wie alte Kindheitsprägungen unsere Emotionen steuern
  • Was passiert, wenn wir Gefühle unterdrücken
  • Praktischen Soforthilfe-Tipps in akuten Situationen

Dieser letscast.fm Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von letscast.fm akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »

Auszug aus dem Podcast-Interview mit Stefanie Stahl:

Frau Stahl, sind wir unseren Emotionen ausgeliefert?

Stefanie Stahl: Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Eine ist Prävention: Ich bereite mich innerlich auf Situationen vor, von denen ich weiß, dass sie mich triggern. Zum Beispiel ein Familienfest. Eine andere ist, alte Triggerpunkte zu reflektieren, die mit der eigenen Vergangenheit zu tun haben – ich nenne das das Schattenkind. Und die dritte Möglichkeit ist, wenn die Emotion schon da ist, zu schauen: Wie komme ich wieder raus?

Woran merke ich, dass ich Probleme habe meine Emotionen zu regulieren? 

Wenn ich immer wieder emotional überreagiere – in Wut, Kränkbarkeit, Eifersucht. Oft merkt man das erst im Nachhinein. Oder wenn man zu wenig fühlt. Es gibt Menschen, die funktionieren sehr stark, aber haben wenig Zugang zu ihren Gefühlen. Beide Richtungen können problematisch sein: zu starke Gefühle oder zu wenig Gefühl.

In ihrem Buch sprechen Sie vom "inneren Kind". Was meinen Sie damit?

Ich mache es ganz konkret an einem Beispiel, das auch in meinem Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ ein Leitbeispiel ist: Michael, der mit drei Geschwistern aufgewachsen ist. Die Eltern waren selbstständig und hatten eine Bäckerei und waren wirklich sehr überfordert, all ihren Kindern Aufmerksamkeit zu schenken. Deswegen fühlt sich der kleine Michael oft übersehen. Kleine Kinder fühlen und denken dann nicht, Mama und Papa sind total überfordert. Sie fühlen und denken: Ich bin der Fehler. Ich falle zur Last. Ich bin nicht wichtig. 

Und so kommen innere Glaubenssysteme zustande. Als Erwachsener wird Michael zum Beispiel getriggert, wenn er in Situationen kommt, wo er sich übersehen und nicht richtig wahrgenommen fühlt – zum Beispiel, wenn seine Freundin paar Minuten zu spät zur Verabredung kommt. Dann fühlt er sich wieder nicht gesehen, wird wütend und es kommt zum Streit. Diese alten Prägungen laufen automatisch ab, ohne Entscheidungsfreiheit.

Das heißt, die Wut überdeckt die eigentliche Kränkung?

Wenn Michael seine Prägung kennt, kann er sich ertappen, auf sein erwachsenes Ich umschalten und sich selbst beruhigen. Denn es geht nicht um das, was passiert, sondern wie ich es interpretiere.

Wo kann ich anfangen, etwas zu verändern?

Der wichtigste Schritt ist der Blick in die Vergangenheit: Wie wurde in meinem Elternhaus mit Gefühlen umgegangen? Welche Glaubenssätze habe ich entwickelt? Zum Beispiel: Ich genüge nicht, meine Bedürfnisse zählen nicht. Diese Prägungen bestimmen, wie wir uns und die Welt wahrnehmen. Die gute Nachricht ist: Man kann sie verändern.

Viele haben dabei Schuldgefühle gegenüber den Eltern.

Ja, das hängt mit kindlicher Loyalität zusammen. Aber diese Prägungen sagen nichts über den eigenen Wert aus, sondern über die Überforderung der Eltern. Eine gesunde Ablösung ist wichtig, um den eigenen Weg zu gehen.

Heiter bis stürmisch – der Alltags-Podcast mit Olli Schmidt 

Willkommen bei "Heiter bis stürmisch" – dem Alltags-Podcast. Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt: Das Leben hat Höhen und Tiefen. Genau darum geht es bei uns: um die alltäglichen Krisen wie Streit mit dem Partner oder der Partnerin, Erziehungsfragen, Überlastung im Job, Unsicherheiten und Angst. Wir sprechen mit Expert:innen und geben Ihnen praktische Tipps an die Hand, damit Sie besser mit Krisen und Herausforderungen umgehen können. 

Unseren Podcast gibt es auf allen bekannten Podcast-Plattformen zu hören (Spotify, Apple Music, Audible etc.)! Fragen, Anregungen, Kritik, Wünsche? Schreiben Sie uns gerne an: podcast@familienservice.de 
 

null 11 DIY-Ideen: Weihnachtsgeschenke selber machen

Origami-Mobile aus Kranichen
Eltern & Kind

11 DIY-Ideen: Weihnachtsgeschenke selber machen

Du suchst noch kreative und persönliche Geschenkideen, hast aber keine Lust auf Weihnachtsshopping und unnötigen Kaufrausch oder magst einfach nicht so viel Geld ausgeben? Mit diesen 11 originellen Ideen und DIY-Anleitungen machst du deiner Familie und deinen Freunden garantiert eine Freude.

1. Wunderschönes Origami-Mobile aus Kranichen

Kraniche bedeuten in China "Glück des langen Lebens". Aber diese wunderschönen Origami-Kraniche sind auch ein toller Blickfang in jedem Zimmer. Alles, was du dazu brauchst, ist Origami-Papier, Papier (bunt oder Papier in schwarz und weiß, das sieht sehr elegant aus), Bindfaden, Schaschlik- oder andere Holzstäbchen, eine Schere.

 

 

 

2. Nussschalen-Boot für die Badewanne

Die Nussschalen-Boote zu basteln und schwimmen zu lassen, macht unheimlich viel Spaß. So geht's: zuerst die Walnüsse knacken, dann mit Heißkleber ein Streichholz oder einen Zahnstocher in der Mitte befestigen und ein Papiersegel drankleben. Ich klebe immer noch eine kleine Schraube an den Rumpf. Dann schwimmt das Boot viel besser.

Du möchtest noch schnell einen Weihnachtskalender basteln? Hier haben wir eine Anleitung für dich: DIY-Adventskalender basteln

3. Kochkarten mit Lieblingsrezepten

Wenn ihr gerne kocht und jemand zum Essen einladen wollt, könnt ihr drei bis fünf Rezepte mit Fotos auf Karteikarten kleben, hübsch einpacken und fertig!

 

 

4. Eine Woche Brezeln catern

Diese Idee könnt ihr beliebig variieren: Ihr schreibt einen schönen Gutschein und bringt dann jeden Morgen dem Beschenkten eine Brezel mit, oder ihr catert eine Woche lang jeden Abend einen Lieblingsmenschen mit einem Abendessen oder Nachtisch. Catern kommt gerade jetzt sehr gut an.

 

 

5. Glas mit guten Wünschen

Nehmt ein schönes Einmachglas oder ein anderes Glas mit Verschluss und schreibt auf kleine gerollte Zettel, was ihr dem anderen wünscht, was ihr im neuen Jahr mit ihm oder ihr erleben wollt, oder was ihr schon lange mal sagen wolltet. Der oder die Beschenkte kann sich immer dann einen Zettel herausfischen, wenn die Tage nicht so laufen, wie man es sich wünscht.

 

 

6. Merci-Schachtel mit Danksagungen

Kauft eine Schachtel Merci und schreibt auf die Verpackung etwas Nettes. Dann könnt ihr jeden einzelnen Schokoladen-Stick beschriften: "Danke, dass du mich vom Zug abgeholt hast!", "Danke, dass du mir immer Witze erzählst!", "Danke für deine Geduld, als wir ins Schwimmbad gingen!" etc. Oder ihr schreibt einfach nur Substantive wie auf dem Foto drauf.

 

 

7. Blumenzwiebel und Töpfchen verschenken

Einfach eine Blumenzwiebel kaufen, Töpfchen individuell gestalten, fertig. Besonders eindrucksvoll: Tulpen und Amaryllis.

 

 

8. Vogelhäuschen bauen und Vogelfutter schenken

Vogelfutter gibt es in verschiedenen Versionen. Meisenknödel kann man in selbstgestaltete Blumentöpfe hängen. Aus alten Tetra-Behältern, die man hübsch bemalt, kann man ausgefallene, katzensichere Vogelhäuschen bauen.

 

 

9. Fröbelstern falten

Diese Sterne sehen wirklich sehr eindrucksvoll aus. Es gibt im Internet eine Menge Videos, die Schritt für Schritt erklären, wie man vorgehen muss. Wenn man es mal draufhat, möchte man gar nicht mehr aufhören!

 

Dieser Youtube Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von Google LLC akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »

 

10. Fotokalender

Druckt die schönsten 12 Fotos aus, die ihr mit eurem Lieblingsmenschen dieses Jahr gemacht habt oder von denen ihr glaubt, dass sie gut ankommen, und klebt sie in einen fertigen Kalender ein. Natürlich könnt ihr auch Collagen basteln.

 

 

11. Marmelade einkochen

Marmelade zu kochen ist gar nicht schwer. Außerdem schmeckt selbstgemachte Marmelade besser als die aus dem Supermarkt. Drei Dinge sind dabei wichtig:

  1. Zucker (oder das im Gelierzucker ab einem Verhältnis von 2:1 enthaltene Konservierungsmittel)
  2.  Früchte kochen
  3. Kochend heiß in Einmachgläser füllen

Damit das gelingt, haben wir einige Tipps zum Einmachen zusammengefasst:
 
Achtet auf frisches, vollreifes Obst. Obst vor dem Zerkleinern nur kurz waschen, damit es das Aroma nicht verliert. Verwendet unbedingt Gläser, die luftdicht abschließen und ganzsauber sind.

Beispielrezept: 1,2 kg Erdbeeren, 3 EL Zitronensaft, 1 Vanilleschote, 500 g Gelierzucker (2:1)

7 Marmeladegläser à 200 ml bereitstellen. Erdbeeren waschen, putzen und fein würfeln. Erdbeeren mit Zitronensaft in einen großen Topf geben. Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark mit einem Messer ausschaben. Ausgekratzte Schote und Mark zu den Erdbeeren geben. Gelierzucker unter die Früchte rühren und aufkochen. Alles unter Rühren zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren mindestens 3 Minuten kochen. Vanilleschote vorsichtig entfernen, Marmelade pürieren, in die vorbereiteten Gläser füllen und direkt verschließen.

 

 

 

 

 

Die Geschenktipps für Weihnachten oder für andere besondere Tage kommen von pme-Sozialpädagoge und Trainer Jürgen Griesbeck und seinen Töchtern. Viele der Ideen haben sie selbst schon gebastelt, gebacken oder eingekocht und an gute Freunde und in der Familie verschenkt.