Ein Paar freut sich über die private Altersvorsorge
Finanzen & Recht

Wie Sie Ihre private Altersvorsorge ideal mit Ihrer Work-Life-Balance in Einklang bringen

Das Thema Altersvorsorge begleitet viele Arbeitnehmer meist schon relativ früh und bleibt dann über viele Jahre hinweg präsent. Gleichzeitig fühlt sich der Alltag häufig bereits gut gefüllt an, denn berufliche Aufgaben, familiäre Verantwortung, gesundheitliche Aspekte und persönliche Zeitansprüche greifen ineinander und fordern stetige Aufmerksamkeit. Da entsteht schnell der Eindruck, dass finanzielle Planung noch ein zusätzlicher Punkt ist, der bedacht werden muss. Dabei lässt sich Altersvorsorge durchaus so gestalten, dass sie sich ruhig und unauffällig in Ihren Alltag einfügt nicht ständig präsent sein muss.

Warum lohnt sich eine private Altersvorsorge grundsätzlich?

Beim Berufseinstieg bildet die gesetzliche Altersvorsorge zunächst die vertraute Basis. Monatlich fließen Beiträge automatisch ab und vermitteln ein erstes Gefühl von Sicherheit. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass diese Form der Absicherung vor allem auf eine Grundversorgung ausgelegt ist. Persönliche Wünsche, veränderte Lebensentwürfe oder zusätzliche Ausgaben im späteren Leben lassen sich darüber oft nur eingeschränkt abbilden.

Genau an dieser Stelle setzt die private Altersvorsorge an. Sie erweitert den bestehenden Rahmen und schafft spürbar mehr finanziellen Spielraum.

Durch private Vorsorgelösungen lassen sich individuelle Vorstellungen besser berücksichtigen, zum Beispiel ein flexibler Übergang aus dem Berufsleben oder mehr Freiheit bei der Gestaltung des Alltags im Alter. Oft geht es dabei weniger um einzelne Zahlen oder Beträge und stattdessen vielmehr um das beruhigende Gefühl, selbst Einfluss auf die eigene Zukunft zu nehmen und wichtige Entscheidungen nicht vollständig aus der Hand zu geben.

Wie lässt sich Altersvorsorge entspannt in Ihren Alltag integrieren?

Ein voller Terminkalender muss nicht bedeuten, dass für Altersvorsorge kein Raum mehr bleibt. Entscheidend ist vielmehr, dass Sie das Thema ruhig und ohne zusätzlichen Druck oder Stress angehen. Ein guter erster Schritt besteht darin, sich selbst eine grobe Übersicht zu verschaffen. Das gelingt oft schon, indem Sie sich online einlesen und grundlegende Informationen sammeln.

Wenn Sie den Wunsch nach persönlicher Orientierung haben, bietet sich auch ein Termin für eine individuelle Beratung an. Ein solches Gespräch schafft Klarheit und hilft dabei, die eigenen Möglichkeiten besser einzuordnen, ohne dass Sie sich allein durch zahlreiche Informationen arbeiten müssen.

Welche Vorsorgeformen stehen zur Auswahl?

Wenn Sie sich zum ersten Mal mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen, stoßen Sie recht schnell auf unterschiedliche Möglichkeiten. Das wirkt im ersten Moment oft umfangreich, lässt sich jedoch gut ordnen.

Zu den gängigen Vorsorgemöglichkeiten zählen zum Beispiel:

  • fondsgebundene Sparpläne, wie ETF-Sparpläne, bei denen monatlich ein fester Betrag automatisch investiert wird
  • klassische private Rentenversicherungen, die im Alter eine regelmäßige Auszahlung vorsehen
  • fondsgebundene Rentenversicherungen, bei denen langfristiger Vermögensaufbau und spätere Rentenzahlungen kombiniert werden
  • betriebliche Altersvorsorge, etwa in Form einer Direktversicherung oder über eine Pensionskasse beim Arbeitgeber
  • staatlich geförderte Vorsorgemodelle, wie die Riester Rente oder die Rürup Rente, die an bestimmte Rahmenbedingungen gebunden sind
  • flexible private Rücklagen, zum Beispiel langfristige Sparpläne oder Anlagekonten ohne feste Vertragsbindung

Jede dieser Möglichkeiten bringt eigene Vorteile und Schwerpunkte mit sich. Einige Lösungen bieten viel Flexibilität, andere sorgen wiederrum für klare Strukturen und eine gut planbare Absicherung im Alter. 

Wenn Ihr Alltag wenig Raum für organisatorische Themen lässt, bieten sich vor allem Vorsorgelösungen an, die weitgehend automatisch laufen. Fondsgebundene Sparpläne mit festen monatlichen Einzahlungen sowie betriebliche Altersvorsorgelösungen lassen sich gut integrieren, da sie im Hintergrund mitlaufen und nur gelegentlich überprüft werden müssen. So bleibt das Thema überschaubar und lässt sich zudem bei wenig Zeit gut handhaben.

Warum sollte Ihre persönliche Lebenssituation in die Planung einbezogen werden?

Ihre Altersvorsorge entfaltet ihre Wirkung erst dann, wenn sie zu Ihrer Lebensrealität passt. Einkommen, familiäre Verpflichtungen und berufliche Perspektiven beeinflussen, welche Beiträge für Sie sinnvoll erscheinen und welche Vorsorgelösungen infrage kommen.

Aber Lebensphasen verändern sich im Laufe der Zeit und genau das darf sich auch in Ihrer Planung widerspiegeln. Teilzeitphasen, Elternzeiten oder berufliche Neuorientierungen lassen sich beispielsweise am besten berücksichtigen, wenn Sie auf flexible Konzepte setzen. 

Regelmäßige Überprüfungen helfen Ihnen dabei, den Überblick zu behalten und Anpassungen rechtzeitig vorzunehmen. So bleibt Ihre Vorsorge realistisch und fügt sich weiterhin stimmig in Ihren Alltag ein.

Finanzielle Planung und Lebensqualität im Einklang 

Eine strukturierte und vorausschauende Altersvorsorge steht einer ausgewogenen Work-Life-Balance also nicht entgegen. Häufig entsteht durch klare finanzielle Rahmenbedingungen sogar mehr Ruhe im Alltag.

Wenn Sie wissen, welche Ziele Sie verfolgen und wie Ihre Planung aussieht, gewinnen Sie Orientierung und Sicherheit und gleichzeitig bleibt außerdem genug Zeit für persönliche Wünsche, Erholung und gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden.

null Mitarbeiterunterstützung erfolgreich gestalten | GIM-Forsight Studie

Grafik mit dem Text: Work-Life-Balance ist kein Selbstläufer
Führung & HR

Mitarbeiterunterstützung erfolgreich gestalten: EAP-Studie

Im Auftrag des pme Familienservice haben die Zukunftsforscher von GIM-Foresight die empirische Studie “EAP-Success-Factors” durchgeführt. Die Studie ergründet, wie Programme zur Mitarbeuterunterstützung (EAP) wahrgenommen werden und welche Bestandteile Einfluss auf die Akzeptanz und Zufriedenheit der Mitarbeitenden haben.

Die neue empirische Studie “EAP-Success-Factors” von GIM-Foresight zeigt, worauf es für die Akzeptanz und Nutzung von Employee-Assistance-Programmen/Mitarbeiterunterstützung (EAP) ankommt. Die Studie ergründet, wie solche Programme wahrgenommen werden und welche Bestandteile Einfluss auf die Akzeptanz und Zufriedenheit der Mitarbeitenden haben.

 

Viele Unternehmen sehen einen steigenden Bedarf an Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität, sowohl im Kontext der Ansprache neuer Mitarbeiter:innen, als auch für die Bindung Ihrer Beschäftigten.

Gerade junge Mitarbeiter:innen haben eine weitaus differenziertere Anspruchshaltung bei der Auswahl von Unternehmen. Organisationen sollen hierbei mehr Rücksicht auf das Privatleben der Mitarbeitenden nehmen, mehr Flexibilität im Kontext des mobilen Arbeitens anbieten und auch verstärkt auf eine nachhaltige Unternehmenskultur achten, die auch das physische und mentale Wohlbefinden der Mitarbeitenden beachtet.

​​​​​​​Die Merkmale von EAP-Programmen/Mitarbeiterunterstützung

Vor diesem Hintergrund bieten Unternehmen vermehrt Unterstützungsangebote an, die sich in besonderem Maße den beruflichen und privaten Fragestellungen der Mitarbeitenden widmen. In Deutschland steht hierbei steht oft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Vordergrund, jedoch wird auch immer häufiger ein umfassendes Gesundheitsmanagement angeboten, mit Sport und Entspannungsprogrammen, Gesundheitsberatung und auch psychosoziale Beratung und Coaching in schwierigen Lebenslagen.

Der Nutzen von Mitarbeiterunterstützung

Zahlreiche Studien belegen den Nutzen von EAP-Angeboten für Unternehmen und Mitarbeitende:

  • Erhalt von Personal: Es ergeben sich Einsparungen durch geringere Mitarbeiterfluktuation und den Erhalt von Mitarbeiterinnen mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen.
  • Personalgewinnung: Qualifiziertes Personal und Führungskräfte können gewonnen werden, da laut Umfragen Work-Life-Balance ein immer wichtigeres Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers darstellt.
  • Reduzierte Fehlzeiten: Die Krankheitstage der Mitarbeiter sinken, da familiärer Engpässe und gesundheitliche Schwierigkeiten minimiert werden.
  • Erhöhte Leistungsfähigkeit: Durch die Verringerung von Stressfaktoren können sich Mitarbeiter besser auf ihre Arbeit konzentrieren und zugleich gesundheitlichen Problemen vorbeugen.

So zeigt eine Meta-Studie der Unternehmensberatung Deloitte, dass der durchschnittliche Return on Investment (ROI) für Arbeitgeber die in Gesundheitsfördernde Maßnahmen investieren bei 1:5,3 liegt, d.h. für jeden Euro den Arbeitgebende in solche Maßnahmen investieren erzielen sie einen wirtschaftlichen Mehrwert von 5,30 Euro (Deloitte, 2022).

EAP-Programme sind keine Selbstläufer

Der Mehrwert von EAP-Programmen für Unternehmen ist heute weitgehend akzeptiert. Allerdings wird häufig unterschätzt, dass die Wirkung von Unterstützungsangeboten stark von der konkreten Ausgestaltung und Kommunikation solcher Maßnahmen abhängt . Es reicht also nicht irgendwelche Programme anzubieten. Deshalb erkundet die Studie “EAP-Success Factors” wie solche Programme wahrgenommen werden und welche Bestandteile einen weniger starken Einfluss auf die Akzeptanz und Zufriedenheit der Mitarbeitenden haben.

Die Studienergebnisse werden am 14.11 im Detail vorgestellt (zum Livestream anmelden). Einige Erkenntnisse nehmen wir hier vorweg.

Studienerkenntnisse: eine Vorschau

Mitarbeiterunterstützung ist für Beschäftigte wichtig

Allgemein zeigt sich, dass Employee Assistance Programme für Beschäftigte eine hohe Relevanz haben, insbesondere wenn es um Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben geht. Mehr als zwei Drittel (70%) der Befragten geben an, dass ihnen EAP-Angebote vom Unternehmen wichtig sind. Bei Führungskräften (77%) ist der Wert sogar noch höher als bei Mitarbeitenden (68%). ​​

Grafik zeigt wieviele Befragte geantwortet haben, dass Ihnen EAP wichtig ist.

Führungskräfte sind Hauptnutzer

Führungskräfte nehmen EAP-Angebote weit häufiger in Anspruch (87%) als die übrigen Mitarbeitenden (50%). Das deutet darauf hin, dass Führungskräfte besser über die Angebote informiert sind und zugleich viel selbstverständlicher solche Leistungen in Anspruch nehmen. Zu vermuten ist außerdem, dass High Potenzials inzwischen eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber dem Angebot von EAP-Dienstleistungen haben und solche Angebote zunehmend wichtig für die Gewinnung und Bindung von Führungskräften sind.

Grafik welche darstellt, wieviele Beschäftigte angeben, EAP zu nutzen bzw. bereits genutzt zu haben.

Welchen Fokus von EAP/Mitarbeiterunterstützung wünschen sich Beschäftigte?

Gefragt, welchen Fokus die Befragungsteilnehmenden beim Ausbau von EAP-Angeboten setzen würden, verteilt sich der Fokus relativ gleichmäßig auf mentale (35%), körperliche (35%) und Work-Life (30%) Angebote. Je nach Alter, Geschlecht und der Präsenz oder Abwesenheit von Kindern variieren diese Präferenzen allerdings substanziell. So ist es wenig erstaunlich, dass Frauen (36%) und Männer (38%) mit Kindern sehr viel mehr Wert auf Vereinbarkeitsangebote legen als Frauen (22%) und Männer (24%) ohne Kinder.

Zudem zeigt sich, dass mit zunehmendem Alter die Bedeutung von körperlichen Gesundheitsangeboten zunimmt. In der Altersgruppe 18-29 legen nur 25% den Fokus auf den Ausbau solcher Angebote, während der Anteil bei den Befragten über 60 Jahre bei 54% liegt. Umgekehrt sind für jüngere Beschäftigte unter 40 Jahren Angebote für die mentale Gesundheit und die Work-Life-Balance von höherer Bedeutung.

Grafik die zeigt welche Schwerpunkte sich Befragte bei EAP wünschen.

Fazit

EAP bzw. Programme zur Mitarbeiterunterstützung können sich sowohl auf die Mitarbeitenden als auch auf das Image des Unternehmens positiv auswirken: Von der Reduktion von Stress und Fehlzeiten, über die Förderung von Spaß an der Arbeit und Zufriedenheit mit dem Arbeitgeber, bis hin zur Unterstützung des Images als fortschrittlich, innovativ und mitarbeiterorientiert.

Die Nutzung von EAP ist bei Führungskräften sehr ausgeprägt, während befragte Mitarbeitende nur zu 50 Prozent EAP genutzt haben. Gerade für die Nutzung von Mitarbeitenden sind Folgende Faktoren wichtig: Kostenübernahme durch Arbeitgeber , vielfältige Angebote, individuelle und flexible Zugangs- und Nutzungsoptionen, sowie schneller Zugriff.

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Das Studiendesign

Von Ende Mai bis Anfang Juni 2023 wurde von dem Marktforschungsinstitut GIM-Foresight in Deutschland eine quantitative Online-Umfrage durchgeführt, deren Teilnahme durchschnittlich 15 Minuten dauerte. Die Stichprobe umfasst insgesamt 1.000 Arbeitnehmer:innen, darunter 382 Führungskräfte. Alle Teilnehmer:innen mussten zum Zeitpunkt der Befragung in Unternehmen mit mindestens 200 Mitarbeitenden beschäftigt sein. Die Stichprobengröße wurde bewusst gewählt, um eine umfassende und vielschichtige Datengrundlage für die Bewertung der Auswirkungen von EAPs auf die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden in deutschen Unternehmen zu gewährleisten. Die Recruitierung der Teilnehmer:innen erfolgte via Online-Access-Panels.

Quellenangaben

Deloitte (2022), Mental health and employers. The case for investment – pandemic and beyond, London, UK.