Ein Sparschwein ist aufgebrochen und die Münzen darin sind zu sehen
Finanzen & Recht

Wann gilt man als überschuldet?

Wie schnell man in den Miesen landen kann, wird einem oft erst klar, wenn das Konto bereits rote Zahlen zeigt und sich die offenen Rechnungen auf dem Küchentisch stapeln. Wer zu lange wartet mit der Schuldentilgung, schafft es ohne fremde Hilfe kaum mehr aus der Schuldenspirale raus.

Wann bin ich verschuldet? Was ist Überschuldung?

Wenn Sie Kredite aufgenommen haben und die Raten pünktlich zurückbezahlen, ist das keine brenzlige Situation. Sie sind zwar verschuldet, aber Ihr Lebensunterhalt ist dadurch nicht gefährdet.

Wenn Sie allerdings die vereinbarten Raten nicht bezahlen können, dann spricht man von einer Überschuldung – also immer dann, wenn nach Abzug von Miete, Strom und den Kosten für den täglichen Lebensbedarf das restliche Geld dauerhaft nicht ausreicht, um weiteren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können.

Wenn dieser Fall eintritt, sollten Sie schnell reagieren und eine Beratungsstelle für Schuldner aufsuchen. Tun Sie das nicht und häufen sich immer mehr Schulden an, drohen Mahnverfahren und Zwangsvollstreckungen.

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Unverschuldet überschuldet: Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit

Eine Überschuldung kann völlig „unverschuldet“ eintreten. Der „Klassiker“ ist die plötzlich eintretende Arbeitslosigkeit. Aber auch Scheidung und Trennung zählen zu den meistgenannten Gründen, warum Menschen plötzlich für ihren Lebensunterhalt nicht mehr aufkommen können.

Gerade nach einer Scheidung können Unterhaltskosten ins Gewicht fallen, und die monatlichen Zahlungen für frühere Partnerinnen oder Partner und gemeinsame Kinder können schnell zu Kosten führen, die schwer zu kontrollieren sind. Aber auch lange und schwerwiegende Erkrankungen werden als Ursache für eine Überschuldung genannt.

 

Jugendliche haben oft Geldprobleme

Oft führt auch ein sorgloser und zu entspannter Umgang mit Geld dazu, dass man in den roten Zahlen landet. Vor allem junge Menschen haben Geldprobleme.

Insgesamt waren im Jahr 2024 in Deutschland 5,67 Millionen Menschen überschuldet. Zu 2023 bedeutet dies einen Anstieg von 111.000 Fällen. Seit 2016 (letzter gravierender Anstieg) war die Anzahl der überschuldeten Menschen eher rückläufig, daher sind die neuen Entwicklungen beunruhigend.
Am meisten verschuldet sind Personen in der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren. 

Aber auch Personen im Alter von 20 bis 25 Jahren haben 2016 eine Schuldnerberatung aufgesucht. Im Schnitt hatten sie etwa 7.500 Euro Schulden laut Statistischem Bundesamt (Statistik zur Überschuldung privater Personen, 2017). Allein die offene Handyrechnung belaufe sich bei vielen Jugendlichen auf ein Mehrfaches ihrer monatlichen Einnahmen.

Brisant sei die Ursache der Überschuldung bei jungen Leuten. Während Erwachsene eben meist durch Arbeitslosigkeit, Trennung oder Krankheit immer mehr Schulden anhäufen, sei es bei Jugendlichen eine „unwirtschaftliche Haushaltsführung“. Anders ausgedrückt: Sie konsumieren einfach zu viel. Verträge mit Fitnessstudios, Abonnements, Kleidung online shoppen, Geld ausgeben in Computerspielen, Buy now – Pay later-Angebote, die nichts anderes als Minikredite sind, sind besonders reizvoll und dadurch besonders gefährlich: Die wenigsten Jugendlichen sind auf den Umgang mit Geld vorbereitet.

Budgetkompass für Jugendliche

Budgetkompass für junge Haushalte

Verschuldungslexikon

Wie kann ich Schulden vermeiden?

Ist eine Person bzw. ein Haushalt erst einmal in die Überschuldung gerutscht, ist es schwer, wieder aus der Schuldenspirale zu entkommen. Irgendwann flattern immer mehr Rechnungen und Mahnungen ins Haus. Gläubiger, Inkassofirmen und der Gerichtsvollzieher versuchen Geld einzutreiben.

Ergreifen Sie am besten sofort die Initiative, sobald Sie merken, dass Sie immer mehr ins Minus rutschen und offene Rechnungen nicht mehr bezahlen können:

  • Ein Haushaltsbuch hilft Ihnen, einen besseren Überblick über Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben zu bekommen.
  • Überlegen Sie, wo Sie Ausgaben einschränken können (z. B. seltener Essen gehen oder auf den täglichen Coffee to go verzichten, statt drei Wochen Urlaub nur zwei Wochen), prüfen Sie, ob sie bestimmte Verträge, Versicherungen und Abonnements noch brauchen usw.
  • Suchen Sie eine Schuldnerberatungsstelle auf, die Sie dabei unterstützt, die Ursachen und Gründe Ihrer Verschuldung zu ermitteln, mit Ihnen gemeinsam einen Haushaltsplan erstellt und eine Strategie entwickelt, damit Sie schrittweise Ihre Schulden abbauen.

Beratung bei finanziellen Problemen, Schulden oder Verschuldung

Sprechen Sie am besten mit einem gut ausgebildeten Einkommens- und Budgetberater:in, ob dies auch wirklich machbar ist und der richtige Weg für Sie.

Die pme Familienservice Gruppe bietet Beschäftigten ihrer Kundenfirmen eine kostenfreie Budgetberatung an. 

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FAQ – häufige Fragen zu Überschuldung

Wann gilt man als überschuldet?

Überschuldung liegt vor, wenn nach Abzug von Miete, Strom und den Kosten für den täglichen Lebensunterhalt dauerhaft nicht genug Geld bleibt, um laufende Verbindlichkeiten zu begleichen. Mahnungen oder regelmäßig nicht bezahlte Rechnungen sind frühe Warnzeichen, auf die Sie sofort reagieren sollten.

Worin unterscheidet sich Verschuldung von Überschuldung?

Verschuldung bedeutet, dass Sie Kredite oder Verbindlichkeiten haben, die planmäßig bedient werden. Überschuldung tritt ein, wenn Zahlungen dauerhaft nicht mehr geleistet werden können. 

Was sind typische Ursachen für Überschuldung?

Typische Ursachen für Überschuldung sind plötzliche Arbeitslosigkeit, Trennung oder Scheidung sowie längere Erkrankungen; bei jungen Menschen ist unkontrollierter Konsum (Abonnements, Buy now pay later, In App Käufe) häufige Ursache. 

Wie kann ich Überschuldung vorbeugen?

Führen Sie für zwei bis drei Monate ein Haushaltsbuch, um Einnahmen und Ausgaben zu erfassen und eine mögliche Liquiditätslücke zu identifizieren. Hilfreich ist es, einen Notgroschen aufzubauen (zwei bis drei Monatsgehälter), Verträge und Abonnements regelmäßig zu überprüfen und Unnötiges zu kündigen sowie automatische Sparraten einzurichten.

Welche Sofortmaßnahmen helfen, wenn Zahlungsprobleme beginnen?

Sobald Zahlungsengpässe sichtbar werden, sollten Sie lebenswichtige Zahlungen wie Miete und Energie priorisieren, Gläubiger frühzeitig kontaktieren und um Raten- oder Stundungsvereinbarungen bitten sowie regelmäßige Abbuchungen prüfen und unnötige Dauerausgaben kündigen. Sammeln Sie Mahnschreiben und notieren Sie Fristen, damit Sie rechtzeitig reagieren können, bevor gerichtliche Schritte drohen.

Wann und wie sollte ich professionelle Schuldnerberatung in Anspruch nehmen?

Suchen Sie professionelle Schuldnerberatung auf, sobald eine dauerhafte Lücke im Haushaltsplan erkennbar ist, Mahnverfahren oder Inkassos eintreten oder eine Zwangsvollstreckung droht. Bereiten Sie für den Beratungstermin alle relevanten Unterlagen vor — Kontoauszüge, Einkommensnachweise, Mietvertrag, Mahnungen, Kreditverträge und eine Liste laufender Abos — das beschleunigt die Analyse und ermöglicht konkrete Verhandlungsstrategien mit Gläubigern.

null Helikoptereltern: Auswirkungen überfürsorglicher Erziehung

Ein Mädchen hängt überkopf vom Baum
Eltern & Kind

Was macht Helikopter-Eltern aus?

Die ängstliche Mutter, die ihr Kind überall mit dem Auto hinbringt und auch wieder abholt, der kontrollierende Vater, der die schulischen Leistungen ganz genau im Blick hat und kein Lehrergespräch scheut ...  

Während viele Eltern ihre Kinder unterstützen möchten, um ihnen den Weg zu ebnen, geraten sie häufig in die Rolle der „Helikopter-Eltern“. Diese überfürsorgliche Haltung, die meist aus eigenen Sorgen und Ängsten resultiert, kann jedoch die Entwicklung der kindlichen Selbstständigkeit stark beeinflussen. 

Ein Beitrag von Ramona Krämer, Elternberaterin und systemische Familientherapeutin beim pme Familienservice.

Was sind “Helikopter-Eltern”?  

Als „Helikopter-Eltern“ werden Eltern bezeichnet, die ständig in der Nähe ihrer Kinder sind und wie ein Helikopter um sie herum kreisen, um jederzeit eingreifen zu können, wenn sie glauben, dass ihr Kind Unterstützung oder Schutz benötigt. 

Der Erziehungsstil von Helikopter-Eltern zeichnet sich aus durch

  • Überinvolviertheit
  • Einschränkung der kindlichen Autonomie 
  • Überbehütung 
  • Schuldzuweisung gegenüber Dritten, z. B. wenn Erzieher:innen verantwortlich gemacht werden, wenn das eigene Kind Konflikte in der Kita hat.

Was ist der Unterschied zwischen Helikopter-Eltern und Rasenmäher-Eltern? 

Im Gegensatz zu Helikopter-Eltern versuchen Rasenmäher-Eltern, jede potenzielle Herausforderung oder Schwierigkeit frühzeitig – am besten bereits im Vorfeld – aus dem Weg zu räumen. Sie „mähen“ alle Hindernisse ab, bevor das Kind diesen begegnet. 

Beide Erziehungsstile sind von einer starken Überfürsorglichkeit geprägt, jedoch mit unterschiedlichem Ansatz: Helikopter-Eltern agieren reaktiver, während Rasenmäher-Eltern mehr im Voraus planen und handeln.

Was steckt dahinter, wenn Eltern überfürsorglich sind?  

Die Überfürsorglichkeit von Helikopter-Eltern entspringt oft aus ihren eigenen Ängsten heraus.

Meist gibt es Gründe für das überbehütende Verhalten der Eltern, die in ihrer Vergangenheit liegen und mit Erfahrungen – vor, während oder nach der Schwangerschaft – verbunden sind: beispielsweise eine lange Kinderwunschbehandlung, Komplikationen in der Schwangerschaft oder bei der Geburt, Frühgeburten, ebenso wie postpartale Depressionen oder auch die eigene Erziehung, mit der sie groß geworden sind. 

Gleichzeitig wird die Welt immer komplexer, und durch die mediale Berichterstattung erfahren wir von vielen Unglücken um uns herum und in der Welt, wodurch wir das Gefühl bekommen, dass die Welt gefährlicher und unsicherer für unsere Kinder ist. 

Der Wunsch nach Kontrolle entspringt oft dem Bedürfnis, etwas gegen die eigene Ohnmacht und Hilflosigkeit zu tun.
 

Wir überschätzen die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen! 

In der Psychologie spricht man von der Verfügbarkeitsheuristik: eine verkürzende, kognitive Schlussfolgerung, bei der die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen je nach Aktualität und Lebendigkeit in der Erinnerung eingeschätzt wird. 

Das bedeutet: Tragische Nachrichten brennen sich ein, führen zu einem erhöhten Risikogefühl und somit zu Fehleinschätzungen und Urteilsfehlern. Folge sind oft verstärkte Schutzmaßnahmen 

Welche Auswirkungen haben Helikopter-Eltern auf ihre Kinder?  

Der überbehütende Erziehungsstil führt dazu, dass Kinder ängstlich werden und selbst Phobien oder Ängste entwickeln können.

Bevor Kinder eigene Erfahrungen sammeln können, verlassen sie sich auf die Erfahrungswerte ihrer Bezugspersonen. Diese Art von Erfahrungsübertragung ist sehr langlebig, im Gegensatz zu anderen Lernweisen, die schnell verblassen, wenn sie nicht wiederholt werden.

Phobien und Ängste, wie z. B. die Angst vor Spinnen oder dem Zahnarzt oder Verlustangst, werden von der primären Bezugsperson auf ihre Kinder übertragen. Das passiert auf nonverbaler Ebene, durch Mimik, Gestik, Geruch. 

Was hilft? Die eigene Angst benennen und offenlegen! 
 

Machen Sie den Realitätscheck!

Tauschen Sie sich mit anderen Eltern oder Ihrer/Ihrem Partner:in aus: 

- Gibt es reale Gefahren oder ist es eine gefühlte Unsicherheit? 

- Was ist Kindern in diesem Alter zuzutrauen? 

- Wie handhaben Sie das? 

- Haben Sie ähnliche Ängste?

 

ABER das elterliche Vorbild entscheidet nicht alleine darüber, ob ein Kind Ängste entwickelt. Hierbei spielen auch genetische, biologische und soziokulturelle Einflüsse eine Rolle. 

Beispiel 1: Eine ängstliche Mutter begrenzt den Bewegungsfreiraum ihres abenteuerlustigen Sohnes, was zu häufigen Konflikten führt. Obwohl die mütterliche Angst oft spürbar ist, überträgt sie sich vermutlich nicht direkt auf den Sohn. 

Beispiel 2: Ein eher vorsichtiges Kind wird von seinen Eltern in seiner Selbstständigkeit stark eingeschränkt. Es traut sich immer weniger zu, Herausforderungen alleine zu meistern, und lernt nicht,  Handlungsfähigkeit zu entwickeln. 

Wie verhalten sich Kinder von Helikopter-Eltern? 

Die Überfürsorglichkeit der Helikopter-Eltern hat einen starken Einfluss auf die Entwicklung ihrer Kinder. Das zeigt sich sowohl in der Motorik, bei der Einschätzung von Risiken und in der Frustrationstoleranz.

Der Einfluss auf die motorische Entwicklung und Risikobewertung der Kinder

Die Unfallkasse Hessen hält in ihrer Schriftreihe “Mehr Sicherheit durch Bewegung” fest, dass Kinder, die sich frei bewegen dürfen, weniger Unfälle haben. Kinder brauchen die freie Bewegung und den Raum, selbst Erfahrungen machen zu können.

Sie brauchen Herausforderungen, Grenzerfahrungen und Erlebnisse des Scheiterns, um zu lernen, Risiken richtig einzuschätzen und Selbstvertrauen zu entwickeln.

Der Einfluss auf die Resilienz und Frustrationstoleranz der Kinder 

Überbehütete Kinder, die während des Aufwachsens kaum negative Emotionen, Konsequenzen und Frust spüren, entwickeln weniger Selbstwirksamkeit und leiden häufiger unter Angststörungen, zeigen die Studien der Universität Stanford (2021) sowie der Florida Atlantic Universität (2023).  

Umso wichtiger ist es, dass Kinder früh und altersgerecht lernen, mit Frustrationen, Ungerechtigkeit, Konflikten oder auch Unfällen umzugehen. 

Wie können wir unsere Kinder starkmachen? 

Eltern – und gerade Helikopter-Eltern – müssen lernen, die eigenen Ängste und Sorgen auszuhalten.  

Statt das eigene Kind mit gutgemeinter Überfürsorglichkeit einzuschränken, müssen Kinder in ihrer Selbstständigkeit unterstützt werden. Auf diese Weise können sie Krisenkompetenzen entwickeln und lernen, sich selbstständig zu behaupten.  

Das bestätigt auch die Studie der Florida Atlantic Universität (2023), die belegt, dass Kinder und Jugendliche, die viel Zeit mit freiem und auch riskantem Spiel verbringen und es gewohnt sind, Probleme ohne elterliche Anleitung zu lösen, mental zufriedener sind. 

Daher ist es wichtig, dass Eltern die Selbstwirksamkeit und Resilienz ihres Kindes fördern und ihm den benötigten Freiraum geben.

5 Tipps, wie Sie ein gesundes Maß an Fürsorge finden

1. Sehen Sie Fürsorge als Unterstützung zur eigenständigen Entwicklung Ihres Kindes. Das langfristige Ziel von Eltern sollte es sein, sich selbst entbehrlich zu machen. Schließlich wollen wir, dass unsere Kinder, wenn sie ausziehen, ihr Leben alleine regeln können. 

2. Helfen Sie Ihrem Kind nur, wenn es danach fragt.  

3. Stellen Sie Ihrem Kind Fragen, statt direkt Antworten zu geben und so einen Lösungsweg vorwegzunehmen. 

4. Nehmen Sie Ihrem Kind Herausforderungen nicht ab, sondern unterstützen Sie es, selbst eine Lösung zu finden. 

5. Unterstützen Sie immer nur so lange, bis der Punkt erreicht ist, an dem Ihr Kind alleine übernehmen kann. 

""Die Aufgabe der Eltern besteht darin, ihr Kind nur so lange zu unterstützen, bis das Kind allein übernehmen kann – nicht dem Kind alles abzunehmen oder die Herausforderungen aus dem Weg zu räumen." - Ramona Krämer, Elternberaterin pme Familienservice

Die pme-Elternberatung

Unsere Elternberater:innen begleiten Eltern in allen Fragen von der Schwangerschaft bis zum Erwachsenwerden des Kindes.  

Persönlich und vertraulich: Wir sind online, telefonisch und vor Ort für Sie da. Mehr Informationen finden Sie auf der Seite der pme Elternberatung.