Leuchtschrift quer
Führung & HR

9 Tipps für eine positive Fehlerkultur

Eine positive Fehlerkultur im Unternehmen zu etablieren, hilft den Druck von den Schultern der Führungskräfte und Teammitglieder zu nehmen und fördert das Vertrauen der Teammitglieder in sich selbst. Im Gegensatz dazu kann eine „Null-Fehler“-Kultur in einer Zeit, in der es auf schnelle Reaktions- und Anpassungsfähigkeit ankommt, sehr hinderlich sein. Wirksame Tipps, wie Sie eine Fehlerkultur leben und dabei authentisch bleiben.

1. Schaffen Sie ein Klima der psychologischen Sicherheit

Eine Grundvoraussetzung für eine positive Fehlerkultur ist psychologische Sicherheit. Nur wenn Teammitglieder keine Angst vor negativen Konsequenzen oder abwertenden Äußerungen haben müssen, werden sie offen über Fehler sprechen sowie Fragen und Bedenken äußern.

Lesen Sie mehr dazu im Beitrag 10 Tipps für psychologische Sicherheit in Teams.

2. Stellen Sie die Frage nach dem „Warum“

Am Anfang steht die Auseinandersetzung mit den Gründen. Warum wollen Sie eine Fehlerkultur im Team etablieren? Was soll sich dadurch verändern? Ich persönlich habe die Erkenntnis verinnerlicht, dass ich immer Fehler machen werde, weil man einfach nicht perfekt sein kann – und dass ich aus jedem Fehler etwas lernen kann. Wenn ich aber grundsätzlich alles richtig machen will und an meiner Einstellung nichts ändere, bin ich am Ende gestresst und übertrage diesen Stress auf andere. 

3. Konsequent und gerecht: Seien Sie transparent in Ihrer Kommunikation

Eine positive Fehlerkultur lebt von der Kommunikation. Ermutigen Sie Ihre Teammitglieder, zu ihren Fehlern zu stehen und daraus zu lernen. Nichts ist schlimmer, als wenn Fehler aus Angst vor Konsequenzen vertuscht werden. Dazu braucht es allerdings eine wichtige Zutat: Gerechtigkeit. Wenn Sie dem einen Teammitglied – vielleicht aus gutem Grund – etwas durchgehen lassen, dem anderen dagegen nicht, sorgt das für Verunsicherung und ein Gefühl der Ungerechtigkeit. Umso wichtiger ist es, Entscheidungen transparent zu kommunizieren und offen für kritisches Feedback zu sein. 


 

4. Schaffen Sie Vertrauen in die Fehlerkultur

Wer von seiner Führungskraft „zusammengefaltet“ wird, entwickelt kein Vertrauen und wird sich in Zukunft hüten, Fehler zuzugeben. Statt zu fragen, wer „schuld“ ist, versuchen Sie herauszufinden, wie es zu dem Fehler kam und was das betreffende Teammitglied oder das Team daraus lernen kann.  Es ist nicht wichtig, wer den Fehler gemacht hat, sondern was zum Fehler geführt hat. Ermutigen Sie das Teammitglied zu einem weiteren Versuch. Retrospektiven oder fest installierte Teambesprechungen, bei denen geprüft wird, was gut läuft und was hinderlich ist, sind im Hinblick auf Vertrauen und eine konstruktive Fehlerkultur viel wert. 

5. Belohnen Sie Kreativität

Loben Sie Teammitglieder, die mutig sind, auch wenn sie dabei Fehler machen. Kreativität sollte immer belohnt werden. Wo wären wir ohne die Denker, Träumer und Visionäre! Verrückte Ideen haben eine hohe Fehlerquote. Lassen Sie sich also nicht von einem perfekten Endresultat blenden. 

6. Verabschieden Sie sich von Perfektionismus

Wo alles neu ist und es keine Erfahrungswerte gibt, kann man unmöglich alles richtig machen. Dies gilt aktuell besonders für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Nicht alles gelingt hier auf Anhieb wie gewünscht. Um nach und nach bessere Ergebnisse zu erzielen, braucht es Neugier und Lernbereitschaft, den Mut, verschiedene Modelle und Tools auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen. Für Frustration ist hier kein Platz, denn Fehler dienen dazu, den richtigen Weg zu finden. 

7. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran

Leben Sie als Führungskraft einen konstruktiven Umgang mit Fehlern vor. Gehen Sie dazu in sich: Was geht in Ihnen vor, wenn Sie einen vermeidbaren Fehler gemacht haben? Was, wenn ein solcher einer anderen Person unterlaufen ist? Beobachten Sie auch, wie andere ihre Fehler kommunizieren. Sachlich, oder voller Rechtfertigungen und Ausflüchte? In der Praxis beobachte ich immer wieder, dass sich Mitarbeiter:innen bei einer schwach ausgeprägten Fehlerkultur vor Angst in Rechtfertigungen flüchten. Wenn Sie eine positive Einstellung zu Misserfolgen vorleben, bekommen die Teammitglieder ein Gefühl der Sicherheit und können sich nach einem Fehler auf die positiven Aspekte und Lernerfahrungen konzentrieren. 

8. Etablieren Sie eine Feedback-Kultur

Je schneller ein Fehler zutage tritt, desto eher lässt sich daraus lernen. Feedback von Kolleg:innen und Vorgesetzten sowie kritisches Hinterfragen des eigenen Handelns sind die Grundlagen für den erfolgreichen Umgang mit Misserfolgen. Dabei ist es günstig, den Blick gleichermaßen auf Erfolge wie auf Fehler zu richten. Leider sind Fehler oft sehr negativ behaftet – auf das Negative zu fokussieren macht jedoch krank und lähmt unsere Kreativität. 

9. Rechnen Sie mit Rückschlägen

Wie bei jedem Veränderungsprozess wird es auch bei der Implementierung einer Fehlerkultur nicht immer steil bergauf gehen. Kalkulieren Sie Rückschläge ein. Eine Fehlerkultur zu etablieren bedeutet, die eigene Haltung und das Verhalten zu ändern. Dazu müssen sich erlernte und abgespeicherte Verhaltensmuster und Reaktionen verändern. Das braucht Zeit und Geduld. Nicht alle Menschen kommen mit einer Fehlerkultur gleich gut zurecht – auch wenn es ihnen auf der rationalen Ebene einleuchtet. Darauf gilt es sich einzustellen und sich nicht entmutigen zu lassen.

Dieser Vimeo Inhalt kann erst geladen werden, wenn Sie die Datenschutzbestimmungen von Vimeo, LLC akzeptieren.

Zu den Datenschutzeinstellungen »