eine junge Frau sitzt ihrem Chef gegenüber
Führung & HR

Stärkenorientierte Führung: Potenziale von Teams fördern

Stärkenorientierte Führung bedeutet, dass Führungskräfte nicht nur ihre eigenen Kompetenzen kennen, sondern auch die Stärken ihres Teams gezielt wahrnehmen und einsetzen. Wer diesen Führungsstil beherrscht, schafft nicht nur zufriedenere Teams, sondern auch messbar bessere Ergebnisse. Doch mit welchen vier Schlüsselpunkten können Führungskräfte Stärken sichtbar machen und gezielt fördern?

Was bedeutet stärkenorientierte Führung? 

Stärkenorientierte Führung bedeutet, dass Führungskräfte die individuellen Fähigkeiten und Potenziale ihrer Mitarbeitenden bewusst wahrnehmen und passend zu Aufgaben und Teamzielen einsetzen – statt Aufgaben nach reiner Verfügbarkeit zu verteilen.

Der Ansatz ist kein Modethema, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor: Er schafft eine Kultur, in der Mitarbeitende und Führungskräfte ihr volles Potenzial entfalten können. Das wirkt sich direkt auf Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens aus.

  • Führungskräfte sind die wichtigste Schaltstelle: Es ist ihre konkrete Führungsaufgabe, die Stärken ihrer Teammitglieder zu kennen und Aufgaben stärkenbasiert statt nach Verfügbarkeit zu verteilen.
  • HR qualifiziert Führungskräfte dafür: Stärken erkennen, ansprechen und gezielt
    fördern.
  • Führungskräfte, die eigene Stärken offen einbringen, schaffen psychologische
    Sicherheit
    und dienen dem Team als Vorbild.


 

Warum ist es wichtig, Stärken sichtbar zu machen?

Stärkenorientierte Führung entsteht nicht durch Selbstdarstellung, sondern durch einen konsequenten,sichtbaren Beitrag zu den Erfolgen des gesamten Teams. Wer
Verantwortung übernimmt, Ergebnisse kommuniziert und andere mitnimmt, wird
wahrgenommen und respektiert. Die Haltung der Führungskraft wirkt sich auf drei Ebenen
aus:

  • Für das Team: Vertrauen, Orientierung und Motivation.
  • Für das Unternehmen: Effizienz, Innovation und eine positive Kultur.
  • Für die Führungskraft selbst: Anerkennung, Respekt und persönliche
    Weiterentwicklung.

Warum bleiben Stärken im Arbeitsalltag oft unsichtbar?

  • Viele Mitarbeitende halten ihre Stärken für selbstverständlich – „Das kann doch jeder.“
  • Fehlende Feedbackkultur: Stärken werden selten aktiv benannt und gespiegelt.
  • Führungskräfte fokussieren sich in Gesprächen häufig auf Verbesserungspotenziale statt auf Vorhandenes.
  • Strukturen und Prozesse belohnen oft Vielseitigkeit statt Tiefe.
  • Bescheidenheit und Zurückhaltung – besonders bei Frauen – führen dazu, dass Leistungen nicht kommuniziert werden.
  • Stärken werden nicht dokumentiert und bleiben damit auch für HR unsichtbar.

Welche Rolle hat die Führungskraft?

Viele Führungskräfte wissen um ihre eigenen Stärken, haben aber Schwierigkeiten, diese sichtbar einzubringen, ohne aufdringlich zu wirken – und gleichzeitig ihr Team zu fördern. Mit den folgenden vier Schlüsselpunkten gelingt die nachhaltige Umsetzung im Führungsalltag.

Wie setzen Führungskräfte stärkenorientierte Führung im Alltag um?

​​​​​​​1. Eigene Stärken transparent und gezielt einbringen

  • Erklären Sie gelegentlich, warum Sie Dinge so angehen, wie Sie es tun – das gibt Einblick in Ihre Denkweise und schafft Vertrauen.
  • Teilen Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung aktiv: in Workshops oder kurzen Inputs im Teammeeting.
  • Verwenden Sie Methoden, die zu Ihren Stärken passen: Sind Sie stark in Kommunikation, führen klare, strukturierte Meetings; sind Sie analytisch stark, bringen Sie datenbasierte Entscheidungen ein.​​​​​​

2. Die Stärken anderer sehen und fördern

​​​​​​​​​​Paradoxerweise werden starke Führungskräfte oft nicht dadurch wahrgenommen, was sie selbst können, sondern dadurch, wie gut sie andere wachsen lassen.

  • Erkennen und benennen Sie die Stärken Ihrer Teammitglieder gezielt – das baut Vertrauen und Loyalität auf.
  • Nutzen Sie Mitarbeitergespräche gezielt, zum Beispiel mit der Frage: „Bei welcher Aufgabe konntest du zuletzt besonders viel beitragen?

3. Entscheidungen klar und nachvollziehbar treffen

  • Auch wenn es unbequem ist: Stehen Sie zu Ihren Entscheidungen und erklärem Sie die Überlegungen dahinter.
  • Damit zeigen Sie zeigt Urteilsvermögen und Rückgrat: zwei Qualitäten, die Teams an Führungskräften besonders schätzen.

4. Verlässlich und konsequent handeln

  • Tun Sie, was Sie sagen – und sagen Sie, was Sie tun. Nichts stärkt das Ansehen einer Führungskraft mehr als Verlässlichkeit über Zeit.
  • Ihre Stärken werden am deutlichsten sichtbar, wenn Sie sie im Alltag leben – nicht durch Ankündigung, sondern durch Handlung. 
  • Teams nehmen wahr, wie ihre Führungskraft arbeitet – das prägt das Bild mehr als jedes Gespräch.

FAQ: Stärkenbasierte Führung

1. Wie erkennen Führungskräfte die Stärken ihrer Teammitglieder?

Führungskräfte erkennen Stärken, indem sie im Arbeitsalltag gezielt beobachten, wer beib welchen Aufgaben aufblüht, regelmäßiges stärkenorientiertes Feedback geben und strukturierte Tools wie Stärkenanalysen einsetzen. Entscheidend ist eine Feedbackkultur, in der Stärken aktiv benannt statt nur vorausgesetzt werden.

2. Was ist der Unterschied zwischen defizit- und stärkenorientierter Führung?

Defizitorientierte Führung konzentriert sich auf Schwächen und Fehler, die behoben werden sollen – stärkenorientierte Führung setzt dagegen bei dem an, was eine Person bereits gut kann, und baut darauf auf. Beide Ansätze schließen sich nicht aus: Klare Erwartungen und Feedback zu Verbesserungspotenzialen bleiben wichtig, werden aber durch den bewussten Blick auf vorhandene Stärken ergänzt statt ersetzt.

3. Wie führe ich als Führungskraft ein Stärkengespräch?

Ein Stärkengespräch gelingt in vier Schritten: zuerst eine konkrete Beobachtung teilen („Mir ist aufgefallen, dass du bei X besonders gut bist“), dann die Perspektive der oder des Mitarbeitenden dazu erfragen, anschließend gemeinsam eine passende Aufgabe oder Lerngelegenheit vereinbaren und das Ergebnis nach einiger Zeit im nächsten Gespräch überprüfen. Wichtig ist, das nicht als einmaliges Event, sondern als wiederkehrenden Bestandteil regulärer Mitarbeitergespräche zu etablieren.

4. Was tun, wenn Mitarbeitende ihre eigenen Stärken nicht kennen?

  • Nicht vorschnell diagnostizieren: erst zuhören, beobachten, Beispiele sammeln.
  • Externes Feedback einholen: Kolleg:innen und andere Führungskräfte gezielt nach
    wahrgenommenen Stärken fragen.
  • Stärken-Reflexionsübungen anbieten, z. B.: „Beschreibe drei Momente, in denen du
    richtig aufgegangen bist.“
  • Zeit und Raum geben: Stärken zu erkennen ist ein Prozess, kein einmaliges
    Gespräch.
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null pme und Generation Ü: Aus dem Ruhestand ins Arbeitsleben

Ruheständlerin Altersteilzeit
Führung & HR

pme und Generation Ü: Aus dem Ruhestand ins Arbeitsleben

Bis 2030 scheiden über acht Mio. Menschen aus dem erwerbsfähigen Alter aus. Nur etwa 5,5 Mio. Erwerbstätige rücken in den Arbeitsmarkt nach. Viele Unternehmen spüren bereits jetzt die Vorboten dieser gewaltigen Fachkräftelücke. Um dieser Entwicklung frühzeitig vorwegzugreifen, setzt die pme Familienservice Gruppe mit einer Partnerschaft mit der Jobvermittlung "Generation Ü" ganz bewusst auf neue Wege im Recruiting.

​​Bereits seit längerem setzt sich der pme Familienservice dafür ein, Teammitglieder – auf eigenen Wunsch - nach Eintritt in die Rente weiter zu beschäftigen. Anfang März startete der pme Familienservice eine Partnerschaft mit der Jobvermittlungsagentur „Generation Ü“, die dabei unterstützt, Menschen mit viel Arbeitserfahrung zu rekrutieren. Im Fokus stehen dabei zukünftig die bundesweit über 90 Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen.

Silver Worker: Aus dem Ruhestand ins Arbeitsleben

An den 30 bundesweiten pme-Standorten wird Generation Ü als Jobvermittlung für den Ruhestand passende „Üs“ suchen und vermitteln. Üs sind Frauen und Männer i.d.R. zwischen Ende 50 und Anfang 70 Jahre, die gegen Ende des Arbeitslebens bzw. im Ruhestand weiter wirksam bleiben möchten.​​​​​​​

"Durch die Partnerschaft mit Generation Ü möchte pme Familienservice noch stärker als bisher auf die Erfahrung und Motivation älterer Generationen setzen. Das ist ein wichtiger Baustein unserer Diversity-Strategie und soll zugleich helfen, dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen", freut sich Alexa Ahmad, CEO pme Familienservice Gruppe.

Wer ist die Generation Ü?

Ü-Gründer und ehemaliger Staatssekretär Christian Ege sagt: „Generation Ü bringt Betriebe und Üs in Kontakt und organisiert die Zusammenarbeit, handvermittelt und mit einer internen IT-Plattform, in der aktuell über 1200 Üs registriert sind“.

Generation Ü bietet besonders dem Mittelstand und Öffentlichen Arbeitgebern viele Vorteile und Glaubwürdigkeit bei der Suche, Vermittlung und Einstellung von Fachkräften Ü55+. Ob im Büro, der Kinderbetreuung, im Klassenzimmer, der Buchhaltung, als Fahrer, im Verkauf, der Produktion, Technik oder einer Arztpraxis: die Üs erfüllen viele Aufgaben und wichtige Projekte zuverlässig, mit Wissen, Tatkraft und langjähriger Erfahrung in verschiedensten Berufen und Bereichen. Nur etwas anders als im herkömmlichen Berufsleben gewohnt.