Paar sitzt am Tisch und freut sich über positiven Schwangerschaftstest
Finanzen & Recht

Elterngeldreform 2027: Was sich ändern könnte

Für Geburten ab November 2027 könnte sich in Bezug auf das Elterngeld einiges verändern. Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat im Juli 2026 einen Gesetzentwurf für ein neues Modell vorgelegt, bei dem die Bezugsdauer verkürzt, die Monatssätze leicht angehoben und die Aufteilung zwischen den Elternteilen neu geregelt wird. 

In diesem Beitrag gibt die pme Elternberatung eine Einordnung zur Elterngeldreform 2027:  

  • Was ist nach aktuellem Stand geplant?  
  • Was könnten die Änderungen für Familien und Unternehmen bedeuten?
Wichtiger Hinweis

Die geplante Reform zum Elterngeld in 2027 ist noch nicht beschlossen. Wir beobachten den Gesetzgebungsprozess und aktualisieren diesen Beitrag, sobald neue verlässliche Informationen vorliegen. 

Hintergrund zur Elterngeldreform 2027 

Aufgrund einer milliardenschweren Finanzierungslücke im Bundeshaushalt 2027 muss das Familienministerium 500 Millionen Euro einsparen – das Elterngeld ist dabei der größte Ausgabenposten im Etat. Gleichzeitig verweist das Ministerium auf das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel, mehr Partnerschaftlichkeit und Väterbeteiligung zu fördern. 

Wie hoch ist das aktuelle Elterngeld?

Das Elterngeld wurde 2007 eingeführt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Bislang zahlt der Staat auf Antrag zwischen 300 und 1.800 Euro pro Elternteil im Monat, orientiert an 65 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens. 

Anspruch haben Familien mit einem gemeinsam zu versteuernden Jahreseinkommen bis 175.000 Euro – dies gilt für Paare wie auch Alleinerziehende.  

2025 bezogen laut Statistischem Bundesamt rund 1,61 Millionen Menschen Elterngeld, darunter 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer. Der Väteranteil lag zuletzt bei 25,9 Prozent. 

Gut beraten mit der pme Elternberatung

Unsere Elternberater:innen informieren über gesetzliche Regelungen und helfen bei der Planung von Elternzeit sowie der Beantragung von Elterngeld und Fördermöglichkeiten.  

Tipp: Nutzen Sie unseren Formularservice oder die Elternberatungshotline 0800-801007006 für eine schnelle und sichere Antragstellung für Elterngeld und Kindergeld. Das Angebot gilt für Beschäftigte unserer Vertragspartner. 

Unsere pme Elternberatung ist persönlich und vertraulich: Wir sind online, telefonisch und vor Ort für Sie da. 

Auf einen Blick: Was könnte sich mit der Elterngeldreform 2027 ändern? 

Die Tabelle zeigt relevante Kriterien, die sich beim Bezug von Elterngeld ab 2027 ändern könnten.  

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Neues Aufteilungsmodell

Geplant ist das sogenannte 3-6-3-Modell zur Aufteilung des Elterngelds:

  • Jeweils drei Monate wären fest für jeden Elternteil reserviert und nicht auf den anderen übertragbar, 
  • sechs weitere Monate könnten flexibel zwischen beiden aufgeteilt werden.  

Die Mindestbeteiligung der Väter stiege damit von bisher zwei auf künftig drei Monate, wenn die volle Bezugsdauer ausgeschöpft werden soll.  

Sollte sich ein:e Partner:in gegen den Elterngeldbezug entscheiden, wären für den anderen Elternteil maximal 9 Monate Basiselterngeld verfügbar. 

Kürzere Bezugsdauer  

Bisher können Eltern ihr Basiselterngeld über 14 Monate verteilen, wenn sich beide Elternteile mit jeweils mindestens zwei Monaten an der Betreuung beteiligen.  

Nach dem vorliegenden Entwurf soll das Basiselterngeld ab 2027 nur noch maximal 12 Monate bezogen werden können. 

Elterngeld für Alleinerziehende 

Alleinerziehende hätten ab 2027 die Möglichkeit, für bis zu 12 Monate das Basiselterngeld zu beziehen – anstelle von bisher 14 Monaten. 

Gleichzeitiger Bezug 

Eine Regel, die viele Paare freuen dürfte, käme zurück: Beide Elternteile dürften wieder flexibel gleichzeitig Elterngeld beziehen. 

Anhebung der Elterngeldbeträge 

Bei den Beträgen ist eine Anhebung vorgesehen:  

  • beim Mindestbetrag von 300 auf 330 Euro, 
  • beim Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro im Monat.  

Für Familien mit mittlerem Einkommen dürfte das allerdings kaum spürbar sein:  

  • Die neue Höchstgrenze würde erst ab einem Nettoeinkommen von rund 2.770 Euro greifen.  
  • Wer darunter liegt, profitiert von der Anhebung praktisch nicht – und müsste sich gleichzeitig auf zwei Monate weniger Bezugsdauer einstellen. 

Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonus 

  • Die maximale Bezugsdauer des Elterngeld Plus würde sich von 28 auf 24 Monate verkürzen
  • Der bisherige Partnerschaftsbonus (weitere 2 bis 4 Monate zusätzliches Elterngeld Plus) soll komplett entfallen.

Welche Elterngeld-Regelungen blieben unverändert? 

Zuschuss bei Mehrlingsgeburten bleibt unverändert 

Die Regelungen zur Geburt von Zwillingen oder Mehrlingen würde sich laut des aktuellen Entwurfs der Elterngeldreform 2027 nicht ändern. Damit würde weiterhin gelten: 

Eltern von Mehrlingen erhalten nur einmal Elterngeld, jedoch den Mehrlingszuschlag

  •  von 300 Euro im Monat im Basiselterngeld-Bezug  
  • und 150 Euro im Elterngeld-Plus-Bezug  

für das zweite und jedes weitere Kind.  

Zusätzliche Monate bei Frühgeburten bleiben unverändert 

Bei Kindern, die wesentlich vor dem errechnetet Geburtstermin geboren werden, würden Eltern zusätzliche Monate an Elterngeld beziehen können. Das wären dann ab 2027: 

  • 6 Wochen zu früh – PLUS 1 Monat Elterngeld 
  • 8 Wochen zu früh – PLUS 2 Monate Elterngeld 
  • 12 Wochen zu früh – PLUS 3 Monate Elterngeld  
  • 16 Wochen zu früh – PLUS 4 Monate Elterngeld 


 

Welche Auswirkungen könnte die Elterngeldreform für Familien haben? 

Vergrößerung der Betreuungslücke 

Wenn der gemeinsame Elterngeldbezug künftig schon nach 12 statt 14 Monaten endet, kann für Familien eine noch größere Betreuungslücke entstehen. Kita-Plätze für unter Dreijährige sind in vielen Regionen knapp, was dazu führen kann, dass der Zeitraum zwischen Elterngeld-Ende und einem verlässlichen Betreuungsplatz vergrößert wird.  

 Mögliche Effekte auf die Erwerbstätigkeit 

 Eine kürzere Bezugsdauer des Elterngelds kann dazu führen, dass Eltern aus finanziellen Gründen früher in den Beruf zurückkehren. Gleichzeitig könnte der Anteil der Teilzeitbeschäftigten steigen – gegebenenfalls bei beiden Elternteilen, um die Betreuung des Kindes sicherzustellen. Langfristig kann dies Auswirkungen auf die Erwerbsbiografien und damit auf die Rentenansprüche haben. 

Wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden unterstützen können 

Für Arbeitgebende empfiehlt es sich, sich ebenfalls aktiv mit der potenziellen Elterngeldreform auseinandersetzen. Denn Unternehmen können Mitarbeitende dabei unterstützen, Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu finden.  

Konkret empfiehlt sich für Unternehmen und Personalverantwortliche: 

  • Elternzeitplanung frühzeitig mit den Beschäftigten klären 
  • passende Vertretungslösungen organisieren 
  • flexible Arbeitszeitmodelle anbieten, die eine partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung erleichtern 
  • verlässliche Betreuungsangebote bereitstellen oder vermitteln, die die Zeit nach dem Elterngeld überbrücken. 
Wir unterstützen Sie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf! 

Die pme Familienservice Gruppe ist einer der größten Anbieter für EAP-Beratung (Employee Assistance Programs) und Familienservices im deutschsprachigen Raum. 

Seit über 30 Jahren begleiten wir Mitarbeitende und Führungskräfte dabei, Beruf und Privatleben zu vereinbaren – absolut vertraulich und an 365 Tagen im Jahr. 

Mit unserem „Eltern & Kind“-Angebot bündeln wir unsere umfangreichen Beratungs- und Vermittlungsangebote für Familien und schaffen Synergien zwischen unseren umfassenden EAP-Produkten. 

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