Behutsamer Kita-Start: So klappt die Eingewöhnung
Die Eingewöhnung in die Kita oder Krippe ist für Kinder aufregend: das erste Mal allein ohne Mama oder Papa, in unbekannten Räumen und bei fremden Menschen bleiben. Neue Reize, unbekannte Gerüche, ein ungewohnter Lärmpegel, ein anderer Tagesablauf. Aber auch für Eltern ist der erste Kita-Tag ein besonderer Moment, der oft mit einigen Unsicherheiten einhergeht: Wie unterstütze ich mein Kind am besten? Wie verhalte ich mich selbst als Elternteil vor Ort? Was mache ich, wenn mein Kind weint? Wohin mit meinen eigenen Emotionen?
Tipps zur Kita-Eingewöhnung aus der pme Elternberatung.
So gelingt die Kita-Eingewöhnung:
Die Kita-Eingewöhnung sollte in der Regel behutsam über sechs bis acht Wochen verlaufen, damit Kinder Schritt für Schritt Vertrauen zu neuen Bezugspersonen, Räumen und Abläufen aufbauen können. Eltern unterstützen ihr Kind am besten, indem sie klare Abschiedsrituale, ausreichend Zeit und eine enge Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften einplanen.
Das erwartet Sie in diesem Beitrag
- Welche Eingewöhnungsmodelle und Abläufe gibt es?
- Wie lange dauert die Eingewöhnung in die Kita?
- Warum ist eine langsame Eingewöhnung wichtig?
- Was tue ich, wenn die Eingewöhnung herausfordernd verläuft?
- Wann sollte die Eingewöhnung abgebrochen werden?
- Wie verhalte ich mich als Elternteil während der Eingewöhnung?
- Wie kann ich mich als Elternteil auf die Eingewöhnung vorbereiten?
- Woran merke ich, dass die Eingewöhnung erfolgreich war?
- Wie läuft die Eingewöhnung in den Einrichtungen der pme Lernwelten ab?
- Häufig gestellte Fragen
Welche Eingewöhnungsmodelle und Abläufe gibt es?
Es gibt unterschiedliche Modelle zur Eingewöhnung in Kita oder Krippe. Die drei am häufigsten vertretenen Modelle sind das Berliner Modell, das Münchener Modell und das Tübinger Modell, auch bekannt als Peergroup-Modell.
Berliner Modell
Münchner Modell
Tübinger Modell – Peergroup-Modell
Wie lange dauert die Eingewöhnung in die Kita?
Wie lang die Eingewöhnung dauert, hängt individuell von jedem Kind ab. In der Regel sollten sich Eltern ca. sechs bis acht Wochen Zeit für die Eingewöhnung einplanen. In dieser Zeit müssen Sie nicht dauerhaft anwesend, jedoch abrufbereit und schnell vor Ort sein, falls ihr Kind sich einmal nicht beruhigen lassen sollte.
Damit das Kind und die Eltern gut in der Betreuungseinrichtung ankommen können, ist es wichtig, dass die Eingewöhnungsphase sowohl den individuellen Bedürfnissen des Kindes als auch den beruflichen Anforderungen der Eltern gerecht wird.
Warum ist eine langsame Eingewöhnung wichtig?
Die Eingewöhnungsphase dient dazu, Vertrauen zu den neuen Bezugspersonen und zur neuen Umgebung aufzubauen. Sich zurecht zu finden, erste Kontakte zu den Kindern zu knüpfen und sich langsam und stetig von den Eltern zu lösen. Um hier das Urvertrauen der Kinder zu fördern, sollte die Eingewöhnung immer im Tempo des Kindes stattfinden.
Eine Kita-Eingewöhnung, die sich am Tempo des Kindes orientiert ist aus verschiedenen Gründen wichtig:
- Jedes Kind baut individuell Vertrauen zur neuen Bezugsperson auf.
- Jedes Kind hat sein eigenes Tempo, sich in der neuen Umgebung zu orientieren und zurecht zu finden.
- Jedem Kind fällt es unterschiedlich leicht, sich von den Eltern zu lösen.
Unsere Elternberater:innen begleiten Eltern in allen Fragen von der Schwangerschaft bis zum Erwachsenwerden des Kindes.
Persönlich und vertraulich: Wir sind online, telefonisch und vor Ort für Sie da. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite der pme Elternberatung.
Was tue ich, wenn die Eingewöhnung in der Kita herausfordernd verläuft?
Sollte Ihr Kind Schwierigkeiten bei der Trennung haben und viel weinen, besteht immer die Möglichkeit, nochmal einen Schritt zurückzugehen. Dies bedeutet, Sie kommen noch einmal mit in die Gruppe oder ihr Kind wird erstmal nur für ein paar Minuten von Ihnen getrennt sein.
Lässt sich Ihr Kind bei der Trennung gar nicht beruhigen, werden Sie in der Regel wieder zurückgerufen. Auch hier ist es wichtig, sich auf das Tempo des Kindes einzulassen und ihm die Zeit zu geben, die es braucht.
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Wann sollte die Eingewöhnung abgebrochen werden?
Die Eingewöhnung sollte abgebrochen werden, wenn sich das Kind auch nach längerer Eingewöhnungsphase von den Betreuungspersonen nicht beruhigen lässt und die Zeit der Trennung nicht verlängert werden kann.
Hören Sie hier auch auf ihr Bauchgefühl:
- Bis wohin fühlen Sie sich wohl?
- Sind Sie sich sicher mit der Eingewöhnung?
Es könnte auch sein, dass sich Ihre Ängste und Unsicherheiten auf Ihr Kind übertragen und dieses jene nur widerspiegelt.
Wie verhalte ich mich als Elternteil während der Kita-Eingewöhnung?
Bei den Eltern entstehen oft Unsicherheiten, wie sie sich während der Eingewöhnung gegenüber ihrem Kind verhalten sollen. Wichtig ist, dass Sie ihrem Kind gleichzeitig Freiraum und Sicherheit geben.
Sie werden während der ersten Tage der Kita-Eingewöhnung mit in der Gruppe sein. Vermutlich wird Ihnen ein Stuhl etwas abseits bereitgestellt, auf dem Sie während der Zeit Platz nehmen dürfen.
- Versuchen Sie, für Ihr Kind eine sichere Anlaufstelle zu sein.
- Lassen Sie Ihrem Kind jedoch die Freiheit, die neue Umgebung eigenständig zu erkunden.
- Vermeiden Sie es, Ihrem Kind hinterherzulaufen.
Wenn es zur ersten Trennung kommt, ist es essenziell, dass Sie sich von Ihrem Kind verabschieden. Überlegen Sie sich für die Verabschiedung im Vorfeld ein kleines Ritual, welches Sie möglichst kurzhalten können.
Wichtig: Je länger die Verabschiedung hinausgezögert wird, desto schwieriger wird es am Ende erfahrungsgemäß für das Kind. Hier ist in der Regel der Satz „kurz und schmerzlos“ sehr treffend.
Besprechen Sie Sorgen und Bedenken möglichst nicht vor Ihrem Kind, sondern suchen Sie separat den Kontakt zu den pädagogischen Fachkräften.
Wie kann ich mich als Eltern auf die Eingewöhnung vorbereiten?
Die Eingewöhnung in der Kita ist ein großer Schritt, sowohl für Sie als Eltern als auch für Ihr Kind.
- Machen Sie sich Ihre eigenen Bedenken bewusst und versuchen Sie diese vor dem Start der Eingewöhnung anzugehen. Sprechen Sie mit anderen Eltern oder auch Ihren zukünftigen Betreuungspersonen darüber.
- Besuchen Sie die Einrichtung im Vorfeld, um sich ein persönliches Bild zu machen. Fühlen Sie sich wohl, wird sich auch Ihr Kind wohl fühlen.
- Bauen Sie bereits im Vorfeld neue Routinen auf. Vermutlich wird sich ihr Morgen verändern, finden Sie schon vor Beginn der Eingewöhnung eine neue Morgenroutine. Dies vermeidet zusätzlichen Stress während der Eingewöhnung.
- Besprechen Sie mit Ihrem Kind schon vorab, was es in der Einrichtung erwarten wird: z.B. gemeinsames Spielen, neue Freund:innen, der tolle Garten mit Klettergerüst. Hierzu gibt es einige schöne Bilderbücher, die die Situation der Eingewöhnung kindgerecht und anschaulich erzählen (z.B. „Die kleine Eule kommt in den Kindergarten“ von Debi Gliori).
Beziehen Sie Ihr Kind soweit wie möglich mit ein:
- Kaufen Sie gemeinsam einen Rucksack für die Kita,
- oder suchen Sie, wenn benötigt, Brotdose und Trinkflasche gemeinsam aus.
- Besprechen Sie mit Ihrem Kind, wofür es diese Dinge benötigt.
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Woran merke ich als Elternteil, dass die Eingewöhnung erfolgreich war?
- Zufriedenheit und Wohlbefinden: Ihr Kind wirkt glücklich und ausgeglichen, wenn es von der Kita nach Hause kommt. Es zeigt Freude beim Betreten der Kita und verabschiedet sich ohne großen Widerstand oder Tränen.
- Vertrauen zu den Betreuer:innen: Ihr Kind hat eine Beziehung zu den Betreuer:innen aufgebaut und fühlt sich in deren Nähe wohl. Es sucht bei Bedarf Unterstützung und Trost bei ihnen.
- Teilnahme an Aktivitäten: Ihr Kind beteiligt sich aktiv an den angebotenen Aktivitäten und spielt mit anderen Kindern. Es zeigt Interesse an den täglichen Abläufen und Angeboten in der Gruppe.
- Kommunikation: Ihr Kind spricht über seine Erlebnisse in der Kita, erzählt von Spielen, Freund:innen und Betreuer:innen. Es teilt sich von sich aus mit.
- Routine und Anpassung: Ihr Kind hat sich an die täglichen Abläufe und Routinen in der Kita gewöhnt und kommt gut damit zurecht. Es zeigt keine großen Schwierigkeiten beim Übergang von einer Aktivität zur nächsten.
- Körperliche Anzeichen: Ihr Kind zeigt keine Anzeichen von Stress oder Unwohlsein, wie z.B. Schlafprobleme, Appetitlosigkeit oder vermehrtes Weinen. Sein allgemeiner Gesundheitszustand ist stabil.
- Selbstständigkeit: Ihr Kind wird zunehmend selbstständiger und traut sich, Dinge allein zu machen. Es tritt selbstbewusst in der neuen Umgebung auf.
- Freundschaften: Ihr Kind knüpft erste Freundschaften und interagiert positiv mit anderen Kindern. Es sucht aktiv den Kontakt zu seinen Spielkamerad:innen.
- Emotionales Gleichgewicht: Ihr Kind zeigt ein stabiles emotionales Gleichgewicht. Es kann mit kleinen Frustrationen oder Konflikten umgehen und weiß, wie es sich beruhigen kann (z.B. zieht es sich zurück).
- Feedback von Betreuer:innen: Die Betreuer:innen berichten positiv über die Entwicklung und Integration Ihres Kindes. Sie bestätigen, dass Ihr Kind sich gut eingelebt hat und aktiv am Kita-Leben teilnimmt. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie bei der Betreuungspersonen nach. Sie haben Sorgen oder Bedenken? Sprechen Sie diese an.
Wie läuft die Kita-Eingewöhnung in den Einrichtungen der pme Lernwelten ab?
In unseren pme Lernwelten-Einrichtungen wird die Eingewöhnungsphase individuell entlang der Bedürfnisse der ankommenden Kinder und Familien gestaltet. Für eine strukturierte Eingewöhnungsphase stehen verschiedene Modelle zur Verfügung, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen und auch unterschiedliche Anforderungen haben.
Am häufigsten findet in unseren Einrichtungen die Eingewöhnungsphase in Anlehnung an das Berliner Modell statt. Auch das Münchner Modell und das Peergroup-Modell bieten wertvolle Ansätze zur Eingewöhnung in unseren Kitas.
Häufig gestellte Fragen zur Kita-Eingewöhnung
Wie lange dauert die Kita-Eingewöhnung in der Regel?
Die meisten Kinder brauchen für die Kita-Eingewöhnung etwa sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit wird die Trennungszeit schrittweise verlängert, je nachdem, wie sicher sich das Kind fühlt.
Welche Eingewöhnungsmodelle gibt es in der Kita?
In vielen Einrichtungen werden vor allem das Berliner Modell, das Münchner Modell und das Tübinger Peergroup-Modell genutzt. Alle drei setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und eine schrittweise Trennung von der vertrauten Bezugsperson.
Woran erkenne ich, dass die Eingewöhnung gelungen ist?
Ihr Kind wirkt in der Kita zufrieden und neugierig, lässt sich von den Betreuer:innen trösten, schließt erste Freundschaften und nimmt aktiv am Alltag teil. Es zeigt beim Bringen und Abholen weniger Tränen und kann sich nach einer Trennung wieder beruhigen.
Was tun, wenn mein Kind bei der Eingewöhnung viel weint oder sich gar nicht beruhigt?
Gehen Sie einen Schritt zurück: verkürzen Sie die Trennungszeiten, bleiben Sie häufiger in der Gruppe und besprechen Sie das Vorgehen mit der Bezugserzieher:in. Wichtig ist, dass die Eingewöhnung im Tempo Ihres Kindes verläuft und Sie Signale von Überforderung ernst nehmen.
Wann sollte ich die Kita-Eingewöhnung abbrechen?
Ein Abbruch kann sinnvoll sein, wenn Ihr Kind sich auch nach mehreren Wochen weder beruhigen lässt noch Vertrauen zu den Fachkräften aufbaut und dauerhaft stark belastet wirkt. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und sprechen Sie offen mit der Kita über einen möglichen Neustart zu einem späteren Zeitpunkt.
