Im Büro sind zwei Teammitglieder zu sehen mit einem Bürohund
Führung & HR

Wie Bürohunde Ihr Team und Employer Branding stärken

Ein freundlicher Hund am Arbeitsplatz kann mehr bewirken als so manches Teambuilding-Seminar. Simone Gaubatz hat im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management elf Unternehmen befragt und herausgefunden: Es kommt darauf an, wie die Hunde „eingesetzt“ werden. Dann sind sie mehr als ein Benefit und fördern eine positive Teamkultur.

Text: Simone Gaubatz, Fachkraft für tiergestützte Intervention und Hundetrainerin

In vielen großen Unternehmen gewinnt ein Thema an Bedeutung, das auf den ersten Blick verspielt wirkt, bei näherer Betrachtung aber handfeste Auswirkungen auf Gesundheit, Zusammenarbeit und Arbeitgeberattraktivität hat: Bürohunde. 

In meiner Bachelorarbeit „Die Integration von Bürohunden im Arbeitsalltag“ habe ich untersucht, wie die Präsenz von Hunden das Wohlbefinden von Mitarbeitenden, die Stressregulation und die Mitarbeiterzufriedenheit beeinflusst.

Mehr als ein netter Benefit

Die Ergebnisse zeigen: Richtig umgesetzt können Bürohunde mehr sein als ein netter Benefit — sie sind ein Instrument für ganz konkrete Prävention und Teamentwicklung.

Im Folgenden fasse ich die wichtigsten Erkenntnisse, Chancen, Risiken und praktische Schritte für die Einführung zusammen — aus Sicht von Beraterinnen und Beratern großer Unternehmen und EAP-Dienstleistern wie dem pme Familienservice.

 

Fachvortrag: Hund und Beruf | 08. Mai 2026

In diesem Vortrag geht es um die zentralen Bedürfnisse von Hunden sowie um typische Herausforderungen wie Trennungsstress, Zeitmanagement, Betreuungslösungen, Homeoffice mit Hund und die Integration von Bürohunden.

08.05.26 | 10:00 - 11:00 Uhr

Anmeldung: Hund und Beruf vereinbaren

Bürohunde helfen, Stress abzubauen

Die Untersuchung kombiniert eine systematische Literaturrecherche mit elf qualitativen Experteninterviews. Daraus ergibt sich ein klares Bild:

Kurzfristige Interaktionen mit Hunden - Streicheln, kurze Pausen für einen Spaziergang, ein gemeinsamer Moment am Arbeitsplatz - fördern Entspannung und helfen, akuten Stress abzubauen. Biologisch lässt sich dieser Effekt unter anderem durch die Freisetzung von Oxytocin erklären, das Bindung und Beruhigung unterstützt.

Studien aus Psychologie und Neurowissenschaften, die ich in der Arbeit herangezogen habe, belegen ähnliche Effekte: Hundekontakte können Entspannungsphasen verstärken und die emotionale Stabilität verbessern.

Vor allem in großen Organisationen sind Bürohunde ein sozialer Katalysator

Auf Teamebene wirken Bürohunde als sozialer Katalysator: Sie schaffen informelle Begegnungsräume, erleichtern Gespräche zwischen Mitarbeitenden unterschiedlicher Abteilungen und stärken so die soziale Kohäsion.

Gerade in großen Organisationen, in denen formelle Kommunikationswege häufig träge sind, kann ein Hund ungezwungene Austauschmomente schaffen, die das Vertrauen im Team fördern und damit Zusammenarbeit und Problemlösung erleichtern.


Simone Gaubatz mit ihrem Bürohund (Foto: Simone Gaubatz)

Pluspunkt für das Employer Branding und Recruiting

Für Employer Branding und Recruiting sind haustierfreundliche Policies ein zunehmend sichtbarer Benefit.

Insbesondere jüngere Zielgruppen und Kandidatinnen und Kandidaten, die Wert auf Work-Life-Balance legen, nehmen solche Angebote positiv wahr. Die Arbeit zeigt, dass Unternehmen mit einer durchdachten Hundepolitik ihre Attraktivität am Arbeitsmarkt steigern können.

Risiken und Grenzen – worauf Unternehmen achten sollten:

Trotz der positiven Effekte sind Bürohunde kein Allheilmittel. Die Forschung und die Interviews machen deutlich: 

Die positiven Effekte treten nur unter bestimmten Rahmenbedingungen zuverlässig auf. Ohne klare Regeln und ohne Berücksichtigung gesundheitlicher oder organisatorischer Belange können Hunde auch Stressfaktoren werden.

Zu den wichtigsten Hemmnissen gehören:

  • ​​​​​​​Allergien
  • Angst vor Hunden
  • Hygienebedenken
  • Lärm oder
  • schlicht fehlende Infrastruktur und Rückzugsräume.

Ebenso kann die Auswahl ungeeigneter Hunde oder fehlende Einarbeitung zu Konflikten führen.

Unternehmen, die das Thema oberflächlich behandeln, riskieren Unzufriedenheit und rechtliche Probleme, etwa bei Haftungsfragen oder wenn klare Hygienestandards fehlen.

Praktische Umsetzung in großen Firmen – ein Leitfaden

Die Bachelorarbeit zeigt: Die erfolgreiche Einführung von Bürohunden in großen Organisationen sollte als Change Projekt gedacht werden - partizipativ, regelbasiert und evaluiert.

Wichtige Schritte, die sich in der Praxis bewährt haben, sind:

1. Bedarfsanalyse: 

Vorab eine anonyme Umfrage durchführen (Allergien, Ängste, allgemeine Haltung), Betriebsrat, HR und Arbeitsschutz einbeziehen. Nur so lässt sich ermitteln, ob und in welchem Umfang ein Hundekonzept tragfähig ist.

2. Pilotphase: 

Eine zeitlich begrenzte Testphase in einer geeigneten Abteilung mit klar definierten Regeln und einer verantwortlichen Ansprechperson. So lassen sich Effekte messen und Konflikte frühzeitig erkennen.

3. Regelwerk: 

Pflichtnachweise (Impfstatus, Haftpflicht), Regeln zum Verhalten der Hunde, maximal zulässige Anzahl von Tieren pro Bereich, Reinigungs- und Hygienestandards sowie Maßnahmen bei Störfällen (z. B. Bellen, Aggression) müssen verbindlich sein.

4. Infrastruktur: 

Rückzugszonen für hundefreie Mitarbeitende, hundefreundliche Bereiche, Reinigungsmöglichkeiten und eine klare Arbeitsplatzgestaltung sind essenziell.

5. Auswahl und Einarbeitung: 

Nicht jeder Hund eignet sich fürs Büro. Sozialisation, Temperament und Trainingsstand sind entscheidend; Probezeiten helfen, Probleme früh zu erkennen.

6. Kommunikation und Schulung: 

Informationsveranstaltungen, Verhaltensleitfäden für Mitarbeitende und klare Eskalationswege reduzieren Unsicherheiten und Ängste.

7. Monitoring und Evaluation: 

Regelmäßige Evaluation (qualitativ und quantitativ) zu Mitarbeiterzufriedenheit, Störfaktoren und Vorfällen — nur so lässt sich die Policy adaptiv weiterentwickeln.

 

Quellenhinweis:

Die dargestellten Befunde und Empfehlungen basieren auf der Bachelorarbeit „Die Integration von Bürohunden im Arbeitsalltag: Eine Analyse zur psychischen Gesunderhaltung von Mitarbeitenden sowie zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit“ (Simone Gaubatz, FOM Hochschule, Abgabedatum 21.11.2024), ergänzt durch die in der Arbeit zitierten Studien und Fachquellen aus Psychologie und Human Animal Interaction Forschung.


null 5-Finger-Feedback: Tipps für gute Rückmeldungen

Eine junge Frau gibt einer anderen Feedback
Führung & HR

5-Finger-Feedback: Tipps für gute Rückmeldungen

Von Darina Doubravova (Leiterin pme Akademie) und Isabel Hempel (Redaktion)


​​​​​​​Ein Gruppenfeedback zum Ende eines Seminars oder einer Teamsitzung tut allen gut. Wir stellen effektive Methoden vor, konstruktives Feedback zu geben. Zum Beispiel ist das 5-Finger-Feedback ist eine praxisnahe und leicht verständliche Methode für konstruktive Rückmeldungen in Teams und Seminaren. Mit Hilfe der fünf Finger lässt sich differenziertes Feedback zu positiven Aspekten, Auffälligkeiten, Kritikpunkten, Learnings und fehlenden Punkten einfach und schnell einholen. Die Methode sorgt für Klarheit, Wertschätzung und Verbesserungen im Arbeitsalltag. Erhalten Sie hier Tipps und Varianten zur Anwendung und mögliche Alternativen.

1. Fünf-Finger-Methode - Jeder Finger steht für ein Statement

Eine Methode, schnell und konstruktiv Feedback zu geben, zeigt das Fünf-Finger-Modell. Jeder Finger steht für eine Frage, die Sie in ein bis zwei Sätzen beantworten. Beginnen Sie mit den Tops!


 

Daumen: Das fand ich super! Zum Beispiel: "Besonders gut hat mir gefallen, dass der Austausch offen und konstruktiv war. Die Atmosphäre war angenehm und alle haben sich frei geäußert."

Zeigefinger: Das ist mir aufgefallen! Zum Beispiel. "Mir ist aufgefallen, dass einige Themen mehrfach angesprochen wurden. Es gab oft Übereinstimmungen in den Beobachtungen der Teilnehmer:innen."

Mittelfinger: Das hat mir nicht gefallen! Zum Beispiel: "Einige Diskussionen zogen sich in die Länge, was den Fokus auf die wesentlichen Punkte erschwerte. Hier hätte ich mir eine klarere Strukturierung gewünscht."

Ringfinger: Das nehme ich mit! Zum Beispiel: "Ich habe wertvolle Anregungen und neue Perspektiven erhalten, die ich in zukünftige Projekte einfließen lassen kann."

Kleiner Finger: Das ist mir zu kurz gekommen! Zum Beispiel: "Leider blieb wenig Zeit für die vertiefte Diskussion von Lösungsansätzen. Ich hätte mir gewünscht, dass einige Ideen tiefergehend behandelt worden wären."

Wenn die Zeit knapp ist oder das Feedback prägnanter ausfallen soll, können auch nur drei Finger genutzt werden, zum Beispiel der Daumen (Positives), der Ringfinger (Erkenntnisse), der kleine Finger (Das fehlte mir).

2. One-Minute-Paper

Eine andere Methode ist das "One-Minute-Paper" nach Werner Stangl. Am Ende einer Teambesprechung erhält jeder ein leeres Blatt Papier.

Zunächst schreibt jeder auf die eine Seite alle positiven Rückmeldungen und Gedanken:

  • Was habe ich verstanden?
  • Was hat mir gefallen?
  • Was hat mich angeregt/motiviert?
  • Wo habe ich mitarbeiten können?

Auf der Rückseite werden alle unklaren oder kritischen Gedanken niedergeschrieben:

  • Was habe ich nicht ganz verstanden?
  • Was hat mich wenig berührt?
  • Was hat mir nicht gefallen?
  • Woran habe ich mich nicht beteiligen können?

Eine Auswertung kann sofort oder zu Beginn des nächsten Treffens erfolgen. Die Auswertung übernimmt entweder die Führungskraft oder ein Teammitglied oder Teilnehmer.

Danach werden die Ergebnisse der Gruppe vorstellt, die Rückmeldungen interpretiert und Vorschläge für etwaige Veränderungen und Konsequenzen erarbeitet: Was könnte beim nächsten Mal anders gemacht werden?

3. Speziell für Führungskräfte: Wie kann ich Feedback in schwierigen Situationen geben? ​​​​

Gerade wenn es darum geht, etwas anzusprechen, das die Zusammenarbeit im Team erschwert, ist es wichtig, Feedback zu geben. Doch das ist gar nicht so einfach.

Der Ton muss stimmen, die Worte sollten weise gewählt sein.

Führungskräfte-Coachin Nina Lizon erklärt im Video, wie du als Führungskraft konstruktiv Feedback geben kannst.

 

Viel Spaß beim Testen dieser Methoden!

Kennen Sie schon unser E-Learning zum Thema Feedback?

Es ist nicht immer leicht, die richtigen Worte für ein konstruktives Feedback zu finden. In unserem E-Learning zum Thema Feedback können Sie Ihre eigenen Gewohnheiten reflektieren und erhalten hilfreiche Impulse.

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pme Akademie: Unsere 360°-Angebote für Führungskräfte

Personalführung, Kommunikation, Fehlerkultur, Digital Leadership – mit unseren Webinaren und Fortbildungen der 360°-Reihe setzen wir direkt im Alltag von Teamleadern an. Für erfahrene Führungskräfte und für Nachwuchskräfte.

pme Akademie

FAQ zum 5-Finger-Feedback

Was ist das 5-Finger-Feedback?

Das 5-Finger-Feedback ist ein strukturiertes Modell zur schnellen Rückmeldung. Jeder Finger steht für einen bestimmten Feedback-Aspekt: Positives, Auffälliges, Kritik, Erkenntnisse und Vermisstes.

Wie funktioniert das 5-Finger-Feedback in der Praxis?

Jedes Teammitglied nennt zu jedem der fünf Finger ein kurzes Statement. Dabei werden zuerst die positiven Aspekte (Daumen) hervorgehoben, anschließend folgen die weiteren Punkte in Reihenfolge der Finger.

Wann eignet sich die Methode besonders?

Das Modell eignet sich ideal am Ende von Meetings, Workshops, Seminaren oder Feedbackrunden – vor allem, wenn schnell und konstruktiv Rückmeldungen gesammelt werden sollen.

Wie kann ich das 5-Finger-Feedback digital einsetzen?

Die Methode funktioniert auch per Videokonferenz, in Chats oder mit Online-Whiteboards. Jeder Teilnehmende kann seine Antworten schriftlich einreichen, die Ergebnisse werden gemeinsam besprochen.

Was tun, wenn das Feedback kritisch ausfällt?

Es ist wichtig, einen wertschätzenden Rahmen zu setzen und Kritik lösungsorientiert zu behandeln. Führungskräfte sollten Kritikpunkte gezielt aufgreifen und gemeinsam mit dem Team Lösungswege formulieren.