Junge Frau spielt mit zwei Kindern auf dem Boden
Eltern & Kind

Ein Au-pair aufnehmen: Voraussetzungen & Prozess

Ein Au-pair zuhause aufzunehmen bedeutet nicht nur Entlastung im Familienalltag, sondern auch kulturellen Austausch auf Augenhöhe.  

Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wie der Ablauf genau aussieht und worauf angehende Gastfamilien bei der Auswahl eines Au-pairs achten sollten, erklärt Michelle Mihm, Produktverantwortliche Au-Pair & Fachberaterin für Betreuung im Privathaushalt beim pme Familienservice. 

Was bedeutet es, ein Au-pair in Deutschland aufzunehmen? 

Ein Au-pair aufzunehmen bedeutet, ein neues Familienmitglied willkommen zu heißen – meist ist es eine junge Person, die aus einer anderen Kultur kommt und sich erst an das Leben in Deutschland gewöhnen muss.  

Während des Aufenthalts übernimmt das Au-pair leichte Betreuungs- und Haushaltstätigkeiten, während es im Gegenzug Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld erhält. Für die Gastfamilie heißt das vor allem, Zeit, Geduld und Offenheit zu investieren, um dem Au-pair den Start in einem neuen Land zu erleichtern. Gleichzeitig bereichert ein Au-pair den Familienalltag durch kulturellen Austausch und neue Perspektiven 

"Ein Au-pair sollte als jüngere Schwester oder Bruder angesehen werden, das in den Familienalltag integriert und mit dem gemeinsam gewachsen wird," Michelle Mihm, Produktverantwortliche Au-Pair & Fachberaterin für Betreuung im Privathaushalt.

Kann jeder ein Au-pair aufnehmen? 

Grundsätzlich kann jeder ein Au-pair aufnehmen, der die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehören unter anderem die passende Wohnsituation, die Betreuung eines Kindes sowie bestimmte rechtliche Bedingungen. Wer diese Kriterien erfüllt, kann von den vielen Vorteilen profitieren, die ein Au-pair für die Familie mit sich bringt.

Was sind die Voraussetzungen, um ein Au-pair in Deutschland aufzunehmen? 

Damit eine Familie ein Au-pair in Deutschland aufnehmen kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • In der Familie muss mindestens ein Kind unter 18 Jahren leben. 
  • Es muss ein eigenes, möbliertes, abschließbares und beheizbares Zimmer mit mindestens 8 Quadratmetern Fläche für das Au-pair zur Verfügung stehen. 
  • Die Umgangssprache in der Familie sollte Deutsch sein. 
  • Mindestens ein Elternteil muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. 
  • Die Familie übernimmt die Kosten für Unterkunft, Verpflegung, Taschengeld und Versicherung sowie einen Zuschuss zum Sprachkurs. 
  • Die Gasteltern ermöglichen die Teilnahme am Sprachkurs und an weiteren Kurs- und Freizeitangeboten des pme Familienservice. 
  • Das Au-pair hat bei einem 12-monatigen Aufenthalt Anspruch auf 4 Wochen bezahlten Urlaub (oder anteilig 2 Tage pro Monat).

Wie viel kostet es, ein Au-pair in Deutschland aufzunehmen?

Nimmt eine Familie ein Au-pair in Deutschland bei sich auf, steigen entsprechend auch die Lebenshaltungskosten.  Denn es lebt eine weitere erwachsene Person mit im Haushalt.   

Die Kosten, die Familien berücksichtigen sollten, wenn sie ein Au-pair aufnehmen möchten, setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen: 

  • Taschengeld: mindestens 280 Euro pro Monat 
  • Unfall-, Kranken- und Haftpflichtversicherung: etwa 50 Euro monatlich 
  • Deutschkurs: ca. 70 Euro pro Monat 
  • Kosten für Unterkunft und Verpflegung, auch während Freizeit oder Krankheit des Au-pairs: rund 250 bis 300 Euro monatlich 

Wie lange darf ein Au-pair in Deutschland bleiben? 

Ein Au-pair kann mindestens 4 Monate und maximal 12 Monate in Deutschland bleiben. Die Aufenthaltsdauer wird individuell vereinbart und kann je nach Bedarf und Möglichkeiten der Familie und des Au-pairs angepasst werden. 

Wie finde ich ein Au-pair? 

Wir vom pme Familienservice vermitteln Au-pairs an ausgewählte Familien in ganz Deutschland und begleiten Au-pairs wie auch die Gastfamilien während des gesamten Aufenthalts. Dabei legen wir großen Wert auf eine sorgfältige Auswahl und eine kontinuierliche Betreuung durch unsere erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort. 

Neben dem pme Familienservice als Au-pair-Agentur in Deutschland gibt es auch andere Plattformen, die Au-pairs vermitteln. 

"Viele Familien finden ihr Au-pair selbstständig und kommen dann für die weitere Begleitung zu uns. Hier bieten wir bereits im Vorfeld Beratungsgespräche an und klären auf, worauf bei einer eigenständigen Au-pair-Suche geachtet werden sollte. Wichtig zu wissen ist, dass Au-pairs zwischen 18 und 26 Jahre alt sein müssen. Während manche Plattformen das Alter nicht immer genau prüfen, achten wir sehr darauf, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind." - Michelle Mihm

pme Familienservice ist führende Au-pair-Agentur

Der pme Familienservice ist eine der führenden Au-pair-Agenturen in Deutschland und ist offizielles Mitglied der internationalen Au-pair-Agenturen-Organisation IAPA sowie der deutschen Au-Pair-Society. Die pme-Familienservice-Standorte sind zudem durch die Gütegemeinschaft Au-pair e.V. mit dem RAL-Gütezeichen zertifiziert. 

Herausforderungen, die Familien und Au-pairs begegnen können

Die Aufnahme eines Au-pairs in Deutschland bereichert den Familienalltag um neue Perspektiven und kulturelle Erfahrungen. Sie bringt aber auch Herausforderungen mit sich. 

Viele Au-pairs, die nach Deutschland kommen, erleben oft einen Kulturschock, und Sprachbarrieren können den Start etwas holprig gestalten. In dieser Phase sind viel Geduld, Verständnis und eine liebevolle Begleitung gefragt. Für die Familien heißt es dann Zeit investieren: in eine intensive Einarbeitung und gute Organisation.  

Diese intensive Anfangszeit zahlt sich aus, denn nach und nach wird das Au-pair zu einer großen Entlastung und bereichert den Familienalltag mit neuen Perspektiven und Erfahrungen. 

Der pme Familienservice steht Familien und Au-pairs während des gesamten Aufenthalts unterstützend zur Seite, z. B. mit Tipps gegen Heimweh, Hilfestellungen bei Sprachproblemen sowie Hilfe bei gesundheitlichen Fragen.

Wir betreuen Au-pairs während ihres gesamten Aufenthalts! 

Unsere Au-pairs sind während ihres Aufenthalts gut betreut. Wir bieten Whatsapp-Gruppen, eine Facebook-Gruppe, regelmäßige Treffen und eine 24-Stunden-Notfall-Hotline nur für Au-pairs an. So sind sie jederzeit gut vernetzt und unterstützt. 

Alle Informationen für Au-pairs in Deutschland. 

Wie lange dauert es, bis wir ein Au-pair in Deutschland bekommen? 

Die Dauer bis zur Ankunft eines Au-pairs in Deutschland kann stark variieren. Die Terminvergabe für das Visum bei der Botschaft hängt vom Herkunftsland ab und kann zwischen 8 Wochen und 8 bis 10 Monaten liegen. Oft gibt es Au-pairs, die bereits einen Termin haben, sodass die Entscheidung innerhalb von 2 bis 4 Wochen getroffen werden kann. Insgesamt kann der Prozess je nach Herkunftsland und politischer Lage zwischen 2 und 10 Monaten dauern.

Wird der Prozess auch mit eigenen Au-pairs unterstützt? 

Ja, wir unterstützen Familien auch ausschließlich beim Visumsprozess. Auch hier führen wir vorab Beratungsgespräche mit den Familien, die gern eigenständig nach einem Au-pair suchen möchten, und unterstützen dann im weiteren Prozess.

Aus welchen Ländern stammen die Au-pairs? 

Unsere Au-pairs kommen aktuell vor allem aus Indien, Madagaskar, Indonesien, Südamerika und Armenien. Länder wie Australien, Amerika oder Neuseeland sind kaum vertreten, da dort kein Visum für Au-pairs nötig ist.

Au-pair mit pme Familienservice

Der pme Familienservice ist Ihr starker Partner für eine sichere und qualifizierte Au-pair-Vermittlung in Deutschland. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Au-pair-Vermittlung bietet der pme Familienservice Familien und Au-pairs umfassende Informationen, qualifizierte Beratung und zuverlässige Unterstützung während des gesamten Aufenthalts. 

Die Vermittlung ist für Au-pairs kostenfrei.

null Scheitern ist Chefsache: Wie Sie aus Fehlern für die Zukunft lernen

Führung & HR

Scheitern ist Chefsache

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Ein altbekanntes Sprichwort, das in Zeiten des digitalen Wandels neue Relevanz bekommt – in Form der allseits propagierten Fehlerkultur. Denn Veränderung erfordert Kreativität, Innovation und vor allem Mut zur Lücke. Eine positive Fehlerkultur im Unternehmen zu etablieren, ist deshalb eine zentrale Führungsaufgabe.

Deutschland nennt sich selbst „Das Land der Ideen“. Darüber hinaus sind wir weltbekannt für Perfektionismus und höchste Qualität. Das macht unsere Wirtschaft so einzigartig. Schon in der Schule lernen wir, dass Fehler schlechte Noten und eine Standpauke der Eltern bringen.

In der Arbeitswelt sollen wir am besten keine Fehler machen, weil das weitreichende Konsequenzen für das Unternehmen haben könnte. Dieses Streben nach Perfektionismus rüstet uns wenig für die digitale Zukunft. „Wer lange plant und jede Unwägbarkeit ausschließen möchte, verpasst wichtige Trends, Markteintritte oder wechselnde Kundenbedürfnisse“1, findet Luuk Houtepen, Director Business Development der internationalen Personalberatung SThree. Eine intelligente Fehlerkultur wäre seiner Meinung nach eine wichtige Überlebensstrategie für ein Unternehmen.

Null-Fehler-Toleranz war gestern?

In den Köpfen der meisten Chefs bedeuten Fehler noch immer ein Fiasko, das es unbedingt zu vermeiden gilt. Führungskräfte scheuen sich davor, Risiken einzugehen – schließlich gibt es ja auch berufliche Felder, in denen Fehler fatal wären.

Gerade bei etablierten Unternehmen steht sehr viel auf dem Spiel, daher wird lieber weniger riskiert. Das häufig zitierte “Fail fast“-Prinzip funktioniert vor allem dort, wo durch Fehler verursachte Kosten gering ausfallen, Strukturen wenig komplex und Hierarchien noch nicht starr sind: zum Beispiel in kleineren Start-up-Unternehmen, die vorrangig davon leben, kreativ und agil auf Marktsituationen zu reagieren.

„Große Organisationen mit etablierten Kundenbeziehungen, gewachsenen Partnerschaften und einem hohen Maß an Verantwortung für die eigene Belegschaft hingegen setzen vor allem eins aufs Spiel: Vertrauen“, sagt Change-Management-Experte Sören Krüger in einem Artikel zur Fehlerkultur.2 In unberechenbaren Märkten sei der Umgang mit Fehlern immer ein Drahtseilakt, findet er. Viele Führungskräfte wählen lieber den sicheren Weg und verfolgen eine Null-Fehler-Toleranz. Dabei gibt es nicht nur schwarz oder weiß, sondern verschiedene Möglichkeiten, sich einer Fehlerkultur zu öffnen.

3 Wege, wie Sie mit Fehlern richtig umgehen

Ein souveräner Umgang mit Fehlern zahlt sich immer aus, denn niemand macht sie absichtlich. Fehlervermeidung um jeden Preis ist keine Option. Gefragt sind lösungsorientierte Strategien, um konstruktiv mit Fehlern umzugehen.

Im pme Familienservice wird eine konstruktive Fehlerkultur gepflegt. CEO Alexa Ahmad sagt: „Fehler sind fast jedem peinlich. Davon darf man sich nicht lähmen lassen. Ich habe kein Problem, wenn jemand zu mir kommt und sagt: ‚Ich glaube, da ist etwas schiefgelaufen‘“. Schwierig sei es allerdings, wenn Teammitglieder Fehler verschweigen oder vertuschen. „Das geht fast immer schief, verletzt Vertrauen und nimmt uns die Chance, es nächstes Mal besser zu machen. Oft wird ein Problem erst groß, weil Teammitglieder nicht ‚Laut geben’. Gibt man Fehler zu, kann man sie ausbügeln“, sagt Ahmad.

Fehlerkultur beginnt mit Kommunikation. Dazu gehört, dass Führungskräfte ihren Teams aufzeigen, dass Fehler zwar nicht erstrebenswert, jedoch – mit Einschränkungen (siehe nachfolgende Aufstellung) – auch keine Katastrophe sind. Sie gehören zum Schaffensprozess dazu und ebnen den Weg für Entwicklung.

Natürlich gibt es große Unterschiede. Fehler förmlich zu feiern und darin stets das Positive zu sehen, kann in einem komplexen Umfeld mit vielen Unwägbarkeiten förderlich und lehrreich sein. Wo jedoch Sicherheit im Vordergrund steht, kann es mehr Nachteile mit sich bringen. Laut der Umfrage „So arbeitet Deutschland“ wünschen sich 86 Prozent der Befragten zumindest eine höhere Fehlertoleranz.3 Daher bedeutet eine Fehlerkultur zu implementieren nicht gleich, das Unternehmen komplett umzustrukturieren. Vor allem für größere Unternehmen bietet sich eine partielle Fehlerkultur an.
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3 86 Prozent der Befragten wünschen sich eine höhere Fehlertoleranz.
 

1. Fehlertoleranz

Eine Fehlerkultur wird nicht aktiv gefördert, es ist aber durchaus okay, wenn Fehler passieren. Mitarbeiter*innen werden ermutigt, zu ihren Fehlern zu stehen.

2. Fehleroffenheit

Offenheit für Fehler ist perfekt für Unternehmen oder Abteilungen, wo es nur wenig Standards gibt und die gefordert sind, auszuprobieren und kreativ zu sein – beispielsweise im digitalen Bereich.

3. Fehlervermeidung

Natürlich gibt es Bereiche in Unternehmen, in denen Fehler möglichst vermieden werden sollten, beispielsweise in der Buchhaltung, im Flughafen-Tower oder bei der Qualitätskontrolle. Jedoch gibt es hier mehr Kontrollmechanismen.

Gemeinsam Verantwortung für Erfolge und Misserfolge übernehmen

Wir wissen: Jeder Mensch macht Fehler – auf den Umgang damit kommt es an. Alexa Ahmad: „Ich finde, jeder hat ein Recht, Fehler zu machen, jedoch nicht den gleichen Fehler doppelt oder dreifach. Lieber was Neues ausprobieren und dabei andere Fehler machen, aus denen wir wiederum etwas lernen können. Mein Tipp: Sprecht miteinander, niemand ist unfehlbar“.

An dieser Stelle ist die Führungsebene gefragt. Nur wenn das höhere Management eine auf das Unternehmen angepasste Fehlerkultur etabliert und lebt, wird sich das positiv auf das Unternehmenswachstum auswirken.

Hierbei ist es genauso vonnöten, konstruktives Feedback zu geben wie fest verankerte Grundeinstellungen aufzulösen, die eine Fehlerkultur verhindern. Laut einer Umfrage von Statista zum Thema „Was eine gute Führungskraft ausmacht“4 wünschen sich 60 Prozent der Mitarbeiter:innen eine gelebte Fehlerkultur. Wie kann eine Führungskraft mit gutem Beispiel vorangehen? Unter anderem, indem sie eigene Fehler positiv und offen kommuniziert, auf die Fähigkeiten ihrer Teammitglieder vertraut und sie motiviert, mutig an neue Aufgaben heranzugeben. Und indem sie sich Zeit nimmt, aus gemachten Fehlern zu lernen.

Wie Sie als Führungskraft eine Fehlerkultur im Unternehmen erfolgreich umsetzen, lesen Sie in unserem Artikel: „9 Tipps, wie Führungskräfte eine Fehlerkultur im Unternehmen etablieren“.

Über den pme Familienservice

Im Auftrag von mehr als 900 Arbeitgebern unterstützt die pme Familienservice Gruppe Beschäftigte darin, Beruf und Privatleben gelingend zu vereinbaren und mit freiem Kopf arbeiten zu können.

Quellen:

1 https://www.marconomy.de/wieso-scheitern-gut-fuer-das-geschaeft-sein-kann-a-728814

2 https://medium.com/deutsch/warum-eine-fehlerkultur-allein-nicht-die-antwort-sein-kann-9d70caf4a90a

3 https://so-arbeitet-deutschland.com/scheitern-innovation

4 https://de.statista.com/infografik/10710/was-eine-gute-fuehrungskraft-ausmacht