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Führung & HR

Die Teamuhr nach Tuckman

Teamuhr: Das 5-Phasen-Modell der Teamentwicklung einfach erklärt

Teams fallen nicht vom Himmel, sie wachsen – und zwar in fünf Phasen, die jedes Team durchläuft, ob es will oder nicht. Erst das Kennenlernen, dann der Knall: Konflikte, Machtkämpfe, Reibung. Wer das für Scheitern hält, irrt – es ist der Preis für echtes Zusammenwachsen. Die Teamuhr nach Tuckman zeigt, warum Storming kein Warnsignal, sondern ein notwendiger Schritt ist, und wie Teams von dort aus zu Höchstleistung finden. Und am Ende? Auch der Abschied will gestaltet sein.

Auf einen Punkt

Die Teamuhr nach dem amerikanischen Psychologen Bruce Wayne Tuckman (1938 bis 2026) ist ein Phasenmodell der Teamentwicklung mit fünf Abschnitten: Forming (Orientierung), Storming (Konflikt), Norming (Kooperation), Performing (Leistung) und Adjourning (Abschluss). Das Modell hilft Führungskräften und Teams, natürliche Entwicklungsphasen von Gruppen zu erkennen, typische Herausforderungen zu verstehen und passende Maßnahmen einzuleiten.

Wie entstand die Teamuhr?

Tuckman entwickelte das Modell 1965 zur Beschreibung von Gruppenentwicklung. Seine Grundannahme: Konflikte und Reibungen sind kein Zeichen von Scheitern, sondern eine normale Entwicklungsphase auf dem Weg zu einer produktiven Einheit.

Die 5 Phasen der Teamuhr im Überblick

Das ursprüngliche Modell bestand aus vier Phasen: Forming, Storming, Norming und Performing. Es wurde in der Praxis schnell anerkannt und später um eine fünfte Phase erweitert – Adjourning, auch „Mourning“-Phase genannt, die das bewusste Auflösen oder Umbesetzen eines Teams beschreibt. Gerade in Organisationen mit befristeten Projekten oder wechselnden Teams verdient diese Abschlussphase besondere Aufmerksamkeit.


 

  • Forming – Kennenlernen und Orientierung: Die Gruppe findet sich. Höflichkeit, Unsicherheit, Orientierung an der Führung stehen im Vordergrund. Typische Fragen: „Was ist meine Rolle?“, „Was wird hier von mir erwartet?“
  • Storming – Konflikte und Machtkämpfe: Unterschiede treten hervor, Machtfragen und Bedürfnisse werden sichtbar. Es entstehen Konflikte, Widerstand und Konkurrenz um Einfluss oder Ressourcen.
  • Norming – Rollen- und Strukturfindung: Gemeinsame Regeln, Rollen und Prozesse werden gefunden. Das Wir-Gefühl wächst, Kooperation und Vertrauen nehmen zu.
  • Performing – produktive Zusammenarbeit: Das Team arbeitet selbstständig, konstruktiv und zielorientiert. Rollen sind klar, Konflikte können auf Sachebene bearbeitet werden.
  • Adjourning – Abschied und Reflexion: Projekte enden, Teams lösen sich auf oder verändern sich. Abschied, Stolz, aber auch Unsicherheit spielen eine Rolle. Bewusste Abschlüsse helfen, Erfahrungen zu sichern und Übergänge gut zu gestalten.

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Was macht ein Team in jeder Phase aus? So erkennt ihr, wo ihr steht

Für die Praxis – ob in Kita-Teams, Beratungsteams, Projektgruppen oder Führungskreisen – bietet die Teamuhr drei zentrale Chancen:

  • Selbstreflexion: Wo stehen wir gerade? Wie kommunizieren und interagieren wir miteinander? Wie geben wir Feedback?
  • Erwartungsmanagement: Führungskräfte erkennen, dass Konflikte in der Storming-Phase normal sind – und kein persönliches Versagen. Zentrale Fragen: Was sind unsere Ziele? Was sind unsere Rollen und Verantwortlichkeiten? 
  • Passende Interventionen: Je nach Phase braucht ein Team Unterschiedliches – Orientierung und Sicherheit (Forming), klare Moderation von Konflikten (Storming), Raum für Vereinbarungen (Norming), Vertrauen und Autonomie (Performing), bewusste Abschlüsse (Adjourning).    

Was ein Team zusätzlich klären muss: das GRPI-Modell

Neben der Phasenlogik der Teamuhr muss jedes Team klären, was seine Ziele (Goals) und Rollen (Roles) sind, wie Prozesse (Process) strukturiert und die persönliche Zusammenarbeit (Interaction) gestaltet wird. Dieses Zusammenspiel beschreibt das GRPI-Modell – dazu planen wir einen eigenen vertiefenden Artikel, der hier verlinkt wird, sobald er veröffentlicht ist.

Warum die Teamuhr im Führungsalltag hilft

Wer die natürliche Dynamik seines Teams versteht, kann gelassener führen, gezielter begleiten und realistischer einschätzen, was von einem Team zu erwarten ist. Die Erkenntnis, dass Konflikte und Neuausrichtungen natürliche Bestandteile der Entwicklung sind, macht Teams stabiler, leistungsfähiger und resilienter.

"Bei neuen Projekten oder Teams ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen, um diese Prozesse sichtbar zu machen, Dynamiken bewusst wahrzunehmen, Rollen auszuhandeln und Ziele zu formulieren.“  Darina Doubravova, Leiterin zentrale Akademie, pme Familienservice

So wird die Teamuhr nach Tuckman zu einem praktischen Navigationsinstrument: Sie erklärt nicht alles, aber sie hilft, Teamdynamiken besser zu verstehen – und damit bewusster zu gestalten.

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Häufige Fragen zur Teamuhr (FAQ)

Welche Phasen durchläuft ein Team nach dem Tuckman-Modell?

Ein Team durchläuft nach Tuckman fünf Phasen: Forming (Orientierung), Storming (Konflikt), Norming (Kooperation), Performing (Leistung) und Adjourning (Abschluss). Jede Phase ist notwendig – Phasen können unterschiedlich lang, aber nicht übersprungen werden.

Was bedeutet Storming in der Teamentwicklung?

Storming ist die zweite Phase der Teamuhr, in der Konflikte, Machtfragen und unterschiedliche Bedürfnisse im Team sichtbar werden. Sie ist ein normaler, notwendiger Entwicklungsschritt und kein Zeichen für gescheiterte Zusammenarbeit.

Warum wurde die Teamuhr um eine fünfte Phase erweitert?

Die ursprünglich vier Phasen wurden um Adjourning ergänzt, weil auch das bewusste Auflösen oder Umbesetzen eines Teams ein wichtiger Prozess ist, der beeinflusst, wie Mitarbeitende in neue Konstellationen starten.

Wie lange dauert eine Phase der Teamuhr?

Es gibt keine feste Dauer – die Länge einzelner Phasen hängt vom Team, der Aufgabe und den äußeren Rahmenbedingungen ab. Entscheidend ist, dass keine Phase komplett übersprungen wird.

Was ist der Unterschied zwischen der Teamuhr und dem GRPI-Modell?

Die Teamuhr beschreibt die zeitliche Entwicklung eines Teams in Phasen. Das GRPI-Modell beschreibt inhaltlich, was ein Team dabei klären muss: Ziele, Rollen, Prozesse und Zusammenarbeit. Beide Modelle ergänzen sich.

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