Eine junge Frau gibt einer anderen Feedback
Führung & HR

5-Finger-Feedback: Tipps für gute Rückmeldungen

Von Darina Doubravova (Leiterin pme Akademie) und Isabel Hempel (Redaktion)


​​​​​​​Ein Gruppenfeedback zum Ende eines Seminars oder einer Teamsitzung tut allen gut. Wir stellen effektive Methoden vor, konstruktives Feedback zu geben. Zum Beispiel ist das 5-Finger-Feedback ist eine praxisnahe und leicht verständliche Methode für konstruktive Rückmeldungen in Teams und Seminaren. Mit Hilfe der fünf Finger lässt sich differenziertes Feedback zu positiven Aspekten, Auffälligkeiten, Kritikpunkten, Learnings und fehlenden Punkten einfach und schnell einholen. Die Methode sorgt für Klarheit, Wertschätzung und Verbesserungen im Arbeitsalltag. Erhalten Sie hier Tipps und Varianten zur Anwendung und mögliche Alternativen.

1. Fünf-Finger-Methode - Jeder Finger steht für ein Statement

Eine Methode, schnell und konstruktiv Feedback zu geben, zeigt das Fünf-Finger-Modell. Jeder Finger steht für eine Frage, die Sie in ein bis zwei Sätzen beantworten. Beginnen Sie mit den Tops!


 

Daumen: Das fand ich super! Zum Beispiel: "Besonders gut hat mir gefallen, dass der Austausch offen und konstruktiv war. Die Atmosphäre war angenehm und alle haben sich frei geäußert."

Zeigefinger: Das ist mir aufgefallen! Zum Beispiel. "Mir ist aufgefallen, dass einige Themen mehrfach angesprochen wurden. Es gab oft Übereinstimmungen in den Beobachtungen der Teilnehmer:innen."

Mittelfinger: Das hat mir nicht gefallen! Zum Beispiel: "Einige Diskussionen zogen sich in die Länge, was den Fokus auf die wesentlichen Punkte erschwerte. Hier hätte ich mir eine klarere Strukturierung gewünscht."

Ringfinger: Das nehme ich mit! Zum Beispiel: "Ich habe wertvolle Anregungen und neue Perspektiven erhalten, die ich in zukünftige Projekte einfließen lassen kann."

Kleiner Finger: Das ist mir zu kurz gekommen! Zum Beispiel: "Leider blieb wenig Zeit für die vertiefte Diskussion von Lösungsansätzen. Ich hätte mir gewünscht, dass einige Ideen tiefergehend behandelt worden wären."

Wenn die Zeit knapp ist oder das Feedback prägnanter ausfallen soll, können auch nur drei Finger genutzt werden, zum Beispiel der Daumen (Positives), der Ringfinger (Erkenntnisse), der kleine Finger (Das fehlte mir).

2. One-Minute-Paper

Eine andere Methode ist das "One-Minute-Paper" nach Werner Stangl. Am Ende einer Teambesprechung erhält jeder ein leeres Blatt Papier.

Zunächst schreibt jeder auf die eine Seite alle positiven Rückmeldungen und Gedanken:

  • Was habe ich verstanden?
  • Was hat mir gefallen?
  • Was hat mich angeregt/motiviert?
  • Wo habe ich mitarbeiten können?

Auf der Rückseite werden alle unklaren oder kritischen Gedanken niedergeschrieben:

  • Was habe ich nicht ganz verstanden?
  • Was hat mich wenig berührt?
  • Was hat mir nicht gefallen?
  • Woran habe ich mich nicht beteiligen können?

Eine Auswertung kann sofort oder zu Beginn des nächsten Treffens erfolgen. Die Auswertung übernimmt entweder die Führungskraft oder ein Teammitglied oder Teilnehmer.

Danach werden die Ergebnisse der Gruppe vorstellt, die Rückmeldungen interpretiert und Vorschläge für etwaige Veränderungen und Konsequenzen erarbeitet: Was könnte beim nächsten Mal anders gemacht werden?

3. Speziell für Führungskräfte: Wie kann ich Feedback in schwierigen Situationen geben? ​​​​

Gerade wenn es darum geht, etwas anzusprechen, das die Zusammenarbeit im Team erschwert, ist es wichtig, Feedback zu geben. Doch das ist gar nicht so einfach.

Der Ton muss stimmen, die Worte sollten weise gewählt sein.

Führungskräfte-Coachin Nina Lizon erklärt im Video, wie du als Führungskraft konstruktiv Feedback geben kannst.

 

Viel Spaß beim Testen dieser Methoden!

Kennen Sie schon unser E-Learning zum Thema Feedback?

Es ist nicht immer leicht, die richtigen Worte für ein konstruktives Feedback zu finden. In unserem E-Learning zum Thema Feedback können Sie Ihre eigenen Gewohnheiten reflektieren und erhalten hilfreiche Impulse.

Dieser Vimeo Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von Vimeo, LLC akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »

pme Akademie: Unsere 360°-Angebote für Führungskräfte

Personalführung, Kommunikation, Fehlerkultur, Digital Leadership – mit unseren Webinaren und Fortbildungen der 360°-Reihe setzen wir direkt im Alltag von Teamleadern an. Für erfahrene Führungskräfte und für Nachwuchskräfte.

pme Akademie

FAQ zum 5-Finger-Feedback

Was ist das 5-Finger-Feedback?

Das 5-Finger-Feedback ist ein strukturiertes Modell zur schnellen Rückmeldung. Jeder Finger steht für einen bestimmten Feedback-Aspekt: Positives, Auffälliges, Kritik, Erkenntnisse und Vermisstes.

Wie funktioniert das 5-Finger-Feedback in der Praxis?

Jedes Teammitglied nennt zu jedem der fünf Finger ein kurzes Statement. Dabei werden zuerst die positiven Aspekte (Daumen) hervorgehoben, anschließend folgen die weiteren Punkte in Reihenfolge der Finger.

Wann eignet sich die Methode besonders?

Das Modell eignet sich ideal am Ende von Meetings, Workshops, Seminaren oder Feedbackrunden – vor allem, wenn schnell und konstruktiv Rückmeldungen gesammelt werden sollen.

Wie kann ich das 5-Finger-Feedback digital einsetzen?

Die Methode funktioniert auch per Videokonferenz, in Chats oder mit Online-Whiteboards. Jeder Teilnehmende kann seine Antworten schriftlich einreichen, die Ergebnisse werden gemeinsam besprochen.

Was tun, wenn das Feedback kritisch ausfällt?

Es ist wichtig, einen wertschätzenden Rahmen zu setzen und Kritik lösungsorientiert zu behandeln. Führungskräfte sollten Kritikpunkte gezielt aufgreifen und gemeinsam mit dem Team Lösungswege formulieren.

null Was ist eine Outplacemement-Beratung

Junge Frau schaut zuversichtlich aus einem Zugfenster
Führung & HR

Was ist eine Outplacement-Beratung?

Eine Kündigung ist immer belastend. Unternehmen, die sich als fairer Arbeitgeber präsentieren wollen, setzen auf ein wertschätzendes Trennungsmanagement. Der Schlüssel dazu ist ein strategisches Newplacement bzw. Outplacement.  

Von Kyra Wetzel, Expertin für Newplacement/Outplacement  beim pme Familienservice. 

Was sind die Gründe für Kündigungen?

Für eine Kündigung gibt es vielfältige Gründe: Da sind zum einen rasante Veränderungen am Markt, die Globalisierung oder aktuelle Krisen wie die hinter uns liegende Pandemie und der Ukraine-Krieg. Manchmal stellt man auch fest, dass es mit einzelnen Beschäftigten einfach nicht passt.  Newplacement oder Outplacement kann unabhängig von den Gründen dabei helfen, im Guten auseinanderzugehen und für die Betroffenen einen neuen Wirkungsbereich zu finden. 

Kündigungen trotz Fachkräftemangel – ein Paradox?

Die wirtschaftliche Lage zwingt viele Unternehmen, Sparmaßnahmen zu ergreifen. Vor allem börsennotierte Unternehmen sind gefordert, die Aktienkurse zu optimieren, Kosten zu verringern und die Forderungen der Aktionäre zu erfüllen. Die zahlreichen Kündigungen vor allem in der IT-Industrie lassen vermuten, dass der Fachkräftemangel vorbei ist. Doch der Schein trügt.

Mehr denn je übersteigt die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften das Angebot. Zu bedenken ist, dass es nach Ende der Corona-Pandemie eine optimistische Einstellungsphase gab. Trotz der horrenden Entlassungszahlen beschäftigen die großen Tech-Riesen laut Silicon Technology Powering Business immer noch über 150.000 Beschäftigte mehr als zu Beginn des Jahres 2020.

Was geht bei einer Kündigung bei Beschäftigten und Führungskräften vor?

Unsicherheit, Bestürzung und Hilflosigkeit. Das empfinden viele Beschäftigte, wenn sie von ihrer Kündigung erfahren. Sie fühlen sich, als würde ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen. Dazu kommen schnell wirtschaftliche Sorgen oder gar Existenzängste. Das alles erzeugt oft enormen psychischen Druck. Nicht zu vernachlässigen ist der soziale Aspekt: Beschäftigte verlieren nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern Kontakte zu Kolleg:innen, die Einbindung in ihr Team oder liebgewonnene Routinen wie das gemeinsame Mittagessen. 

Führungskräfte stehen oft vor einer Zerreißprobe und einem moralischen Dilemma, wenn sie eine Kündigung kommunizieren müssen. Mitunter haben sie jahrelang mit den Betroffenen zusammengearbeitet, waren vielleicht befreundet. Dann sind da noch die Teams, bei denen die Kündigung von Kolleg:innen für Verunsicherung sorgt. 

Tipps für eine wertschätzende Trennungskultur

Oft sorgen Kündigungen von Beschäftigten in Unternehmen für Unruhe und schlechte Stimmung. Das ist besonders der Fall, wenn die Kündigungen „übers Knie gebrochen“, also nicht gründlich geplant wurden, und wenn die Kommunikation sowohl mit den betroffenen Beschäftigten als auch mit den verbleibenden Teammitgliedern unzureichend oder undurchdacht war.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, eine Trennung respektvoll und professionell zu gestalten und gleichzeitig die Moral im Team aufrechtzuerhalten:

Sorgfältige Planung und realistischer Zeitrahmen: Planen Sie ausreichend Zeit für die Vorbereitung der Trennung ein und legen Sie Ihr Augenmerk auf eine gut durchdachte und klar strukturierte Vorgehensweise. 

Einhaltung aller arbeitsrechtlichen Bestimmungen: Halten Sie sich strikt an die relevanten Gesetze, insbesondere die Rechte des Betriebsrates, tarifvertragliche Regelungen und den besonderen Kündigungsschutzes für bestimmte Personengruppen.

Vorbereitung und Training für Führungskräfte: Bereiten Sie Führungskräfte und Personalverantwortliche umfassend auf das Trennungsgespräch vorbereitet, damit sie  das Gespräch professionell und empathisch führen.

Transparente und einfühlsame Kommunikation: Sorgen Sie mit einem klaren Kommunikationsleitfaden dafür, dass alle betroffenen Mitarbeiter und Teams frühzeitig und offen informiert werden, um Unsicherheiten und Gerüchte zu vermeiden.

Klare und verständliche Trennungsbotschaft: Übermitteln Sie Botschaft und Konditionen der Trennung im Gespräch respektvoll, aber eindeutig, sodass keine Unklarheiten entstehen.

Wertschätzung und Dankbarkeit: Drücken Sie den ausscheidenden Mitarbeiter:innen Anerkennung und Dank aus, um ihre Verdienste zu würdigen und positive Beziehungen zu wahren.

Die Bedürfnisse des verbleibenden Teams im Blick: Nehmen Sie die Sorgen und Ängste der verbleibenden Mitarbeiter:innen ernst, um deren Motivation und Vertrauen in die Führung zu stärken.

Die Newplacement/Outplacement-Beratung-Beratung des pme Familienservice unterstützt bei allen Schritten auf dem Weg zu einer wertschätzenden Trennungskultur.

Was ist Newplacement / Outplacement? 

Outplacement/Newplacement ist ein Instrument im Sinne des Trennungsmanagements, um die Beschäftigten wertschätzend in dieser herausfordernden Situation zu unterstützen. Unternehmen beauftragen einen spezialisierten Dienstleister, der die entlassenen Beschäftigten unterstützt, den Verlust ihres Arbeitsplatzes zu bewältigen, und ihnen nach einer Phase der Selbstreflexion und Zielformulierung hilft, eine neue Stelle zu finden, die ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen entspricht. 

Ein Newplacement oder Outplacement umfasst eine Reihe von Dienstleistungen, die den entlassenen Beschäftigten angeboten werden, z. B. Karriereberatung, Hilfe bei der Erstellung von Lebensläufen und Anschreiben, Unterstützung bei der Stellensuche, Schulungen zur Verbesserung der Bewerbungsfähigkeiten und Networking-Veranstaltungen.


 

Wie profitieren Arbeitgeber und Beschäftigte von Newplacement / Outplacement?

Ein wertschätzendes Trennungsmanagement im Rahmen eines Newplacement / Outplacement bietet eine Reihe von Vorteilen für Arbeitgeber, Führungskräfte, von einer Kündigung betroffene Beschäftigte und auch für die verbleibenden Teammitglieder:

Schnellere Neueinstellung: Ein Großteil der gekündigten Beschäftigten findet vor Ablauf der Kündigungsfrist eine neue Anstellung, und es kommt seltener zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Positives Signal für die gesamte Belegschaft: Die verbleibenden Mitarbeiter:innen sehen, dass sich das Unternehmen um die Belange seiner Beschäftigten kümmert.

Entlastung für alle Beteiligten: Ob es die betroffenen Beschäftigten sind, deren Führungskräfte oder Teammitglieder – ein intelligentes Newplacement entlastet und fördert maßgeblich die Zufriedenheit. 

Türen bleiben offen: Mitunter sind die Gekündigten von heute schon morgen wieder sehr wertvoll. Boomerang-Hiring liegt im Trend. Ein wertschätzendes Trennungsmanagement schafft die Basis dafür. 

Was sind die Bausteine eines Newplacement / Outplacement?

Im Rahmen eines individuell abgestimmten Coachings werden ausscheidende Mitarbeiter:innen beraten und begleitet, um nach einer Phase der Selbstreflexion und Zielformulierung zeitnah eine neue Anstellung zu finden. Führungskräfte mit Personalverantwortung werden unterstützt, den Trennungsprozess partnerschaftlich zu gestalten und erhalten bei Bedarf Unterstützung bei Vorbereitung und Durchführung von Trennungsgesprächen.

  • Standortbestimmung: Wo steht die oder der Beschäftigte? Wohin soll die Reise gehen?
  • Analyse der Stärken und Kompetenzen (LINC Personality Profiler)
  • Bewerbungscoaching
  • Selbstvermarktung
  • Jobsearch
  • Coaching für Führungskräfte und Teams, um Unsicherheiten gemeinsam abzubauen

Oft reichen schon einzelne Bausteine, um wichtige Impulse zu setzen und die Beschäftigten gut aufzufangen. So können Sie ihnen beispielsweise mit der Stärken- und Potenzialanalyse oder dem Bewerbungscoaching wertvolle Hilfen an die Hand geben, um gestärkt voranschreiten zu können. 
 

Stärkenanalyse mit dem LINC Personality Profiler

Für die Betroffenen geht es darum, sich neu zu positionieren und einen neuen Wirkungsbereich zu finden. Im Rahmen eines individuell abgestimmten Coachings werden sie beraten und begleitet, um nach einer Phase der Selbstreflexion und Zielformulierung zeitnah eine neue Anstellung zu finden. 

Das Herzstück ist die Analyse der eigenen Stärken und Kompetenzen. Hier haben wir beim pme Familienservice sehr gute Erfahrungen mit dem LINC Personality Profiler gemacht, einem wissenschaftlich fundierten Online-Instrument zur Analyse und Beschreibung von Persönlichkeit. Dieses unterstützt mit Hilfe einer Reflexion der Charaktereigenschaften, handlungsleitenden Motive und persönlichen Kompetenzen gezielt und nachhaltig individuelle Entwicklungsprozesse und liefert in der Phase der Neuorientierung wertvolle Impulse. 

In der Stärkenanalyse werden sich Menschen wieder ihrer Kompetenzen bewusst. Oft waren sie im Job so in ihren Routinen gefangen, dass sie nicht mehr wissen, was sie alles können. Die Analyse hilft ihnen, ihre Fähigkeiten zu benennen und selbstbewusster in ihre Bewerbungsphase und die Vorstellungsgespräche zu gehen. Gerade diese Stärkenanalyse ist für die Betroffenen ein Mehrwert, denn oft verändert sich dadurch ihr Mindset. 

Ist Newplacement/Outplacement-Beratung auch etwas für kleine und mittelgroße Unternehmen? 

Newplacement / Outplacement empfiehlt sich für jede Unternehmensgröße und schon bei einzelnen Kündigungen. Gerade Unternehmen mit einer kleinen Belegschaft müssen oft damit rechnen, dass sie freigesetzte Beschäftigte schon bald wieder benötigen. Es ist besser für das Arbeitgeberimage, wenn sie wertschätzend auseinandergehen und die Betroffenen gut unterstützen. Nicht zuletzt ist Newplacement / Outplacement durch einen erfahrenen Anbieter besonders für kleine HR-Abteilungen eine große Entlastung. 

Mehr über Newplacement / Outplacement erfahren

 

Dieser Vimeo Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von Vimeo, LLC akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »