Angst? Tipps für mehr Sicherheit

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tipps gegen angst

28.10.2020
Isabel Hempel
10728

Corona-Virus, Klimawandel, Arbeitsplatzverlust: Die Angst vor dem Unberechenbaren zieht uns schnell in ihren Bann. Diese Tipps helfen, sich wieder sicherer zu fühlen.

Angst ist ein Gefühl, das sich einstellt, wenn etwas unsicher wird. Unser Körpersystem reagiert dann quasi automatisch und unbewusst. Es schleicht sich etwas ein, das danach ruft geklärt zu werden. Dabei ist es nicht wichtig, ob es sich um einen Virus dreht, das Ende einer Partnerschaft oder um den Verlust des Arbeitsplatzes. Matthias Könning, Lebenslagen-Coach beim pme Familienservice, gibt Hinweise, die dabei helfen können, sich wieder sicherer zu fühlen. Zudem gibt Matthias Könning drei Tipps, die bei einer akuten Angstattacke helfen.

 

 Überprüfe die Informationen


In Gefahrensituationen werden Fakten oft angereichert durch Gerüchte, Übertreibungen, scheinbar machtvolles Mehrwissen oder Halbwissen. Darum ein Nachrichtenvergleich. Wer ist auch sonst zuverlässig in der Berichterstattung? Wem geht es eher um Verkauf von Infos durch das Schüren der Angst? Zuverlässige Informationen geben Sicherheit, selbst wenn die Nachrichten schlecht sind.  


  Vergleiche mit Ähnlichem


Wenn zum Beispiel ein Virus als große Bedrohung dargestellt wird, vergisst man schnell, dass viele Dinge im alltäglichen Leben ein gewisses Risiko mit sich bringen. Der Virus wirkt wie ein großes Gespenst. Die einzige Gefahr, die existiert. Zieht man einen Vergleich zur 'normalen' Grippe, zu Krebs, Verkehrsunfällen oder anderen tragischen Ereignissen, dann relativiert sich die Bedrohung schnell. Es wird klar, dass die Lage nicht so katastrophal ist, wie es der Blick auf die Medienberichte erscheinen lässt.


  Mache das Thema kleiner


Wenn Angst auftaucht, kann diese gleich das ganze Gefühlssystem überfluten. Da ist dann nur noch das Virus. Nur noch die Angst. Überall sehen wir die Gefahr. Im Supermarkt die leeren Regale. Jemand hustet und schon wird eine große Panik ausgelöst. Wenn du jedoch sagst: Ein Teil von mir hat gerade Angst oder 'etwas' in mir reagiert gerade ängstlich, dann ist nicht das komplette System blockiert. Diese Einsicht hilft, Angstgefühle besser in den Griff zu bekommen. Denn es gibt auch den Teil in uns, der noch funktioniert und nicht ängstlich ist.   


    Lebe deine Kontakte


Wenn die Angst auftaucht, dann führt das schnell dazu, dass ich mich verstecken möchte. Mich zurückziehe und von allem und allen isoliere um nicht angesteckt zu werden. Isolation ist aber nicht gut für die Psyche. Wir Menschen sind so gestrickt, dass wir Gefahren besser zusammen meistern können. Dafür muss ich mich aber entscheiden. Ich bin nicht allein, sondern ich habe Menschen an meiner Seite, die mich unterstützen und die umgekehrt auch für mich da sind. Auch das Reden über Angst hilft dabei, wieder mehr Sicherheit zu bekommen. Das funktioniert auch am Telefon, via Skype oder WhatsApp.

 

   Erinnere dich an Krisen


Wenn du auf dein Leben zurückblickst wird dir einfallen, dass du schon so viel geschafft hast. Wie viele Krankheiten hast du schon überwunden. Wie viele Konflikte hast du schon bewältigt. Aus wie vielen Angstsituationen bist du schon heil wieder herausgekommen. Du bist eine Meister*in in der Bewältigung von Angst. Indem du dich daran erinnerst wird auch diese Kraft wieder lebendig, die dir sagt, dass du auch diese Gefahrensituation überwinden wirst.

 

Plötzliche Corona-Panik:
Mit 3 Schritten kannst du dir mehr Freiraum verschaffen

Wenn du Angst spürst, dann wird es eng im Inneren. Die Enge bewirkt, dass du nicht mehr klar denken kannst. Du landest im Stressmuster und machst Dinge, die du nicht machst, wenn du klar bist. Die Lösung heißt: Sorge dafür, dass die Enge etwas weniger bedrückend wird. Schaffe dir einen Freiraum, der die Enge weniger bedrohlich macht. Das Schaffen von kleinen Freiräumen heißt also das Zauberwort. Wie könntest du es umsetzen? Hier drei Hinweise.

 

Durchatmen


Hilfreich ist es für einen Moment innezuhalten und tief durchzuatmen. Wer Angst hat vergisst oft das atmen. Überprüfe, ob du deinen Körper mit genug Sauerstoff versorgst und atme bewusst ein paarmal tief ein und aus.

 

  Der erste kleine Schritt

Eine weitere Möglichkeit wäre es, an den nächsten kleinen Schritt zu denken. Was wäre jetzt für dich in diesem Augenblick der erste kleine, aber hilfreiche Schritt. Er muss nur klein sein. Wer noch einen Schritt machen kann, landet nicht in der Ohnmacht. Du könntest jetzt mal eben jemanden anrufen. Dir ein Glas Wasser einschenken. Eine Tasse Tee oder Kaffee trinken und Kraft sammeln. Der erste kleine, aber hilfreiche Schritt.

 

  Akzeptieren, was ist

Die dritte Möglichkeit heißt: Ich akzeptiere, was jetzt gerade ist. Eine Situation kannst du manchmal nicht ändern. Der Virus ist da und verbreitet sich hoffentlich nur langsam. Du bist eingeschränkt in deinen Bewegungsmöglichkeiten. Du musst Dinge tun, die dir im Augenblick nicht gefallen. Wenn du es für einen Moment akzeptierst verschwendest du nicht Zeit und Energie für den Kampf gegen etwas, das du jetzt nicht ändern kannst. Wenn du akzeptierst kannst du dich für einen Moment entspannen, loslassen und Freiraum gewinnen.

 

Über den pme Familienservice

Im Auftrag von mehr als 900 Arbeitgebern unterstützt die pme Familienservice Gruppe Beschäftigte darin, Beruf und Privatleben gelingend zu vereinbaren und mit freiem Kopf arbeiten zu können. 

 

 

Matthias Könning pme Familienservice

Matthias Könning ist Systemischer Supervisor und Familientherapeut (DGSF), ausgebildeter Konfliktklärungshelfer und Fachberater Lebenslagen-Coaching beim pme Familienservice.

 

 

 

 

 

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