zu sehen ist ein Mann im Anzug mit einem Rettungsring um den Hals
Führung & HR

Psychologische Sicherheit in Teams: 10 Tipps

Damit Beschäftigte sich aktiv in Projekte und Aufgaben einbringen, brauchen sie psychologische Sicherheit. Denn sonst schweigen sie. Lesen Sie, wie Sie als Führungskraft ein Umfeld schaffen, in dem ihre Teammitglieder offen, innovativ und vertraut miteinander arbeiten und ihre Meinung offen äußern.

 

Das Wichtigste auf einen Blick: 

Psychologische Sicherheit im Team stärken heißt, eine Arbeitsumgebung zu gestalten, in der Mitarbeitende ohne Angst vor Bloßstellung, Karriereeinbußen oder Ablehnung offen Fragen stellen, Probleme melden und neue Ideen ausprobieren. Solche Rahmenbedingungen fördern Lernverhalten, erhöhen Innovationskraft und reduzieren systemische Risiken — weil Konflikte früh sichtbar werden und Lehren aus Fehlern gezogen werden.


Psychologische Sicherheit: ein Gedankenexperiment

Glauben Sie, dass ein Teammitglied Sie darauf hinweisen würde, wenn Sie als Führungskraft einen Fehler gemacht haben? Und würden Sie diesen Fehler dann auch zugeben? Wären Sie dem Teammitglied dankbar für den Hinweis? Oder würde sich innerlich Groll aufbauen? Was würden Sie antworten? Und welche Konsequenzen ergäben sich daraus?

Mit diesem kleinen Gedankenexperiment sind Sie mittendrin in einem Thema, das ganz eng an Teamzusammenhalt und Unternehmenserfolg geknüpft ist: psychologische Sicherheit. Amy Edmondson, Professorin für Leadership an der Harvard University, führte diesen Begriff schon in den 1990er Jahren in den Business-Kontext ein.

Die Management-Ikone untersuchte damals die Pannenanfälligkeit des amerikanischen Gesundheitssystems. Ihre These lautete zunächst: Besseren Teams unterlaufen weniger Fehler. Im Laufe der Forschungen stellte sich heraus: Das Gegenteil war der Fall. Amy Edmondson stellte fest, dass die erfolgreichen Teams sehr wohl Fehler machten, allerdings offen darüber sprachen und nichts unter den Teppich kehrten. Entscheidend war das zwischenmenschliche Miteinander der Beteiligten:

Traute sich die Krankenschwester der diensthabenden Oberärztin mitzuteilen, dass ein Patient in ihren Augen überdosiert wurde? War ihre Vorgesetzte ihr dankbar für diesen Hinweis oder lehnte sie die Anmerkung qua hierarchischer Ordnung ab? Wie fähig war das hier agierende Team, aus dem Fehler zu lernen und gemeinsam folgerichtige Entscheidungen zu treffen?

Was bedeutet psychologische Sicherheit? 

Der Begriff der psychologischen Sicherheit in Teams beschreibt das Niveau, auf dem sich die Mitglieder frei fühlen, ihre Ideen und Anliegen zu äußern, Fragen zu stellen und auf Fehler hinzuweisen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen haben zu müssen – also Angst vor Konsequenzen, die im schlimmsten Fall Auswirkungen auf ihr persönliches Ansehen, ihren Status oder ihren beruflichen Werdegang hätten. Psychologische Sicherheit beschreibt also die Überzeugung, dass das Arbeitsumfeld vor zwischenmenschlichen Risiken sicher ist.

 

Dem Chef widersprechen: Könnte mir das schaden?

Das klingt irgendwie selbstverständlich: dem Chef widersprechen, weil ich bei einer Aufgabe zum Beispiel eine Hürde sehe – und mir dabei sicher sein, dass mein Widerspruch keine negativen Konsequenzen hat. Im Gegenteil: sogar erwünscht ist, weil der Einwand konstruktiv ist.

Aber so ist es nicht immer.

Denn wenn ich dem Chefarzt widersprechen möchte oder eine unkonventionelle Lösung für ein Problem im Kopf habe, dann hilft es mir sehr, zu wissen, dass ich mich in Sicherheit wiegen kann, wenn ich ausspreche, was ich denke. Letztlich gehe es darum, dass wir Menschen uns verletzlich machen, wenn wir eine gegenläufige Meinung äußern.

Denn im Zweifel müssten wir aushalten, dass jemand empört oder verärgert über uns sein könnte, erklärt Edmondson im Podcast Team A des Manager Magazins. In der Regel haben wir aber den Wunsch, dass Menschen gut über uns denken, und dieser Wunsch führt im schlimmsten Fall dazu, zu schweigen.

Es geht also um große Emotionen wie Angst, um Harmoniebedürfnis oder den Wunsch nach Zugehörigkeit – allerdings in einem Umfeld, das darauf bedacht ist, möglichst rational zu handeln.

Denn ein Unternehmen ist kein Schauplatz für zwischenmenschliche Befindlichkeiten, mag manch einer denken. Die Krux liegt aber darin, dass in Unternehmen nun einmal Menschen arbeiten. Und Menschen sind zutiefst emotional gestrickt.

Employee Silence: das Schweigen der Teammitglieder

Dass Menschen manchmal lieber schweigen, als ihre Bedenken zu äußern, auch dafür hat die Forschung einen Begriff gefunden: Employee Silence beschreibt das Phänomen, wenn Beschäftigte zögern oder sich weigern, ihre Meinungen oder Vorschläge am Arbeitsplatz preiszugeben.

Das Beispiel der Krankenschwester, die entdeckt, dass ein Patient mit Medikamenten überdosiert scheint, aber es ihrer Führungskraft nicht mitteilt, macht radikal deutlich, wie negativ sich Schweigen auf die organisatorische Leistung auswirken kann. Wenn wertvolle Feedbacks und Ideen nicht kommuniziert werden, ist der Schaden mitunter riesig oder sogar lebensgefährlich (Employee Silence nach Elisabeth Morrison).

Vages Feedback führt zu Verwirrung

Eine andere Strategie, Konflikten aus dem Weg zu gehen, obwohl es  eigentlich an der Zeit wäre, zu sagen: "So bitte nicht!", ist es, um den heißen Brei herumzureden, also unklar und unverständlich zu kommunizieren. Ziel dabei ist es, die Harmonie – zumindest kurzfristig – nicht zu beschädigen.

Besonders wenn Führungskräfte so agieren, kann diese Vermeidungsstrategie langfristig schädliche Auswirkungen auf die individuelle Leistung als auch auf das gesamte Team haben. Man gibt vage ein Feedback, dass eher zu Verwirrung als zu Klarheit führt, und versucht damit die persönliche Beziehung zum Kollegen oder zur Kollegin nicht zu belasten.

In ihrem Bestseller "Radical Candor: Be a Kick-Ass Boss Without Losing Your Humanity" (2017) nennt die Führungsexpertin Kim Scott diese Art der Resonanz auf Fehler in Unternehmen “ruinöse Emphathie” und erklärt, was Leader:innen stattdessen tun sollen – nämlich schonungslos offen sein.

„Schonungslose Offenheit“ bzw. “Radical Candor” basiere auf der Balance zwischen persönlicher Fürsorge und direktem Feedback. Führungskräfte, die Radical Candor praktizieren, bauten nicht nur vertrauensvolle Beziehungen zu ihren Beschäftigten auf, sondern förderten damit zugleich die psychologische Sicherheit, schreibt Scott.

Dieser Vimeo Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von Vimeo, LLC akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »

 

10 Tipps für mehr psychologische Sicherheit in Ihrem Team

Von: Darina Doubravova, Führungskräfte-Coachin und Leiterin der  pme Akademie

Unabhängig davon, wie starr die Unternehmensstrukturen sind, können Sie die psychologische Sicherheit in Ihrem eigenen Team stärken. Durch offene Kommunikation, Fehlerkultur und regelmäßigen Austausch schaffen Sie ein Umfeld, in dem sich jeder sicher fühlt, Ideen und Bedenken zu äußern. Zehn Tipps, wie Sie die Dynamik und Leistungsfähigkeit Ihres Teams positiv beeinflussen können:

1. Vorbild sein: Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, stehen Sie dazu

Als Führungskräfte sollten Sie den Anfang machen, indem sie offen über Fehler sprechen. Zum Beispiel: "Ja, hier habe ich einen Fehler gemacht. Daraus gelernt habe ich Folgendes (...). In Zukunft werde ich versuchen, es anders zu machen".

2. Sprechen Sie offen über Unsicherheiten

Wenn Sie als Führungskraft nicht sicher sind, wie der richtige Weg genau aussieht, gehe Sie offen damit um. In Zeiten komplexer Zusammenhänge ist es unwahrscheinlich und anmaßend, wenn eine Person die Deutungshoheit für sich alleine beansprucht. Holen Sie andere Meinungen ein und gehen Sie transparent damit um, indem Sie darüber sprechen, dass Sie die Ideen Ihrer Teammitglieder verfolgen. Bauen Sie Feedbackschleifen ein, um schnell zu erkennen, wenn die gewählte Entscheidung vielleicht doch nicht die richtige war.

3. Stellen Sie Fragen und bitten Sie um Ideen

Aktiv nach den Ideen und Meinungen der Teammitglieder zu fragen fördert ein Gefühl der Wertschätzung und Zugehörigkeit. Fragen wie "Welche Ideen hast du?" oder "Was übersehen wir hier?" ermutigen die Beschäftigten, sich einzubringen und ihre Perspektive zu teilen. Das stärkt das Gefühl, dass jede Stimme zählt, und trägt zur Innovationskraft des Teams bei.

4. Bedanken Sie sich auch bei Widerspruch

Jemand im Team hat eine andere Sicht darauf, wie ein bestimmtes Problem gelöst werden kann? Bedanken Sie sich für die geäußerte Meinung und prüfen Sie sie. Wenn Sie zu dem Ergebnis kommen, dass Ihr Vorschlag dennoch der richtige scheint, machen Sie es transparent und begründen Sie es.
​​​​​​​


 

5. Befördern Sie Menschen, die mit Projekten gescheitert sind

Es ist wichtig, Beschäftigte zu fördern, die trotz gescheiterter Projekte gute Arbeit geleistet haben. Dies zeigt, dass das Unternehmen den Prozess und die Bemühungen anerkennt, nicht nur das Ergebnis. Wenn Projekte scheitern, liegt es oft nicht nur am Team, sondern auch an externen Faktoren wie Marktbedingungen. Durch die Anerkennung und Förderung dieser Teammitglieder wird signalisiert, dass Scheitern ein akzeptierter Teil des Lernprozesses ist.

6. Feiern Sie Fehler und sehen Sie diese als Verbesserungschance

Fehler sollten nicht nur toleriert, sondern als Lernchancen ernsthaft gefeiert werden. Eine Kultur, die Fehler als Möglichkeit zur Verbesserung ansieht, fördert eine positive Einstellung gegenüber Herausforderungen. Team-Meetings könnten regelmäßige "Fehler-Feiern" beinhalten, bei denen Beschäftigte ihre Fehler teilen und gemeinsam darüber nachdenken, was sie daraus gelernt haben. Auch Lachen sollte erlaubt sein.

7. Fördern Sie den regelmäßigen Austausch im Team

Fördern Sie regelmäßigen Austausch und Diskussionen im Team, um Hindernisse für Feedback zu identifizieren und zu beseitigen. Fragen Sie aktiv: "Was hindert uns daran, Feedback zu geben?". Diese offenen Gespräche helfen, die Ursachen für Zurückhaltung zu erkennen und Strategien zu entwickeln, um sie zu überwinden. Eine kontinuierliche Feedback-Kultur unterstützt die Entwicklung und das Wachstum des gesamten Teams.

8. Holen Sie sich Feedback ein

Holen Sie sich regelmäßig als Führungskraft Feedback ein. Bitte Sie andere darum, mit Ihnen zu reflektieren, was gut läuft und was Sie besser machen können.

9. Schaffen Sie Commitment und Regeln für Feedback

Schaffen Sie auch für andere Teammitglieder Commitment und Regeln, wie Feedback gegeben und genommen wird. Überlegen Sie mit den Teammitgliedern, ob es dafür einen definierten Rahmen braucht.

10. Beschäftigen Sie sich mit dem Delegation Board

Nutzen Sie ein Delegation Board – das ist ein visuelles Werkzeug, das in Teams und Organisationen verwendet wird, um Klarheit darüber zu schaffen, wer für welche Entscheidungen zuständig ist und auf welcher Ebene Entscheidungen getroffen werden können. Überlegen Sie, welche Entscheidungen Sie als Führungskraft treffen müssen und welche im Team getroffen werden können.

FAQ: Wie kann ich die psychologische Sicherheit im Team stärken

Was ist psychologische Sicherheit?

Psychologische Sicherheit ist die geteilte Überzeugung im Team, dass man Fragen, Bedenken und Fehler offen äußern kann, ohne negative persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Warum ist psychologische Sicherheit für mein Team wichtig? 

Sie erhöht Lernverhalten, Innovationsfähigkeit und Leistung, weil Mitarbeitende öfter Probleme melden, Wissen teilen und Neues ausprobieren.

Wie kann ich als Führungskraft sofort starten?

Beginnen Sie heute damit, einen eigenen Fehler offen zu benennen, aktiv nach Meinungen zu fragen und dabei Danke zu sagen, wenn jemand widerspricht.

Wie messe ich Fortschritte bei psychologischer Sicherheit?

Verwenden Sie regelmäßige anonyme Pulse‑Umfragen mit 3–5 Fragen (z. B. „Ich traue mich, Risiken anzusprechen“) plus qualitative Retrospektiven.

Führt mehr Offenheit nicht zu Konflikten?

Nein. Richtig moderiert fördert Offenheit frühzeitige Konfliktlösung und verhindert verhärtete Probleme; klare Gesprächsregeln sind dabei wichtig.

Reicht ein Workshop aus, um psychologische Sicherheit zu schaffen?

Ein Workshop kann starten, aber nachhaltige Veränderung braucht kontinuierliche Praxis, Vorbildverhalten der Führung und Messung.

null Employee Assistance Program (EAP): Definition, Vorteile & Nutzen

Eine helfende Hand hilft Mitarbeitenden über eine Klippe zu kommen
Führung & HR

Was ist ein Employee Assistance Program (EAP)?

Psychische Belastungen, Konflikte im Arbeitsleben, Schulden, Streit in der Familie: Eine EAP-Mitarbeiterberatung unterstützt Beschäftigte bei privaten und beruflichen Problemen. Das fördert die Gesundheit und Motivation, verringert Fehlzeiten und entlastet Führungskräfte. Eine Win-win-Situation für Beschäftigte und Arbeitgeber.

Was ist ein Employee Assistance Program (EAP)?

Durch ein Employee Assistance Program werden Beschäftigte bei beruflichen, privaten und gesundheitlichen Krisen und Herausforderungen unterstützt – in den meisten Fällen durch eine externe Mitarbeiterberatung.

Ein EAP eignet sich für Unternehmen aller Formen und Größen und zählt in der Regel zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, weil dadurch Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten erhöht werden. EAP beinhaltet die Erreichbarkeit 24/7 über eine Hotline sowie ein ausgebildetes Expert:innen-Team. Die Beratungsthemen reichen von psychischen Belastungen über familiäre Schwierigkeiten bis hin zu Suchtproblemen.

EAP Beratungstermin vereinbaren!

Employee Assistance Programs bieten eine vertrauliche und zugängliche Plattform, auf der Beschäftigte professionelle Hilfe erhalten können, ohne sich um Konsequenzen für ihre berufliche Laufbahn sorgen zu müssen. Die EAP-Berater:innen beraten und unterstützen ihre Klient:innen anonym und vertraulich. Der oder die Arbeitgeber:in sollte nichts von den Inhalten der Beratung und auch nicht die Namen der Beschäftigten erfahren.

Manche Firmen kombinieren eine interne Betriebliche Sozialberatung mit den EAP-Dienstleistungen einer externen Mitarbeiterberatung.

​​​​​​

Themen eines Employee Assistance Program?

​​​​​​​​​​​​​​Das Leistungsspektrum der EAP-Anbieter in der DACH-Region ist unterschiedlich groß. Viele bieten ein „klassisches“ EAP mit psychologischer Beratung zu gesundheitlichen, beruflichen und persönlichen Fragestellungen an.

Andere Dienstleister erweitern diese Leistung um eine rechtliche Erstberatung, Vermittlung von Kinderbetreuungslösungen, Einkommens- und Budgetberatung, Hilfe in Haus und Garten und mehr.

EAP-Beratung bei psychosozialen Themen:​​​​​​​

  • Konflikte am Arbeitsplatz
  • Krisenintervention z. B. bei Suizid
  • Umgang mit Trauer, Tod und Verlusten
  • Stress, Burnout, Depressionen, Angsterkrankungen
  • Konflikte in Partnerschaft und Familie
  • Erziehungsfragen
  • Sucht und Abhängigkeiten, z. B. Alkohol
  • Häusliche Gewalt
  • Finanzielle Sorgen und Überschuldung
  • Fragen und Beratung bei Pflegeaufgaben und Finanzierung von Pflege

EAP-Beratung bei Führungs- und Teamthemen:

  • Kommunikation und Konflikte (im Team oder mit Führungskraft)
  • Zeit- und Selbstmanagement
  • Mindful Leadership
  • Change Management
  • Neu als Führungskraft
  • Führungsstil, Agile Führung
  • Mindful Leadership
  • Frauen in Führung
  • Umgang mit Tod am Arbeitsplatz

Dieser Youtube Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von Google LLC akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »

 

Beispiel EAP Mitarbeiterberatung: Scheidung, Schulden, Fehlzeiten​​​​​​​

Frau Altershoven hat sich vor Kurzem von ihrer Partnerin getrennt. Sie haben ein gemeinsames Kind und ein Haus gekauft, das nicht abbezahlt ist. Die Schulden für das Haus drücken, Frau Altershoven weiß nicht, wie sie das allein bezahlen soll. Auch der Umgang mit der gemeinsamen dreijährigen Tochter ist für die frisch getrennten Eltern noch schwer.

Das alles belastet Frau Altershoven, und sie schläft schlecht. Sie ist Schichtleiterin in einem Bauunternehmen. Weil sie erschöpft ist, passieren ihr immer öfter Fehler. Das fällt auch ihrer Chefin auf, die ihre langjährige und zuverlässige Mitarbeiterin auf das Angebot der EAP-Beratung aufmerksam macht

Die Fachberater:innen der Einkommens- und Budgetberatung zeigen ihr Einsparpotenziale und wo sie finanzielle Unterstützung beantragen kann. Die Fachberatung an der EAP-Hotline hat ein offenes Ohr für die psychischen Belastungen, die Frau Altershoven belasten: die Trennung, das Gefühl, mit allem allein zu sein. Gemeinsam erarbeiten sie lösungsorientierte Methoden, die ihr helfen, mit den täglichen Herausforderungen besser umzugehen.
​​​​​​​

Das Ziel jeder EAP-Beratung: Hilfe zur Selbsthilfe

Ziel jeder EAP-Beratung ist es, den Beschäftigten Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Das bedeutet, dass die Beratung nicht nur darauf abzielt, kurzfristige Probleme zu lösen, sondern Kund:innen dabei zu unterstützen, langfristige Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um zukünftige Herausforderungen eigenständig zu bewältigen.

Vorteile und Nutzen: Warum lohnt sich ein Employee Assistance Program?

Für wen eignet sich ein Employee Assistance Program?

Ziel und Zweck eines Employee Assistance Program ist es, Beschäftigten in Zeiten persönlicher und beruflicher Krisen zu unterstützen und ihnen zu helfen, bevor aus „kleinen“ Problemen große werden und in der Folge beispielsweise eine chronische Belastungsstörung entsteht.

Eine EAP-Beratung ersetzt keine Therapie. Sie kann aber einen guten Übergang darstellen, bis ein Therapieplatz gefunden wird. Im Durchschnitt beträgt die Wartezeit bis zum Beginn einer Therapie fünf bis sechs Monate. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist dies eine sehr lange Zeit. Mit der langen Wartezeit steigt auch das Risiko, dass sich psychische Erkrankungen verschlimmern, verlängern oder wiederkehren. Zudem steigt mit zunehmender Wartezeit auch der Anteil der Menschen, die die Therapieplatzsuche wieder aufgeben.

Krankschreibungen und Rezepte stellen die EAP-Fachberater:innen nicht aus. Auch werden keine Diagnosen gestellt. Werden Belastungen erkannt, die nicht durch die Beratungsleistung gelöst werden können, erfolgt eine qualifizierte Weiterleitung an fachlich spezialisierte Netzwerkpartner:innen des EAP-Anbieters. Auch unterstützen einige EAP-Anbieter bei der Suche nach Therapieplätzen oder einem Platz in der Psychiatrie.

Führungskräfte erhalten fachliche Unterstützung bei schwierigen Führungsfragen – z. B. im Umgang mit psychisch belasteten oder auffälligen Beschäftigten oder bei der persönlichen Weiterentwicklung in ihrer Führungsrolle – sowie bei eigenen Fragestellungen aus dem beruflichen oder privaten Kontext.


Vorteile von Employee Assistance Programs für Unternehmen

Eine EAP-Mitarbeiterberatung bietet aber nicht nur den Beschäftigten zahlreiche Vorteile, sondern auch den Unternehmen:

1. Weniger Fehlzeiten: Studien zeigen, dass EAPs dazu beitragen, Fehlzeiten aufgrund von Gesundheitsproblemen oder persönlichen Krisen zu verringern.

2. Erhöhte Produktivität: Indem eine EAP-Beratung den Beschäftigten bei der Bewältigung persönlicher oder beruflicher Probleme hilft, trägt sie zur Steigerung der Produktivität bei.

3. Verbesserte Mitarbeiterbindung: Unternehmen, die sich um das Wohlbefinden ihrer Beschäftigten kümmern, fördern eine bessere Bindung und Loyalität.

4. Kostenersparnis: Durch die Verringerung von Fehlzeiten und die Verbesserung der Arbeitsleistung können Unternehmen langfristig Kosten sparen.

5. Employer Branding: Sie kümmern sich um die Belange Ihrer Beschäftigten? Glückwunsch! Laut Studien kommt das ziemlich gut an und hilft beim Recruiting neuer Mitarbeiter:innen.

​​​​​​​

Download Whitepaper EAP-Studie

Was kostet ein Employee Assistance Program?

Der oder die Arbeitgeber:in bietet seinen/ihren Beschäftigten das EAP-Angebot an und informiert sie im besten Falle per Intranet, Newsletter und/oder Firmen-Social-Media über die Nutzung.

Für die Beschäftigten und Führungskräfte sowie im Bedarfsfall auch deren Angehörige ist das Angebot kostenfrei.

Wie läuft eine EAP-Mitarbeiterberatung ab?

Der Ablauf einer EAP-Beratung ist darauf ausgelegt, Beschäftigten schnelle, vertrauliche und effektive Unterstützung zu bieten. Durch die Kombination aus sofortiger Beratung, langfristiger Therapieoption und Ressourcenvermittlung können Beschäftigte in unterschiedlichen Lebenssituationen Hilfe erhalten, was wiederum zu einem gesünderen und produktiveren Arbeitsumfeld beiträgt.

Eine EAP-Mitarbeiterberatung läuft typischerweise folgendermaßen ab:

1. Kontaktaufnahme: Die Kontaktaufnahme erfolgt oft über eine Hotline, eine E-Mail oder ein Online-Portal, das vom Arbeitgeber bereitgestellt wird.

2. Erstgespräch: Im Erstgespräch klärt der oder die Berater:in zunächst die aktuelle Situation des/der Beschäftigten: Was sind die Gründe? Liegt eine akute Krise vor? Was ist das Ziel der Beratung? Dieses Gespräch dient dazu, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und einen Überblick über die Herausforderungen des/der Beschäftigten zu bekommen. Darüber hinaus kann die/der Berater:in einschätzen, ob weiterführende Hilfen wie Psychotherapie, Kliniken oder spezialisierte Beratungsstellen erforderlich sind und ggf. Unterstützung bei der Vermittlung leisten.

3. Beratungsprozess/Beratungssitzungen: Nach dem Erstgespräch werden im Beratungsprozess erste Lösungsschritte umgesetzt. Dieser Plan kann mehrere Sitzungen umfassen, in der Regel 3 bis 6, je nach Bedarf des/der Beschäftigten. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Lösungen und dem Einsatz vorhandener Ressourcen. Der/Die Beratende unterstützt den/die Beschäftigte:n dabei, konkrete Schritte zu planen und umzusetzen.

Die Sitzungen können telefonisch, persönlich oder online stattfinden.

4. Follow-up und Unterstützung: Der/Die EAP-Berater:in bietet in der Regel auch Follow-up und kontinuierliche Unterstützung an, um sicherzustellen, dass der/die Beschäftigte Fortschritte macht und die zur Verfügung gestellten Ressourcen effektiv nutzt. Dies kann zusätzliche Beratungssitzungen, Weitervermittlung an andere Dienstleister oder Unterstützung bei der Implementierung von Bewältigungsstrategien umfassen.

5. Abschluss: Der Beratungsprozess endet in der Regel, wenn der/die Beschäftigte die gesetzten Ziele erreicht hat oder wenn der/die Berater:in und der/die Beschäftigte gemeinsam entscheiden, dass keine weitere Unterstützung erforderlich ist. Auch nach dem Abschluss des formellen Beratungsprozesses kann der/die Beschäftigte oft weiterhin auf die EAP-Dienste zugreifen, wenn neue Probleme auftreten.

Für die Qualitätssicherung erhalten die Beschäftigten nach Abschluss des Beratungsprozesses die Möglichkeit, mithilfe der Kundenevaluation anonym ihr Feedback für die Beratung abzugeben.


 

Implementierung und Nutzung von Employee Assistance Program

Die Implementierung eines erfolgreichen Employee Assistance Program erfordert eine klare Kommunikation, Schulung der Beschäftigten und regelmäßige Bewertung.
Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Beschäftigten über die Existenz des Programms informiert sind und wissen, wie sie Zugang zu den angebotenen Dienstleistungen erhalten können.

Mögliche Kommunikationsmittel zur Information sind:

  • Infostände
  • Artikel und Hinweise im Firmen-Intranet
  • Onepager
  • Social Media, Videos
  • Newsletter

EAP Beratungstermin vereinbaren!

Qualitätsmerkmale von EAP-Anbietern

Die Auswahl eines guten EAP-Anbieters ist entscheidend für den Erfolg des Programms und die Zufriedenheit der Beschäftigten. Hier sind einige Qualitätsmerkmale, auf die Sie bei der Auswahl achten können:

1. Erfahrung und Reputation: Suchen Sie nach EAP-Anbietern mit nachweislicher Erfahrung und einer positiven Reputation in der Branche. Überprüfen Sie ihre Erfolgsbilanz und suchen Sie nach Bewertungen oder Empfehlungen von anderen Unternehmen, die ihre Dienste genutzt haben.

2. Qualifikation der Berater:innen: Stellen Sie sicher, dass die Berater:innen des EAP-Anbieters qualifiziert und erfahren sind. Sie sollten über ein psychosoziales Studium  in den Bereichen Psychologie, Sozialarbeit (oder vergleichbar) verfügen und spezialisiert sein auf Themen wie Stressbewältigung, Suchtprävention, Konfliktlösung, Familienberatung usw.

3. Vielfalt der Dienstleistungen: Ein guter EAP-Anbieter bietet eine breite Palette von Dienstleistungen an, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht werden, einschließlich psychosozialer Beratung, Suchtberatung, finanzieller Beratung, rechtlicher Beratung, Kinderbetreuung, Karriereberatung usw.

4. Zugänglichkeit und Verfügbarkeit: Der EAP-Anbieter sollte leicht zugängliche Dienste anbieten, entweder durch Telefon-Hotlines, Online-Chats, persönliche Beratungssitzungen oder eine Kombination dieser Methoden. Die Beschäftigten sollten in der Lage sein, schnell und einfach Unterstützung zu erhalten, wenn sie sie benötigen.

5. Vertraulichkeit und Datenschutz: Stellen Sie sicher, dass der EAP-Anbieter strenge Vertraulichkeitsrichtlinien und Datenschutzbestimmungen hat, um die Privatsphäre der Beschäftigten zu schützen. Die Beratungsgespräche sollten vertraulich sein, und die Beschäftigten sollten sich sicher fühlen, offen über ihre Probleme zu sprechen, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben.

6. Kundenservice und Unterstützung: Suchen Sie nach einem EAP-Anbieter, der exzellenten Kundenservice und Unterstützung bietet. Er sollte in der Lage sein, schnell auf Anfragen zu reagieren, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, die den Anforderungen des Unternehmens entsprechen.
​​​​​​​

Qualitätsmerkmal: Qualifikationen der EAP-Berater:innen

Bei der Auswahl eines EAP-Anbieters sollten Arbeitgeber unbedingt auf die Qualifikation und das Beschäftigungsverhältnis der Beratungspersonen achten.

Einige Anbieter setzen bei ihren EAP-Berater:innen lediglich eine Coaching-Ausbildung voraus. Bei anderen müssen die Beratungspersonen ein psychosoziales Studium und eine Weiterbildung vorweisen und sind in der Regel fest angestellt. Das erleichtert die Qualitätssicherung in der Beratung.

Fazit: Die Bedeutung von Employee Assistance Programs / Mitarbeiterunterstützung

In einer Zeit, in der die Herausforderungen am Arbeitsplatz und im persönlichen Leben der Beschäftigten vielfältiger geworden sind, spielen Employee Assistance Programs eine entscheidende Rolle. Sie bieten nicht nur dringend benötigte Unterstützung für individuelle Krisen, sondern tragen auch zur Förderung einer positiven Arbeitsumgebung, zu höherer Produktivität und langfristigen Kosteneinsparungen für Unternehmen bei. Indem sie Beschäftigte in schwierigen Zeiten unterstützen, schaffen EAPs eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Dieser Vimeo Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von Vimeo, LLC akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »

FAQ – Employee Assistance Program (EAP)

1. Was ist ein Employee Assistance Program (EAP)?

Ein Employee Assistance Program (EAP) unterstützt Beschäftigte bei beruflichen, privaten und gesundheitlichen Problemen durch eine meist externe, vertrauliche Mitarbeiterberatung. Ziel ist die Förderung von Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit am Arbeitsplatz bei gleichzeitiger Reduktion von Fehlzeiten und Entlastung der Führungskräfte.

2. Welche Themen werden in einem Employee Assistance Program behandelt?

EAP deckt psychische, berufliche und persönliche Themen ab, z. B.:

  • Psychische Belastungen wie Stress, Burnout, Depressionen und Angsterkrankungen
  • Konflikte am Arbeitsplatz und in der Familie
  • Sucht- und Abhängigkeitsprobleme
  • Führungsthemen wie Kommunikation, Konfliktlösung und Mindful Leadership
  • u.v.m.

3. Wie läuft eine EAP-Mitarbeiterberatung ab?

1. Kontaktaufnahme: Über Hotline, E-Mail oder Online-Portal

2. Erstgespräch: Analyse der Situation, Zielklärung und Vertrauensaufbau

3. Beratungssitzungen: Entwicklung von Lösungsstrategien, meist 3–6 Sitzungen, telefonisch, persönlich oder online

4. Follow-up: Weitere Unterstützung und Ressourcenvermittlung

5. Abschluss: Beratung endet, wenn Ziele erreicht sind oder weitere Hilfe nicht mehr nötig ist

4. Für wen eignet sich ein Employee Assistance Program?

EAPs sind für alle Beschäftigten in Unternehmen jeder Größe geeignet. Sie helfen in persönlichen und beruflichen Krisen, bevor Probleme chronisch werden. Auch Führungskräfte profitieren von gezielter Beratung in ihrer Rolle.

5. Welche Vorteile hat ein Employee Assistance Program für Unternehmen?

  • Weniger Fehlzeiten und reduzierte Krankheitskosten
  • Steigerung der Mitarbeiterproduktivität
  • Verbesserte Mitarbeiterbindung und Loyalität
  • Positives Employer Branding für Recruiting
  • Entlastung von Führungskräften durch externe Fachberatung

6. Was kostet ein Employee Assistance Program?

Die Kosten für Beschäftigte und deren Angehörige sind in der Regel vom Arbeitgeber getragen und für die Nutzer kostenfrei. Die Finanzierung erfolgt meist als Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

7. Worauf sollte man bei der Auswahl eines EAP-Anbieters achten?

  • Nachweisliche Erfahrung und gute Reputation
  • Qualifikation und Festanstellung der Berater:innen mit psychosozialem Hintergrund
  • Breites Dienstleistungsangebot (psychosoziale, rechtliche, finanzielle Beratung)
  • Schnelle Erreichbarkeit und verschiedene Kontaktwege
  • Strenge Regeln für Vertraulichkeit und Datenschutz

9. Wird die Beratung in einem EAP vertraulich behandelt?

Ja, EAP-Beratung ist anonym und vertraulich. Arbeitgeber erhalten keine Informationen zu Inhalten oder Namen der Beratungsteilnehmenden.

10. Kann ein EAP eine Therapie ersetzen?

Nein, ein EAP ersetzt keine Therapie, kann aber als Brücke dienen, um Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu überbrücken. Bei Bedarf leitet der EAP-Anbieter an spezialisierte Fachstellen weiter.

11. Gibt es besondere EAP-Angebote neben der klassischen Beratung?

Ja, einige Anbieter wie der pme Familienservice bieten zusätzliche Services wie Kinderbetreuungslösungen, Hilfe bei Pflege und Haushalt, Ferienprogramme sowie Blended Coaching mit Online-Schulungen.

12. Warum ist ein Employee Assistance Program heute wichtiger denn je?

Weil Beschäftigte heute vielfältigen Herausforderungen gegenüberstehen, unterstützen EAPs individuell in Krisen und tragen gleichzeitig zu einer gesunden, motivierten und produktiven Unternehmenskultur bei. Dies schafft eine Win-win-Situation für Mitarbeitende und Arbeitgeber.

13. Gibt es Studien, die den Nutzen von EAP belegen?

Ja, Studien zeigen, dass EAPs Fehlzeiten reduzieren, Produktivität steigern und die Mitarbeiterbindung sowie das Employer Branding verbessern.