Einsamkeit überwinden, zufriedener im Alter leben

0800 801007080
0800 801007080

Mo-Fr 8:00-20:00 Uhr

Nachricht
Nachricht

Schreiben Sie uns!

Terminanfrage
Terminanfrage

Vereinbaren Sie einen Telefontermin mit uns.

Zufriedenheit im Alter - pme Familienservice Blog

14.10.2020
Gabriele Strasser
14307

Einsamkeit im Alter ist schädlicher für die Gesundheit als körperliche Gebrechen. "Es ist interessant zu sehen, wie wenig Einfluss die körperliche Gesundheit auf die Lebenszufriedenheit hat. Das beobachte ich auch in meiner Arbeit", sagt Jürgen Griesbeck, Eldercare-Experte beim pme Familienservice.

Herr Griesbeck, laut einer Veröffentlichung der TU München und des Helmholz-Zentrums empfinden viele ältere Menschen eine hohe Lebenszufriedenheit.

Jürgen Griesbeck: Das ist in der Tat ein erfreuliches Ergebnis. Es zeigt, dass mit dem Alter nicht – wie oft vermutet wird – zwangsläufig Lebensfreude und Lebensqualität sinken. In der zugrundeliegenden Befragung von 3.600 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren äußerte die überwiegende Mehrheit überraschenderweise ein sehr hohes subjektives Wohlbefinden.

Interessant ist besonders, wie wenig Einfluss die körperliche Gesundheit auf die Lebenszufriedenheit hat. Das beobachte ich auch in meiner Arbeit: Viele Menschen entwickeln im Alter eine Reife, die sie befähigt, sich von den üblichen Einschränkungen des Alters nicht in eine defizitäre Stimmung bringen zu lassen. Im Gegenteil machen sie das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten und hören auf, einem körperlichen Idealzustand nachzujagen. Die Forscher bestätigen in diesem Sinne ja auch, dass sogar eine sogenannte Multimorbidität – also wenn mehrere Krankheiten gleichzeitig bestehen – das Wohlergehen nur wenig beeinflusst.
 

„Einsamkeit wirkt sich besonders schlimm aus.“


Die Studie zeigt, dass psychosoziale Faktoren die Zufriedenheit stärker beeinträchtigen als eine schlechte körperliche Verfassung.

Das stimmt. Dinge wie Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen oder ein niedriges Einkommen beeinträchtigen das Wohlbefinden erheblich. Allem voran wirkt sich Einsamkeit negativ aus. Das liegt daran, dass wir Menschen zu unserer existenziellen Zufriedenheit einen sinnstiftenden Anker brauchen, etwas, um das wir uns kümmern können. Sei es ein anderer Mensch, ein Tier oder eine Aufgabe wie der Blumenschmuck in der Kirche. Wir müssen uns mit etwas beschäftigen können, das nicht nur mit unseren eigenen Einschränkungen und Krankheiten zu tun hat. Es ist – wie auch Heidegger schreibt – die Sorge, die den Menschen zum Menschen macht. Erstaunlich, dass dies nun auch empirisch nachgewiesen werden kann! Selbst wenn man einen anderen Menschen in Gedanken begleitet und sich um sein Wohl sorgt, hat dies in Hinblick auf sich selbst einen entlastenden und förderlichen Effekt. Umgekehrt ist es – nicht nur – für ältere Menschen wichtig, dass sie von anderen gesehen werden und für andere von Belang ist, wie es ihnen geht. Das sollte uns aber jetzt nicht dazu verleiten, nur liebevoll zu agieren, damit wir uns besser fühlen. Das würde den Gedanken der Liebe pervertieren.


„Es gibt sehr viele Angebote für ältere Menschen.“


Was können ältere Menschen gegen Einsamkeit tun?

Es gibt glücklicherweise inzwischen sehr viele Angebote für ältere Menschen. Aber es kommt auf die innere Bereitschaft an, diese zu nutzen und zum Beispiel einen Seniorentreff auch zu besuchen, wenn dieser „Titel“ zunächst abschreckt und man sich gar nicht mit der Zielgruppe identifizieren kann. Oft höre ich den Einwand: „Da sind ja nur alte Menschen“. Diese fehlende Bereitschaft, sich auf andere einzulassen, ist oft der Grund für Einsamkeit. Es geht für uns Menschen letzten Endes lebenslang immer wieder um die Frage, das eigene Herz offen zu halten und zu weiten und sich nicht in Vorurteilen, Bewertungen und Ängsten einzumauern. Dies gilt nicht nur für meine engsten Angehörigen, sondern auch für andere Menschen. Im siebten Altenbericht ist das ganz große Thema die „Sorgende Gemeinschaft“. Es sind alle herzlich eingeladen, sich um andere zu sorgen und sich dafür zu öffnen, dass sich andere Menschen um einen kümmern.

Neu seit der letzten Pflegereform ist ja, dass die Pflegeversicherung auch Geld für soziale Teilhabe zur Verfügung stellt.

Bis zu 125 Euro stehen Pflegebedürftigen monatlich für Hilfen im Haushalt zu, wenn sie in den eigenen vier Wänden betreut werden. Das kann zum Beispiel jemand von einem Pflegedienst sein, der einmal die Woche kommt und die Wohnung putzt oder einkaufen geht. Aber auch ein gemeinsamer Arztbesuch, Gespräche, Spiele oder ein Spaziergang zählen dazu. Viele wissen allerdings nicht, dass die Pflegekasse die Dienstleistungen bezahlt, ohne dass dadurch Einbußen beim Pflegegeld entstehen. Deshalb werden die Entlastungsleistungen oft erst gar nicht genutzt. Und dann verfällt der Beitrag einfach.

Für die Veröffentlichung griffen die Forscher des Helmholz-Zentrums und der Technischen Universität München auf Daten von rund 3.600 Probandinnen und Probanden mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren zurück. Sie waren im Rahmen der Augsburger Bevölkerungsstudie KORA-Age nach ihrem Wohlbefinden befragt worden.

Quelle: idw online

 

10.-20. Oktober 2020: "Woche der seelischen Gesundheit"


 

Sie möchten noch mehr für Ihre innere Balance und seelisches Wohlempfinden tun? Die Bundesweite Woche der Seelischen Gesundheit findet jedes Jahr rund um den internationalen Tag der Seelischen Gesundheit am 10. Oktober in vielen Städten und Regionen in ganz Deutschland statt. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, bei verschiedenen Veranstaltungsformaten, Aktionstagen- oder wochen die stationären und ambulanten Angebote der psychiatrischen und psychosozialen Einrichtungen in ihrer Umgebung kennen zu lernen. Ob Vorträge, Workshops, Schnupperkurse, Fachtagungen oder Kunstaustellungen, alle Veranstaltungen tragen dazu bei, Berührungsängste abzubauen und Betroffene sowie deren Angehörige einzubinden. aktionswoche.seelischegesundheit.net

 

Einsamkeit im Alter – im Fokus der Politik

Ein neues Bundesprogramm soll vor allem ältere Beschäftigte vor sozialer Isolation schützen. Dazu werden seit Oktober 2020 verschiedene Modellprojekte finanziell gefördert. Das Programm richtet sich vorrangig an ältere Beschäftigte (über 60 Jahre), die vom Ausschluss aus dem Arbeitsmarkt bedroht oder betroffen sind und damit auch von gesellschaftlicher Isolation. Ziel ist es, sozialer Vereinsamung vorzubeugen und die finanzielle Absicherung im Alter zu stärken. 

Ältere, sozial isoliert lebende Menschen sollen direkt vor Ort fachliche Unterstützung bekommen. Zu den Angeboten zählt digitale Weiterbildung genauso wie Nachbarschaftshilfe oder das Aufzeigen von Perspektiven beim Übertritt vom Berufsleben in die Rente. 
https://www.bmfsfj.de

 

pme Familienservice Gruppe – Ihr EAP-Anbieter seit 1991!

Im Auftrag von mehr als 900 Arbeitgebern unterstützt die pme Familienservice Gruppe Beschäftigte, Beruf und Privatleben gelingend zu vereinbaren und mit freiem Kopf arbeiten zu können. Die pme Familienservice Gruppe steht Berufstätigen bei Krisen zur Seite, z. B. bei Konflikten am Arbeitsplatz, Sucht- oder Partnerschaftsproblemen. Mit einem Homecare-Eldercare-Service entlastet sie Berufstätige bei der Organisation und Finanzierung von Pflegedienstleistungen und bietet psychosoziale Unterstützung. Im Rahmen der pme Akademie werden Seminare, Workshops und Coachings zum Themenkomplex Personalführung und Personalentwicklung angeboten.

Mehr über die pme Familienservice Gruppe erfahren Sie hier: www.familienservice.de/wer-wir-sind


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

5 Tipps, die helfen, wenn Sie sich einsam fühlen

Krankmeldungen: Psyche in den Fokus nehmen

Einsamkeit: „Um Hilfe zu bitten, fällt den meisten schwer“
 

 

 


 

 

 


THEMEN
SOCIAL MEDIA